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Mehrsprachigkeit und Interkulturelle Studien

Mehrsprachige Kommunikation und kultureller Austausch bewirken die Umgestaltung bestehender Wissens- und Praxisformen und spiegeln sich in fortlaufenden Veränderungsprozessen wider. Vor allem in Luxemburg werden aufgrund seiner sprachlichen und kulturellen Besonderheiten interkulturelle Dynamiken und soziokulturelle Transformationen sichtbar.

Gegenstand des im Jahr 2014 eingerichteten Schwerpunktbereichs ist die gesellschaftliche und soziokulturelle Praxis als Kreuzungspunkt von Sprachen und Kulturen in Vergangenheit und Gegenwart. Mit diesem Fokus werden konzeptionelle Engführungen zentraler Leitbegriffe und Gemeinschaftskonstruktionen (z.B. Nation und Kultur, Identität und Alterität, Zentrum und Peripherie) hinterfragt und eine prozessorientiert-performative Perspektive auf Mehrsprachigkeit und Interkulturalität eingenommen. Damit knüpft der Schwerpunktbereich an aktuelle Entwicklungen der modernen Kultur- und Sozialwissenschaften an und untersucht die produktiv-kreative (Re-)Kombination sowie die sozialen, strukturellen bzw. institutionellen Barrieren von sprachlichen und kulturellen Repertoires und Konstellationen in unterschiedlichen Gegenstandsbereichen und Dimensionen:

  • Kreation & Ästhetik;
  • Migration & Mobilität;
  • Politiken & Macht;
  • Raum & Materialität;
  • Subjekt & Alltagspraktiken;
  • Zeit & Entwicklung.

Die an sozialen und kulturellen Praktiken orientierte Untersuchung von Mehrsprachigkeit und Interkulturalität leistet einen Beitrag, um Entwicklungslogiken moderner wie auch vormoderner Gesellschaften bestimmen und Orientierungswissen in mehrsprachigen und interkulturellen Kontexten bereitstellen zu können. Die Arbeit des Schwerpunktbereichs soll einen besonderen Niederschlag in der luxemburgischen Gesellschaft finden und wird gemeinsam mit gesellschaftlichen Akteuren durchgeführt. Sie wird sich darüber hinaus an der allgemeinen Diskussion zu diesem Themenfeld beteiligen und ihre Expertise in einem internationalen Kontext zur Verfügung stellen.

Der Schwerpunktbereich ist an der geisteswissenschaftlichen Fakultät (FLSHASE) der Universität Luxemburg angesiedelt. Er arbeitet im multidisziplinären Verbund und strebt mittelfristig eine Kooperation mit Kolleg/innen anderer Fakultäten an. Die erweiterte Zusammenarbeit soll die Entwicklung eines integrativen Ansatzes der Mehrsprachigkeits- und Interkulturalitätsforschung ermöglichen, der den beteiligten Disziplinen und der Dynamik soziokulturellen Wandels gleichermaßen Rechnung trägt.

Die eingebundenen Wissenschaftler/innen arbeiten nach dem Prinzip der rezeptiven Mehrsprachigkeit.

Kontakt: mis@uni.lu
Sprecherin: Prof. Dr. Nathalie Roelens
Stv. Sprecherin: Prof. Dr. Jeanne Glesener
Wiss. Koordinator: Dr. Christian Wille

Multilingualism and Intercultural Studies (MIS)