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Der nächste Schritt im Bereich 3D Body Modeling

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Veröffentlicht am Mittwoch, den 12. April 2017

Wissenschaftler am Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust (SnT) an der Universität Luxemburg arbeiten am nächsten Durchbruch in der 3D-Scanning-Technologie und sind auf der Suche nach Studienteilnehmern.

Von April bis Juli 2017 steht in der Cafeteria der Maison du Savoir in Belval ein 3D Ganzkörper-Scanner von der Firma Artec 3D – die Artec Shapify Booth. Mitarbeiter, Studenten und interessierte Personen können sich dort scannen lassen. Die gesammelten Daten ermöglichen es Wissenschaftlern am SnT, neue mathematische Methoden zur Modellierung der menschlichen Körperform in 3D zu entwickeln.

 

Der Datenschutz ist für das Projekt von größter Bedeutung. Das SnT arbeitet daher eng mit der luxemburgischen Kommission Nationale pour la Protection des Données zusammen. Der volle Scanvorgang dauert etwa 15 Minuten pro Person. Die Teilnehmer erhalten ein 3D-Selfie und einem elektronischen Zugang zu ihren 3D-Daten. Darüber hinaus nehmen sie monatlich an einem Gewinnspiel teil und können ein Modell von sich selbst aus dem 3D Drucker gewinnen.

Derzeit können hochmoderne 3D-Scanner und Software genaue digitale 3D-Modelle des Körpers nur erstellen, wenn das Motiv hautenge Kleidung trägt. Dies hat Nachteile für alltägliche Anwendungen. Ein Team von SnT-Wissenschaftlern unter Leitung von Dr. Djamila Aouada in Zusammenarbeit mit Artec 3D möchte eine Lösung entwickeln, um die Körperform unabhängig von der Kleidung zu bestimmen.

Ein 3D Scan um die Wissenschaft zu unterstützen

"Im Gesundheitswesen zum Beispiel könnte das medizinische Personal in der Lage sein, umfassende Körpermaße nur durch Scannen ihrer Patienten zu messen", erklärt PhD-Kandidat Alexandre Saint, einer der Forscher, die an dem Projekt beteiligt sind. "Damit würde 3D-Scanning ein nützliches Werkzeug für Mediziner, das die Effizienz erhöhen und den Patientenkomfort steigern könnte."

Ein weiteres Anwendungsfeld für diese Forschung ist der Bereich Sicherheit. Moderne Gesichtserkennung könnte durch die Fülle von Informationen, die ein Ganzkörper-Scannen bieten kann, erheblich verbessert werden. Aktuell benötigt 3D-Technologie eine große Anzahl von Scans, um ein genaues Körpermodell zu erstellen. "Das Ziel ist es, solche Modelle auch mit begrenzten Daten zu erreichen", sagt Saint. "In Zukunft können wir sogar 3D-Informationen aus 2D-Bildern ableiten."

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Die Scan-Stand ist montags bis donnerstags zur Mittagszeit von April bis Juli geöffnet.

© Michel Brumat / Universität Luxemburg 2017