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Forschung zu innovativen FinTech-Anwendungen

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Veröffentlicht am Dienstag, den 07. März 2017

Die Fondation Alphonse Weicker, unterstützt durch die Bank BGL BNP Paribas, und das Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust (SnT) der Universität Luxemburg haben gemeinsam ein großes, langfristig angelegtes Forschungs- und Entwicklungsprogramm im Bereich FinTech (Finanztechnologie) gestartet.

„FinTech“ bezeichnet Innovationen bei Finanzdienstleistungen, die auf der Anwendung neuer Digitaltechnologien wie Blockchains, Datenanalyse und maschinellem Lernen basieren. Dieser Bereich ist für Luxemburg als internationaler Finanzplatz sehr bedeutsam. Die Kooperation wird dazu beitragen, dass das Großherzogtum in dieser sich schnell entwickelnden Branche eine zentrale Position einnimmt. Die Vereinbarung ist Teil des SnT-Partnerschaftsprogramms, in dem Wissenschaftler des SnT neue Konzepte entwickeln, um den wichtigsten IT-bezogenen Herausforderungen zu begegnen, vor denen die Branche und die öffentliche Hand stehen.

Mit dem schnellen Wachstum der FinTech-Branche stehen Finanzdienstleister vor komplexen Sicherheits- und regulatorischen Herausforderungen. Bei FinTech werden große Mengen sensibler personen- und unternehmensbezogener Daten verarbeitet, sodass für die Unternehmen von kritischer Bedeutung ist, die Zuverlässigkeit und Sicherheit der Systeme nachweislich zu gewährleisten zu können. Dementsprechend werden SnT und BGL BNP Paribas in den Bereichen Sicherheitsrisikomanagement, Kundensegmentierung und Softwaretests zusammenarbeiten, um neue Finanzinstrumente zu entwickeln.

Gemeinsames Forschungsprogramm des SnT und der Fondation Alphonse Weicker

Kik Schneider, Vorsitzender der Fondation Alphonse Weicker, meint: „Wir erwarten eine herausragende und vielversprechende Partnerschaft! Die Fondation Alphonse Weicker wird vom Knowhow des SnT profitieren, um die Anforderungen des Geldinstituts in Bezug auf Sicherheit, Kundenverhalten und Datenmanagement bewältigen zu können.“ Prof. Björn Ottersten, Direktor des SnT, erklärt: „BGL BNP Paribas ist einer der Top-Finanzakteure in Luxemburg. Die Zusammenarbeit mit der Bank bei diesem strategischen Forschungsprogramm stellt für das SnT einen Meilenstein dar. Der Finanzsektor befindet sich im digitalen Wandel, und durch zielgerichtete Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten streben wir eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Partner an.“

Im Bereich Sicherheitsrisikomanagement wird das Software Verification and Validation Lab (SVV) des SnT unter Leitung von Prof. Lionel Briand Sicherheitsmuster aus den Beständen früherer IT-Projekte auswerten. Aus bewährten Sicherheitsverfahren haben sich über 900 potenzielle Sicherheitsmuster etabliert, die für jedes Projekt berücksichtigt werden müssen – eine zeitraubende Aufgabe. Das Forschungsziel ist es daher, ein automatisiertes Empfehlungssystem für künftige Projekte aufzubauen. Dieses System basiert auf maschinellem Lernen und kann vorliegende Inhalten vergangener Projekte in natürlicher Sprache (nicht Computersprache) aufbereiten. Damit kann es frühere Erfahrungen aus dem Sicherheitsmanagement von Unternehmen nutzen.

Zugleich wird die Security Reasoning and Validation Research Group (SerVal) des SnT unter Leitung von Prof. Yves Le Traon gemeinsam mit BGL BNP Paribas an zwei Forschungs- und Entwicklungsprojekten arbeiten. Im Bereich Softwaretests wird die Gruppe die Verwendung moderner Datenanalysemethoden erforschen, die es dem System ermöglichen, aus vergangenen und laufenden Projekten zu lernen und so das Auftreten von Mängeln vorauszusehen. Das zweite Projekt der Gruppe nutzt maschinelles Lernen, um eine detaillierte Kundensegmentierung zu ermöglichen, die auf dem Anlegerverhalten statt anderer, gebräuchlicher Kriterien basiert. Das System soll dynamische Investitionsempfehlungen geben und „Was-wäre-wenn-Analysen“ in Echtzeit durchführen.

Die Zusammenarbeit mit dem SnT in diesen Forschungsbereichen ermöglicht BGL BNP Paribas die Entwicklung innovativer und hochperformanter Lösungen, die den Bedürfnissen und Erwartungen ihrer Kunden entsprechen. Für das SnT werden die grundlegenden Ergebnisse aus dieser Zusammenarbeit in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht.

Mit der Unterzeichnung dieser Vereinbarung wird das Partnerschaftsprogramm des SnT auf 31 Partner erweitert, darunter sieben Verbundprojekte im Bereich FinTech.

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Das Projekt wird gefördert durch die Fondation Alphonse Weicker und überwacht von einem Lenkungsausschuss, der sich aus Mitgliedern der Stiftung, von BGL BNP Paribas und dem SnT zusammensetzt.

Foto: Rainer Klump, Kik Schneider & Björn Ottersten, © Universität Luxemburg