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Ein Schloss wurde zur Universität

Die Fakultät für Sprachwissenschaften und Literatur, Geisteswissenschaften, Kunst und Erziehungswissenschaften residiert in einem malerischen und geschichtsträchtigen Ort, dem Schloss Walferdange mit seiner     bewegten Geschichte.

In seinen Anfängen war auf diesem Gelände das Gestüt untergebracht, das der König der Niederlande und erster Großherzog von Luxemburg Wilhelm I. von 1824 bis 1828 für die Aufzucht seiner Pferde auf der „grünen Wiese“ und dennoch in Nähe der Hauptstadt errichten ließ. Wilhelm I. hat allerdings nie luxemburgischen Boden betreten und blieb sehr unpopulär. Nach der Belgischen Revolution von 1830 und der Abdankung des Monarchen standen die Gebäude leer. Als sein Sohn Wilhelm II. 1841 Luxemburg besuchte, schlug er vor, hier eine königliche Residenz für seine Besuche im Großherzogtum einzurichten, wo er später auch mehrere Male verblieb.

Aber das Schloss bleibt vor allem mit dem Namen des Statthalters und jüngeren Bruders seines Nachfolgers, Prinz Heinrich und seiner Gemahlin, der Prinzessin Amalia von Sachsen-Weimar verbunden. Im Jahre 1853 ließ sich das Prinzenpaar, das bei der luxemburgischen Bevölkerung äußerst beliebt war, hier nieder. Die Gebäude wurden vergrößert, die Innenräume prunkvoll ausgestattet und die Gärten erweitert. Der „gute Prinz Heinrich“ unterstützte die Gemeinde Walferdange und überreichte den Kindern des Ortes zur Weihnachtszeit regelmäßig Geschenke. Man erzählt sogar, dass er sich bei dieser Gelegenheit die Masern zuzog, an deren Folgen er 1879 starb.

Nach dem Tod Heinrichs blieb das Gebäude leer und die Gemeinde nutzte es, um eine Feuerwehrpumpe und ein Postamt einzurichten. 1891 baute Großherzog Adolf das Schloss als Sommerresidenz wieder auf und ließ es von Grund auf renovieren. Der weitläufige Park wurde mit Gewächshäusern ausgestattet und die Orangerie wurde zu Wohnzwecken umgebaut.

Im 20. Jahrhundert diente das Schloss verschiedenen Zwecken: als Ausbildungsstätte für Lehrerinnen, als Armeekaserne, als pädagogische Hochschule und schließlich ab 2003 als Universität. Aber die Erinnerung an „das Schloss“ als großherzogliche Residenz blieb wach in Walferdange. Zeugnisse davon sind der restaurierte Brunnen auf dem Eingangshof, der Name des Kulturzentrums (Prince Henri) und die Bezeichnung der örtlichen Vereine, wie z.B. der bekannte Basketballverein als „BBC Résidence Walfer“.