COVID-19 Vaccines

 

Mehr Informationen

  • Unsere COVID-19 Serie zum Thema Impfen sammelt und präsentiert Einblicke, Kommentare und Perspektiven von Experten der Universität Luxemburg zum Thema Impfen.

Häufig gestellte Fragen

Letzte Aktualisierung: 9. April 2021

zum Thema Impfen im Allgemeinen

1.1 Warum brauchen wir einen Impfstoff gegen COVID-19?

COVID-19 kann sich zu einer schweren Krankheit bis hin zum Tod entwickeln und ist zu einer Pandemie geworden. Impfstoffe gegen COVID-19 zielen darauf ab, eine spezifische Immunantwort gegen das SARS-CoV-2-Virus auszulösen, welches die Krankheit verursacht. Auf diese Weise kann das Immunsystem trainiert werden, das Virus zu erkennen und zu bekämpfen, bevor seine Vermehrung im menschlichen Körper außer Kontrolle gerät und schwere Symptome verursacht.

Dieses Konzept der Impfung ist seit mehr als einem Jahrhundert bekannt und wird seither erfolgreich eingesetzt, um Menschen unter anderem effektiv vor Polio, Hepatitis und Influenza zu schützen.

1.2 Wie funktionieren Impfstoffe?

Der Zweck eines Impfstoffs ist es, eine Immunität gegen einen infektiösen Erreger hervorzurufen, indem das Immunsystem zur Produktion von spezifischen Antikörpern angeregt und so vor zukünftigen Infektionen geschützt wird.

Im Fall des neuen Coronavirus kann ein Impfstoff weniger anfällig für eine Infektion mit dem Virus und somit für die dadurch verursachte COVID-19-Krankheit machen. In jedem Fall ist zu erwarten, dass eine geimpfte infizierte Person eine kürzere Krankheitsdauer oder einen leichteren Krankheitsverlauf hat.

1.3 Warum sollte ich mich impfen lassen, auch wenn ich nicht zu der gefährdeten oder älteren Bevölkerungsgruppe gehöre?

Angesichts der aktuellen epidemiologischen Situation ist es wichtig, in erster Linie einen Schutz für diejenigen zu gewährleisten, die am meisten gefährdet sind. Dazu gehören Menschen über 65 Jahre oder solche, deren Risiko für Komplikationen oder Tod durch eine Grunderkrankung erhöht ist. Menschen mit einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf sind aufgrund der individuellen medizinischen Vorgeschichte in allen Altersgruppen zu finden.

Aber auch andere, die nicht zu diesen Kategorien gehören, können das Virus übertragen, wenn sie infiziert sind, auch wenn sie selbst vielleicht keine oder nur leichte Symptome zeigen. Die Impfung soll die generelle Übertragung des Virus in der Bevölkerung reduzieren und ist somit ein Akt der Solidarität: Wenn Sie sich impfen lassen, tragen Sie auch dazu bei, alle Menschen in Ihrer Umgebung zu schützen.

1.4 Wie viele Menschen müssen in Luxemburg geimpft werden, um eine Herdenimmunität zu erreichen?

Die Idee der Herdenimmunität ist, dass sich die Übertragung des Virus bei Impfung einer ausreichend große Teilmenge der Bevölkerung verlangsamt und vielleicht sogar zum Stillstand kommt, da es sich innerhalb der geimpften Personen nicht mehr effizient vermehren kann.

Es ist jedoch schwierig, einen genauen Schwellenwert zu definieren, bei welchem Prozentsatz der geimpften Bevölkerung dies der Fall ist, denn auch Faktoren wie die soziale Distanz und Mobilität spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. So gehen aktuelle Modelle davon aus, dass eine Impfrate im Bereich von 50-70 % erforderlich ist, um eine Herdenimmunität (auch als "community protection" bezeichnet) zu erreichen.

1.5 Wie lange dauert es, bis ich nach der Impfung immun bin?

Die Immunreaktion auf den Impfstoff und damit auf das Virus entwickelt sich in den ersten Wochen nach einer Impfung. In dieser Zeit erzeugt das Immunsystem eine auf Antikörpern basierende Immunantwort gegen einen bestimmten Teil des Virus. Der Zeitraum, nach dem von einer Immunisierung ausgegangen werden kann, hängt auch von der Art des verwendeten Impfstoffs ab, da einige von ihnen (z. B. die von Pfizer/BioNTech und Moderna) nach einigen Wochen eine Auffrischungsimpfung erfordern, um voll wirksam zu sein.

Daher ist es wichtig, trotzdem alle üblichen Sicherheitsmaßnahmen zu befolgen (z. B. Tragen einer Maske usw.). Dies gilt auch, wenn die Impfung bereits mehrere Wochen zurückliegt, da zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden kann, dass auch geimpfte Personen das Virus noch übertragen können.

Alle aktuellen Sicherheitsvorkehrungen und Einschränkungen finden Sie auf der Webseite der Regierung.

1.6 Muss ich nach der Impfung noch einen Mundschutz tragen und die Sicherheitsmaßnahmen beachten?

Zum jetzigen Zeitpunkt kann nicht ausgeschlossen werden, dass Sie das Virus immer noch übertragen können, wenn Sie sich trotz Impfung infizieren (und somit sehr wahrscheinlich weniger oder keine Symptome der Krankheit haben).

Bis mehr Informationen hierüber vorliegen, müssen alle Hygienemaßnahmen wie das Tragen eines Mund-Nasenschutzes sowie Regeln zur Distanzierung eingehalten werden, auch nach einer Impfung.

1.7 Was sind die möglichen Nebenwirkungen eines Impfstoffs?

Bei jedem Impfstoff (wie bei jeder Art von Medikament) können auch bestimmte Nebenwirkungen auftreten.

In erster Linie sind diese Wirkungen zu einem gewissen Grad auch erwartet und auf eine Immunreaktion des Körpers zurückzuführen. Sie zeigen an, dass der Impfstoff wirkt und ein Schutz aufgebaut wird. Das Auftreten von Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Impfungen ist also völlig normal. Je nach Art des verwendeten COVID-19-Impfstoffs können auch die Nebenwirkungen unterschiedlich sein (Ihr Arzt kann sie Ihnen im Detail erklären). Im Allgemeinen wird berichtet, dass nur milde Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Schmerzen und Rötungen um die Einstichstelle am häufigsten auftreten.

1.8 Ich hatte in der Vergangenheit eine COVID-19-Infektion und habe mich davon erholt. Muss ich mich trotzdem impfen lassen?

Ja, eine Impfung empfiehlt sich auch nach einer überstandenen COVID-19 Infektion. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Daten darüber, wie lange jemand nach überstandener Krankheit vor einer erneuten COVID-19-Infektion geschützt ist. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass die natürliche Immunität gegen COVID-19 etwa 5 Monate anhält, jedoch sind weitere Studien erforderlich, um diesen Zusammenhang besser zu verstehen.

Es wird daher dringend empfohlen, sich impfen zu lassen, auch wenn man in der Vergangenheit bereits an COVID-19 erkrankt ist. Ferner gibt es keine Berichte über Probleme betreffend die Verträglichkeit der Impfung im Zusammenhang mit einer früheren COVID-19-Infektion oder mit nachweisbaren COVID-19-Antikörpern. 

1.9 Sollte ich geimpft werden, nachdem ich positiv auf COVID-19 getestet wurde?

Generell wird die Impfung für jede erwachsene Person ohne bekannte Gegenindikation empfohlen, unabhängig von einer früheren COVID-19-Infektion. Sollten Sie akut positiv auf das Virus getestet worden sein, besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt eine mögliche Impfung, die von Ihrem persönlichen Zustand abhängt.

Auch nach der Genesung von einer COVID-19-Infektion sollten Sie sich impfen lassen (siehe Frage 1.8), um eine wirksame Immunantwort für mögliche Folgeinfektionen in der Zukunft aufzubauen.

1.10 Wie lange hält die Immunität nach der Impfung an?

Diese Frage kann noch nicht abschließend beantwortet werden, da das SARS-CoV-2-Virus vor der Pandemie unbekannt war und der Impfstoff erst im Laufe des Jahres 2020 entwickelt wurde.

Allerdings werden derzeit weltweit klinische Langzeitstudien durchgeführt, um die Frage zu beantworten, wie lange die Immunität gewährleistet ist und ob eine anschließende Auffrischungsimpfung erforderlich ist.

Generell hat sich gezeigt, dass die heute üblichen Impfungen gegen andere Krankheiten mehrere Jahre anhalten, bis hin zu einem lebenslangen Schutz.

1.11 Ist es generell ratsam und sicher, die gefährdete/ältere Bevölkerung zu impfen?

Die Impfung zielt darauf ab, den Schweregrad der COVID-19-Erkrankung und deren Übertragung innerhalb der Bevölkerung zu reduzieren. Da der Schweregrad der Erkrankung nachweislich mit dem Alter korreliert, wird ein besonderes Augenmerk auf die ältere Bevölkerung gelegt. Um das Risiko einer schweren Infektion mit potenzieller Sterblichkeit für gefährdete oder ältere Menschen deutlich zu reduzieren, wird diesen Menschen empfohlen, sich so bald wie möglich impfen zu lassen. In Luxemburg (wie auch in mehreren anderen Ländern) wurden Prioritätsgruppen für die Impfung definiert, wobei diese Gruppe neben dem medizinischen Personal mit höchster Priorität geimpft wird.

1.12 Was wird passieren, wenn nicht genügend Menschen geimpft werden?

Eine unzureichende Durchimpfung wird wahrscheinlich zu einer dauerhaften Verlängerung der derzeitigen Hygiene- und Schutzmaßnahmen führen, die eine große Belastung für die Wirtschaft und das persönliche Leben darstellen. Das Ziel einer flächendeckenden Impfung ist es, die Übertragung des Virus in der Bevölkerung zu stoppen und damit die individuelle Gesundheit aller zu schützen. Bis dies erreicht ist, müssen Vorsichtsmaßnahmen wie soziale Distanzierung, Mund-Nasenschutz, etc. höchstwahrscheinlich beibehalten werden. Diese können die Übertragung des Virus jedoch nur verlangsamen und nicht vollständig verhindern. Daher ist eine Impfung die einzige realistische Möglichkeit, die beschränkenden Maßnahmen wieder aufzuheben, wenn schließlich genügend Menschen durch den Impfstoff geschützt sind.

1.13 Was bedeutet „Wirksamkeit des Impfstoffs“?

Die Wirksamkeit des Impfstoffs wird in der Endphase der klinischen Studien ermittelt und wurde für den Impfstoff von Moderna sowie Pfizer/BionNTech mit 94 % bzw. 95 % angegeben. Dieser Wert beschreibt den prozentualen Anteil der gegen COVID-19 geschützten Patienten an der Gesamtpopulation der Geimpften. Statistische Analysen vergleichen die Ergebnisse von geimpften Patienten mit Patienten, die ein Placebo-Präparat erhalten haben und stellen fest, ob es einen messbaren Unterschied zwischen diesen Patienten in Bezug auf die SARS-CoV-2-Infektion und COVID-19-Symptome gibt.

1.14 Schützt mich die Grippeimpfung vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus?

Im Allgemeinen, nein. Trotz der Tatsache, dass das Influenzavirus und SARS-CoV-2 in Bezug auf einige Symptome Ähnlichkeiten aufweisen, bietet eine Impfung gegen Influenza grundsätzlich keinen wirksamen Schutz gegen COVID-19. Dennoch gibt es Hinweise, dass eine Grippeimpfung in einigen Fällen auch zu einem leicht erhöhten Schutz gegen COVID-19 führen kann. Da jedoch jeder Impfstoff spezifisch für ein bestimmtes Virus entwickelt wird, können nur die neu entwickelten COVID-19-Impfstoffe eine spezifische Immunantwort auslösen, um einen Schutz gegen dieses Virus aufzubauen.

Zu beachten ist auch, dass eine Co-Infektion sowohl mit dem SARS-CoV-2- als auch mit dem Influenza-Virus möglich ist, was nachweislich zu einem schwereren Krankheitsverlauf führt.

1.15 Ich habe kürzlich einen anderen Impfstoff erhalten; kann ich mich jetzt gegen COVID-19 impfen lassen?

Grundsätzlich treten keine größeren Probleme auf, wenn verschiedene Impfstoffe innerhalb von ein paar Tagen verabreicht werden. Heutzutage werden einige Impfstoffe sogar häufig in Kombination verabreicht, wie z.B. der DTP-Impfstoff (Diphtherie, Tetanus, Pertussis). Es ist jedoch ratsam, bei vielen verschiedenen Impfungen (z.B. vor einer Reise in ein tropisches Land) einen Plan mit Ihrem Arzt zu erstellen, um das Immunsystem nicht zu überfordern und die Effizienz der Impfung zu gewährleisten. Was die COVID-19-Impfstoffe betrifft, konsultieren Sie bitte Ihren Arzt, wenn Sie kürzlich eine andere Impfung erhalten haben und sich z.B. noch schwach fühlen.

1.16 Kann ich mir aussuchen, welchen in der EU zugelassenen COVID-19 Impfstoff ich erhalte?

In Luxemburg erfolgt die Wahl des Impfstoffs erfolgt auf der Grundlage der Anamnese und der vom impfenden Arzt durchgeführten medizinischen Untersuchungen. Es ist wichtig, dass die Patienten die Fragen, die bei der Terminvereinbarung und während der Impfung gestellt werden, ausführlich und ehrlich beantworten, damit der Arzt die richtige Wahl treffen kann.

1.17 Wer wird wann geimpft?

Die Bevölkerung Luxemburgs wird nach verschiedenen Prioritätsstufen geimpft, denen jede und jeder je nach Alter, Beruf und anderen Faktoren zugeordnet wurde. Jeder Einwohner und jeder Einwohnerin Luxemburgs erhält per Post einen Brief mit einem personalisierten Code, mit dem er innerhalb von zwei Wochen einen Termin beim nationalen Impfzentrum buchen kann. Der Termin (wie auch der Folgetermin) kann über covidvaccination.lu gebucht werden. Weitere Informationen über die nationale Impfstrategie finden Sie auf covid19.lu.

Besonderheiten der aktuellen COVID-19-Impfstoffe

2.1 Wie viele Impfstoffe sind derzeit auf dem Markt? Wie viele befinden sich in der Entwicklung?

Mit Stand vom 7. April 2021 wurden vier Impfstoffe von der Europäischen Arzneimittelagentur zugelassen, die von Pfizer-BioNTech, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson entwickelt wurden.

Darüber hinaus werden derzeit mehr als 60 verschiedene Impfstoffe in klinischen Studien getestet, von denen zu erwarten ist, dass mehrere Kandidaten die derzeit verfügbare Landschaft ergänzen werden.

Nähere Informationen zu allen derzeit entwickelten Impfstoffen finden Sie hier auf der Webseite der WHO.

Source: WHO, BBC

2.2 Welche Arten von Impfstoffen gibt es?

Im Allgemeinen gibt es verschiedene Wirkmechanismen für Impfstoffe:

  • Injektion des inaktivierten Virus oder von Teilen des Virus
  • Verwendung eines anderen, nicht-replizierenden Trägervirus, um unschädliche Teile der genetischen Information des betreffenden Virus zu übertragen
  • RNA/DNA-Impfstoffe, die kein Trägervirus verwenden, um den Bauplan für isolierte und damit unschädliche Teile des Virus einzubringen

Bei allen drei Mechanismen werden die Zellen des Immunsystems durch die Präsentation sogenannter Antigene (Virusproteine) an ihrer Oberfläche aktiviert. Diese stammen entweder aus der Injektion selbst oder werden von körpereigenen Zellen produziert (im Falle der Verwendung von Trägerviren oder RNA/DNA). Durch die Präsentation der Antigene wird dann das Immunsystem stimuliert und aktiviert, was zu einer proaktiven Immunantwort führt.

2.3 Wie funktionieren die verschiedenen COVID-19-Impfstoffe?

umfassende grafische Visualisierung, veröffentlicht in Nature

Wichtig: Es ist wichtig zu wissen, dass Sie durch die Gabe der Impfstoffe nicht an COVID-19 erkranken können, da keiner von ihnen das vollständige und aktive Virus enthält.

Injektion von inaktiviertem Virus oder Virusprotein (z.B. Sinovac-Impfstoff aus China)

Der klassische Weg der Immunisierung ist die Injektion einer chemisch oder thermisch inaktivierten Form des Virus oder von Teilen des Virus, die von spezifischen Immunzellen aufgenommen werden. Die Bestandteile des Virus werden innerhalb der Zelle in kleinere Fragmente zerlegt. Diese Fragmente, auch Antigene genannt, werden dann an ein spezifisches Molekül angeheftet, das wiederum an die Zelloberfläche geschickt wird. Hier präsentiert es buchstäblich den anderen Zellen des Immunsystems, vor allem den T-Zellen, das Antigenfragment des Virus an, wodurch eine Reaktionskette in Gang gesetzt wird, die zur Produktion von Antikörpern gegen das bestimmte Antigen führt.

Da ein Virus aus vielen verschiedenen Teilen/Proteinen besteht, kann nicht vorhergesagt werden, gegen welchen Teil die Immunreaktion erzeugt wird. Im Vergleich zu anderen Arten von Impfstoffen kann die Immunreaktion daher schwächer ausfallen und erfordert regelmäßige Auffrischungen, um das Immunsystem zu stimulieren. Keiner der derzeit in Europa zugelassenen COVID-19-Impfstoffe verwendet diese Technologie (Stand 8. Februar 2021).

Source: Nature; https://doi.org/10.1038/d41586-020-01221-y

Verwendung eines Carrier-Virus zum Transport des Antigen-Bauplans (z. B. Sputnik-V aus Russland und Impfstoff von AstraZeneca)

Bei dieser Methode wird ein Träger-Virus, das sich nicht selbst replizieren kann, gentechnisch so verändert, dass es die genetische Information für ein bestimmtes Antigen des Erregers (z. B. des SARS-CoV-2-Virus) kodiert. Üblicherweise werden dazu Adenoviren verwendet, die von den Zellen des Immunsystems aufgenommen werden und so die genetische Information für ein bestimmtes Antigen in die Zelle bringen. Dort wird eine das Antigen kodierende Boten-RNA (mRNA) von der Zelle produziert, die dann zur Herstellung des Antigens selbst verwendet wird. Dieses wiederum wird dann verwendet, um es an der Oberfläche für die Zelle zu präsentieren, wie oben beschrieben.

Diese Art der Impfung ist gut etabliert und wird standardmäßig für Impfungen gegen Tuberkulose, Influenza, Ebola und einige andere verwendet.

Source: Nature; https://doi.org/10.1038/d41586-020-01221-y

RNA/DNA-Impfstoffe (z. B. Pfizer/BioNTech und Moderna-Impfstoff)

Der Unterschied bei dieser Art von Impfstoffen ist, dass sie nicht auf ein Träger-Virus angewiesen sind, um Teile der genetischen Information des Erregers einzuschleusen. Stattdessen wird die DNA oder RNA, die als Bauplan für das Antigen dient, direkt in die Zelle eingeschleust, umschlossen von einer Lipidhülle. Wie bei den anderen Impfstofftypen wird das anschließend produzierte Antigen auf der Oberfläche der Zelle präsentiert und löst eine Immunantwort aus.

Source: Nature; https://doi.org/10.1038/d41586-020-01221-y

2.4 Kann eine Impfung die Übertragung des SARS-CoV-2-Virus verhindern?

Bislang kann diese Frage noch nicht abschließend beantwortet werden. Nach Angaben von Pfizer suchten deren Wissenschaftler nach Möglichkeiten, die Übertragung des Virus in zukünftigen Studien zu bewerten.

Außerdem beschäftigten sich AstraZeneca und die Universität Oxford mit der Frage, ob ein Impfstoff vor der Übertragung des Virus schützen kann. Anfang Februar 2021 erschien hierzu eine Publikation, welche zeigt, dass die Übertragung von SARS-CoV-2 nach einer Impfung um bis zu 67 % reduziert wird.

Es wird zudem erwartet, dass auch andere Impfungen die Übertragung des Virus durch die Verringerung der Symptome reduzieren könnte; allerdings gibt es im Moment nicht genügend Daten, um eine Aussage darüber zu treffen (Stand 9. April 2021).

2.5 Ist ein COVID-19-Impfstoff nur dann von Nutzen für die Gesellschaft, wenn er die Übertragung verhindert?

Derzeit ist noch nicht gänzlich klar, inwieweit die COVID-19-Impfung zu einer sterilisierenden Immunität führt, d.h. nicht nur eine Erkrankung verhindert, sondern auch die Replikation des Virus und damit die Übertragung unterbindet. Eine kürzlich durchgeführte Studie zeigt, dass die Übertragung des Virus nach einer Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff bis zu 67 % verringert wird.

Die Geschichte hat jedoch gezeigt, dass auch Impfstoffe, die die Übertragung nicht vollständig blockieren, positive Auswirkungen für die Gesellschaft haben. Sicherlich erzeugen nicht alle Impfstoffe für andere Krankheiten, die heute auf dem Markt sind, eine sterilisierende Immunität, wir sehen eher ein Spektrum. Hierzu ein Beispiel:

  • Hepatitis-B-Impfstoffe reduzieren die Replikation des Virus nicht. Dennoch wird in vielen Ländern empfohlen, Neugeborene zu impfen, um diese schwere Krankheit zu verhindern. Weltweit wurden inzwischen mehr als 1 Milliarde Menschen gegen Hepatitis B geimpft, was zu einem deutlichen Rückgang der Prävalenz der Krankheit führte (z.B. 68 % in den USA).
  • Rotavirus-Impfstoffe reduzieren nur die Replikation des Virus, verhindern diese aber nicht. Dennoch macht die daraus resultierende Verringerung der Viruslast eine Übertragung unwahrscheinlicher: 4-10 Jahre nach Einführung sanken die Rotavirus-Infektionen in den USA um 74-90 %.
  • Auch Grippeimpfstoffe sind nicht wirklich sterilisierend im Atemtrakt. Obwohl sich nur etwa 50 % der Erwachsenen gegen die Grippe impfen lassen, hat sich gezeigt, dass Grippeimpfstoffe die Zahl der Krankenhausaufenthalte bei älteren Erwachsenen um schätzungsweise 40 % und die Zahl der Einweisungen in die Intensivstation bei allen Erwachsenen um bis zu 82 % senken.

2.6 Welchen Nutzen haben junge Menschen davon, sich impfen zu lassen?

Auch wenn noch nicht bekannt ist, ob COVID-19-Impfstoffe eine Übertragung verhindern können, ist die Impfung junger Menschen aus folgenden Gründen von Vorteil für die Gesellschaft:

  • Auch wenn junge Menschen nach einer SARS-CoV-2-Infektion seltener unter starken Komplikationen leiden, müssen einige junge Menschen ins Krankenhaus eingeliefert werden oder landen sogar auf der Intensivstation. In Luxemburg zum Beispiel machen Menschen zwischen 20 und 50 Jahren 16,6 % aller Personen aus, die in der Normalversorgung und 15,2 % auf der Intensivstation hospitalisiert werden (Stand 25. Januar 2021). Würden nur alte Menschen geimpft und dann die Hygienemaßnahmen gelockert werden, könnte das Virus noch immer weiterhin grassieren und man würde riskieren, dass spätere höhere Infektionszahlen bei jungen Menschen das Gesundheitssystem belasten und den Tod einiger junger Menschen zur Folge haben.
  • Man sollte zudem bedenken, dass bei etwa 10 % aller Infizierten die Auswirkungen von COVID-19 noch Wochen oder Monate über die anfängliche Erkrankung hinaus andauern. Zu den anhaltenden Symptomen des Coronavirus können Müdigkeit, Atemnot, Schmerzen, die Unfähigkeit, klar zu denken oder sich zu konzentrieren ("brain fog") gehören, was häufig zu Fehlzeiten bei der Arbeit und sicherlich zu einer verminderten Lebensqualität führt. Darüber hinaus kann COVID-19 das Risiko für Blutgerinnsel erhöhen und damit auch nach der Infektion zu tiefen Venenthrombosen, Herzinfarkten und Schlaganfällen führen. Solche Phänomene sind auch bei jungen Menschen beobachtet worden.
  • Beide genannten Komplikationen lösen Gesundheitskosten aus, die weit über denen eines Impfstoffs liegen. Noch wichtiger ist jedoch, dass derzeit nicht vorhergesagt werden kann, wer ein Risiko für die Entwicklung der beiden Arten von Komplikationen hat.

In Anbetracht der hohen Wirksamkeit und Sicherheit der derzeit zugelassenen COVID-19-Impfstoffe ist die Impfung eines möglichst großen Teils der Gesellschaft das Beste, was wir im Moment tun können, um die Pandemie in den Griff zu bekommen.

2.7 Wofür steht das "m" im mRNA-Impfstoff?

Die mRNA ist eine Abkürzung aus dem Englischen und steht für "messenger ribonucleic acid" – auf Deutsch: Boten-Ribonukleinsäure – und ist Teil der grundlegenden Proteinsynthese in allen Organismen, einschließlich des Menschen.

Kurz gesagt, die genetische Information ist im Zellkern in Form von DNA (nicht zu verwechseln mit RNA!) gespeichert. Um diese Information in ein Protein zu übersetzen, das eine bestimmte Funktion ausführt, wird zunächst eine Kopie des betreffenden Teils der DNA (auch "Gen" genannt) erstellt. Diese Kopie wird aus Boten-RNA - oder kurz mRNA - hergestellt und überträgt den Bauplan aus dem Zellkern in das Plasma der Zelle, daher der Begriff. Dort wird die mRNA in einem zellulären Prozess namens Translation verwendet, um das Protein zusammenzusetzen, das durch die genetische Sequenz der RNA kodiert wird.

Die Herstellung von Protein aus mRNA ist also ein sehr grundlegendes Phänomen in der Natur und höheres Leben wäre ohne sie nicht möglich.

Man könnte die DNA mit einer Bibliothek von Kochbüchern vergleichen, die RNA mit einer fotokopierten Seite eines Rezepts (um das Buch nicht zu beschädigen) und das Protein mit dem Gericht, das man nach dem Rezept kocht.

Source: Nature; https://www.nature.com/scitable/topicpage/translation-dna-to-mrna-to-protein-393/

2.8 Kann mRNA unsere genetische Information verändern oder beeinträchtigen?

Nein. Die mRNA unterscheidet sich grundlegend von der DNA und ist daher nicht in der Lage, sich in das menschliche Genom zu integrieren oder es zu beeinflussen. Außerdem befindet sich die menschliche DNA im Zellkern, wo sie ebenfalls vor äußeren Einflüssen geschützt ist; daher kann die mRNA auch physikalisch nicht mit der DNA in Kontakt kommen.

Außerdem ist mRNA (im Gegensatz zur DNA) nicht sehr stabil und wird vom menschlichen Körper recht schnell abgebaut (was auch ein Grund dafür ist, dass bestimmte mRNA-Impfstoffe ständig gekühlt werden müssen).

Einige Viren (wie z. B. HIV) sind jedoch in der Lage, ihre auf RNA basierende Erbinformation in das Genom ihres Wirtes zu integrieren, indem sie daraus DNA herstellen. SARS-CoV-2 fehlt jedoch die dafür notwendige enzymatische Maschinerie, so dass die aus dem SARS-CoV-2-Virus stammende mRNA nicht in der Lage sein wird, einen solchen Prozess in Gang zu setzen.

2.9 Wie sind die aktuellen COVID-19-Impfstoffe getestet worden?

Wie für alle Impfstoffe allgemein üblich, wurden auch die Impfstoffe gegen COVID-19 in großen klinischen Studien getestet. Die Ein- und Ausschlusskriterien für diese Studien variieren von Studie zu Studie; im Allgemeinen werden für diese Studien gesunde Erwachsene rekrutiert, sowohl Männer als auch Frauen.

Die Zulassungen für die Impfstoffe wurden erst erteilt, nachdem die entsprechenden Phasen der klinischen Studien nach internationalen Vorschriften wie bei jedem anderen Medikament erfolgreich durchgeführt wurden.

2.10 Was ist mit den bisher in Russland entwickelten und freigegebenen Impfstoffen?

Der russische Impfstoff mit der Bezeichnung "Sputnik V" basiert auf einem Trägervirus (Adenovirus), das den Bauplan für ein SARS-CoV-2-Antigen einbringt. Die Hersteller geben eine Wirksamkeit von bis zu 90 % an; die genauen Daten zur klinischen Erprobung dieses Impfstoffes wurden kürzlich in ‚The Lancet‘ veröffentlicht. Dennoch wird der Impfstoff in einigen Ländern, darunter Russland, bereits eingesetzt, ist aber noch nicht von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zugelassen.

2.11 Wie wahrscheinlich sind Mutationen des Virus? Kann sich das Virus dadurch der Impfwirkung entziehen, so dass der Impfstoff nicht mehr wirksam ist? 

Generell mutieren RNA-Viren wie SARS-CoV-2 ständig. In den meisten Fällen verändern solche Mutationen die Zusammensetzung und Struktur des Virus nicht oder können sogar dazu führen, dass das Virus inaktiviert wird. Die meisten Mutationen werden zudem in nicht-essentiellen Regionen des genetischen Materials eines Virus beobachtet, so dass sie seine äußere Beschaffenheit nicht ändert.

In einigen Fällen kann eine Mutation auch eine entscheidende Region des Virus verändern, wodurch ein alternatives Protein produziert wird. Wenn die Mutation zufällig in dem kleinen Teil des Proteins auftrat, der als Antigen für die Impfstoffe dient, kann dies Auswirkungen auf die Wirksamkeit der Impfstoffe haben - da die produzierten Antikörper das Protein möglicherweise nicht mehr so gut erkennen wie zuvor.

Um dies zu umgehen, werden typischerweise mehrere Antigene parallel eingesetzt, um alternative und redundante Immunantworten zu erzeugen. Eine gleichzeitige Mutation in all diesen Antigenen und damit eine vollständige Umgehung der impfstoffinduzierten Immunität ist statistisch höchst unwahrscheinlich. Darüber hinaus könnten die neu entwickelten mRNA-Impfstoffe auch relativ schnell angepasst werden, um die Immunreaktion auf die mutierte Form des Virus einzustellen.

Mutationen stellen jedoch eine permanente Eigenschaft des Virus dar, die es ihm ermöglicht, seine Eigenschaften immer wieder zu verändern. Dies unterstreicht erneut, wie wichtig es ist, die Ausbreitung des Virus zu stoppen, um die pandemische Situation so schnell wie möglich einzudämmen.

2.12 Was ist mit den neuen und mutierten Versionen von SARS-CoV-2 (z.B. aus Großbritannien?) Wirkt der Impfstoff auch in diesem Fall?

Nach aktuellen Studien gibt es keine Hinweise darauf, dass die aktuellen Impfstoffe gegen die britische Variante des Coronavirus nicht wirken. Allerdings wird derzeit diskutiert, dass die in Südafrika gefundene Mutation die Wirkung der Impfung bis zu einem gewissen Grad beeinträchtigt.

Generell treten Mutationen in RNA-Viren häufig auf, so dass es sein kann, dass Mutationen in Zukunft auch die Wirksamkeit der Impfung beeinflussen, sie entweder abschwächen oder verbessern. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es sich um einen allmählichen Prozess handelt und dass ein Antikörperschutz durch die Impfung nicht durch eine einzige Mutation verschwindet.

2.13 Ist das Spike-Protein, das als Zielprotein (Antigen) für den Impfstoff dient, einzigartig für das SARS-CoV-2 oder kommt es auch natürlich im menschlichen Körper vor? Ist die Immunreaktion also spezifisch genug, um nur das Virus zu eliminieren und nicht Teile des menschlichen Körpers anzugreifen?

Virusproteine haben eine bestimmte Funktion, z. B. den Kontakt mit der Wirtszelle herzustellen und die Internalisierung in die Zelle einzuleiten. Bei SARS-CoV-2 übernimmt das sogenannte Spike-Protein diese Aufgaben und steht deshalb auch im Fokus vieler Impfstoffe. Die aktuellen Impfstoffe zielen auf mehrere Teile dieses Spike-Proteins, damit das Immunsystem es erkennen kann. Diese Redundanz sorgt dafür, dass das Spike-Protein auch dann als pathogenes Protein erkannt wird, wenn sich Teile davon durch Mutationen verändern.

Der menschliche Körper wiederum kennt diese Art von Molekülen nicht, da sie sich sowohl in ihrer Funktion als auch in ihrer Struktur von den molekularen Mechanismen im menschlichen Körper unterscheiden. Die nach einer Impfung gebildeten Antikörper können daher nicht Teile des menschlichen Körpers angreifen, sondern greifen bei einer Infektion gezielt das Virus an.

Im Vergleich zu anderen Viren werden die einzelnen Teile des Virus zur Klassifizierung des Virus herangezogen und bestimmen auch seine einzigartigen Eigenschaften. Daher macht die Proteinzusammensetzung eines Virus auch seine Einzigartigkeit aus und somit sind die Impfstoffe gegen ein bestimmtes Antigen spezifisch für dieses Virus.

2.14 Können Langzeitwirkungen des Impfstoffs vorhergesagt werden?

Auf der Grundlage allgemeiner wissenschaftlicher Erkenntnisse sind keine schwerwiegenden Langzeitnebenwirkungen zu erwarten, die spezifisch für die derzeit verfügbaren SARS-CoV-2-Impfstoffe sind.

Typischerweise sind die Nebenwirkungen geringfügig und treten direkt nach der Impfung auf und verschwinden spätestens nach ein paar Tagen. Daher werden geimpfte Personen gebeten, nach der Impfung noch eine kurze Zeit in den Impfzentren zu bleiben, um ihr Wohlbefinden zu gewährleisten.

2.15 Woraus besteht der Impfstoff?

Der Hauptbestandteil aller COVID-19-Impfstoffe ist Wasser, in dem der Wirkstoff und die Adjuvantien aufgelöst sind. Der Wirkstoff ist entweder ein Satz von mRNA-Strängen, die in Lipidtröpfchen eingeschlossen sind (Moderna und Pfizer/BioNTech-Impfstoff) oder ein modifiziertes Träger-Virus (AstraZeneca). Adjuvanzien wie Polymere, Zucker und Salze helfen, den Impfstoff zu stabilisieren und seine Wirksamkeit zu gewährleisten.

Im Impfstoff sind keine tierischen Produkte oder Bestandteile enthalten.

2.16 Wird die Impfung auch gegen die mutierten Varianten von SARS-CoV-2 helfen?

Dies hängt stark von der jeweiligen Mutation ab, aber im Allgemeinen wird der Schutz, der durch die Impfung entsteht, auch bei mutierten Varianten nicht vollständig verschwinden.

Stand 18. Februar 2021 sind mehrere Mutationen des neuen Coronavirus entdeckt worden. Zu den am häufigsten diskutierten Mutationen gehören der B.1.1.7-Stamm, auch "Großbritannien-Variante" genannt, und der B.1.351-Stamm, der auch als "Südafrika-Variante" bezeichnet wird. Studien, die die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen diese Varianten untersuchen, sind derzeit noch im Gange. Der aktuelle Konsens ist jedoch, dass die Impfstoffe gegen die Großbritannien-Variante die gleiche Wirksamkeit haben, während sie gegen die Variante aus Südafrika etwas weniger wirksam sein könnten. Bemerkenswert ist, dass beide Mutationen die Übertragung des Virus selbst erhöhen, was wiederum unterstreicht, wie wichtig es ist, die Bevölkerung schnell zu immunisieren. 

Da die Mutationen typischerweise nur einen kleinen Teil des Virus verändern, sind Antikörper möglicherweise in der Lage, das Virus bis zu einem gewissen Grad zu erkennen, so dass die Impfung immer noch eine Wirkung hat. Dieser Artikel beschreibt den Zusammenhang zwischen den aktuellen Mutationen und der Entwicklung von Impfstoffen.

2.17 Welche Adenoviren werden für den Impfstoff von AstraZeneca verwendet?

AstraZeneca verwendet das modifizierte Schimpansen-Adenovirus ChAdOx1 als Vektor, um den Bauplan für das Spike-Protein zu liefern (weitere Informationen im EU Clinical Trials Register).

Dieser Vektor wird derzeit sowohl für die erste als auch für die zweite Injektion verwendet. Bei Personen, die bereits Antikörper gegen diesen speziellen Vektortyp entwickelt haben, könnte die Impfung allerdings etwas weniger effizient sein. Daher setzen andere Vakzine wie der russische Sputnik V Impfstoff bei den nachfolgenden Injektionen auf zwei verschiedene Vektoren. Derzeit arbeiten AstraZeneca und der Entwickler des russischen Impfstoffs zusammen, um den verwendeten Vektor auszutauschen und den Impfstoff noch effizienter zu machen.

Weitere Informationen über den Impfstoff von AstraZeneca finden Sie auf der Website der European Medicine Agency.

2.18 Warum sollte auch der Impfstoff von AstraZeneca eingesetzt werden?

Alle derzeit auf dem Markt befindlichen Impfstoffe inklusive dem Vakzin von AstraZeneca bieten einen vergleichbaren und erheblichen Schutz gegen schwere Fälle von COVID-19. Der Impfstoff von AstraZeneca beruht auf einem anderen Mechanismus, um eine Immunantwort zu erzeugen und hat sich bei der Verhinderung leichter Verläufe von COVID-19 als weniger effizient erwiesen. Jedoch weist er mehrere andere Vorteile auf (Transport bei gemäßigten Temperaturen, höhere Stabilität, etc.). Um möglichst vielen Menschen Schutz zu bieten, ist der parallele Einsatz mehrerer Impfstoffe zur Beendigung der Pandemie unumgänglich.

in Bezug auf die Sicherheit der Impfstoffe

3.1 Wie kann man gewährleisten, dass die Impfstoffe sicher sind?

Alle COVID-19-Impfstoffe werden nach den gleichen gesetzlichen Vorgaben entwickelt wie andere Arten von Medikamenten. Wie bei allen Medikamenten werden die Wirkungen der COVID-19-Impfstoffe zunächst im Labor (an Zellen und Tiermodellen) und in einer späteren Phase an menschlichen Probanden getestet. Es gibt mehrere Stufen der Erprobung am Menschen, die als Phasen der klinischen Prüfung bezeichnet werden. In jeder Phase müssen sie viele Tests bestehen, um in die nächste Phase zu gelangen, bis sie schließlich von der Europäischen Arzneimittelagentur zugelassen werden können:

Die vorklinische Prüfung:
Der entwickelte Impfstoff wird im Labor an Zellkulturen oder Tiermodellen getestet. Hier werden Wirksamkeit, Toxizität und Pharmakokinetik untersucht. Bis zum Abschluss der präklinischen Tests werden keine Tests am Menschen durchgeführt.

Klinische Prüfung - Phase 1:
Gesunde Freiwillige werden rekrutiert, um die Sicherheit und Wirksamkeit des Medikaments zu testen. Es werden ggf. auch verschiedene Dosen getestet und die mögliche Dosierung des Impfstoffs wird bewertet. Unerwünschte Wirkungen werden in dieser Phase sehr genau überwacht.

Klinische Prüfung - Phase 2:
Freiwillige Patienten (normalerweise mehrere Hundert) werden rekrutiert, um die Wirksamkeit des Medikaments zu testen. Die Nebenwirkungen werden im Hinblick auf den Wirkmechanismus des Impfstoffs genau beobachtet.

Klinische Prüfung - Phase 3:
Mehrere Hundert bis mehrere Tausend freiwillige Patienten werden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhält den neuen Impfstoff, während die andere Gruppe die Standardbehandlung oder ein Placebo erhält, wenn es keinen alternativen Impfstoff gibt. Nur wenn der getestete Impfstoff eine signifikante Verbesserung der Behandlung nachgewiesen hat und alle Sicherheitskriterien besteht, kann die Zulassung durch die Behörden erfolgen.

Klinische Prüfung - Phase 4:
Diese Phase wird nach der Zulassung des Impfstoffs in den Folgejahren durchgeführt. Das Auftreten von seltenen Nebenwirkungen wird überwacht. Dabei ist zu beachten, dass bei Impfstoffen generell keine Langzeitwirkungen zu erwarten sind.

3.2 Warum ging die Entwicklung und Zulassung so schnell – und beeinträchtigt dies nicht die Sicherheit?

Eine bemerkenswerte Beobachtung bei COVID-19-Impfstoffen ist die Geschwindigkeit ihrer Entwicklung. Eine mögliche Zulassung wird durch den öffentlichen Gesundheitsnotstand und das umfangreiche Vorwissen durch die SARS-Epidemie 2002/2003 beschleunigt.

Die große Zahl der Infizierten erlaubte es auch, schnell eine ausreichende Anzahl von Teilnehmern für die Studie zu rekrutieren, was oft ein Engpass bei klinischen Prüfungen ist.

Dank eines Rolling-Review-Verfahrens konnten die Prüfverfahren für die Zulassung des Medikaments zudem schneller als üblich eingeleitet werden, um die Daten der Unternehmen in möglichst kurzen Zeiträumen zu bewerten: Es wurden gleichzeitig zur Bearbeitung ständig neue wissenschaftliche Informationen und Ergebnisse aus den klinischen Studien ausgetauscht, um sicherzustellen, dass alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden, die auch für andere Impfstoffe vorgeschrieben sind.

Eine genauere Erläuterung finden Sie auch unten im Abschnitt „Forschungszusammenhang“ oder im Interview mit Prof. Rudi Balling.

3.3 Wie und von wem wird der Zulassungsprozess durchgeführt?

Für Europa erfolgt die Zulassung von Impfstoffen durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA). Dieses YouTube-Video beschreibt den Prozess der Zulassung durch die EMA. Weitere Informationen zur Zulassung von Medikamenten und Impfstoffen finden Sie auf der Webseite der EMA.

Ausführlichere Informationen darüber, wie Impfstoffe und andere Arzneimittel in der EU bewertet und zugelassen werden, finden Sie auf der Webseite der EMA.

3.4 Welche Nebenwirkungen sind bei der Impfung bekannt?

Wie bei den meisten anderen Impfungen sind übliche Nebenwirkungen wie Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen an der Injektionsstelle bekannt geworden. Darüber hinaus können in den ersten drei Tagen nach der Impfung Müdigkeit, Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen auftreten. Solche Reaktionen sind in der Regel mild und verschwinden nach ein paar Tagen. Sie sind ein Zeichen dafür, dass der Körper auf den Impfstoff reagiert, was auf eine beginnende Immunreaktion hinweist und somit auch als positives Zeichen gewertet werden kann.

In Einzelfällen wurde auch von allergischen Schocks berichtet. Die meisten der Betroffenen hatten bereits vor der Impfung schwere Allergien und wurden im Nachhinein erfolgreich gegen den allergischen Schock behandelt. Das Phänomen allergischer Reaktionen wird derzeit eingehend untersucht, obwohl es sich generell um Einzelfälle handelte und der Gesamtnutzen des Impfstoffs noch immer deutlich das mögliche und sehr geringe Risiko diesbezüglich überwiegt.

Zu beachten ist auch, dass allergische Reaktionen auf Impfstoffe zum Teil auch beobachtet wurden und eher auf die Adjuvantien im Impfstoff (z. B. Stabilisatoren) als auf den Wirkstoff selbst zurückzuführen sind.

Wenn bei Ihnen in der Vergangenheit bereits allergische Reaktionen aufgetreten sind, kann Ihr Arzt Sie zu diesem Thema beraten und Sie über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse informieren.

3.5 Wie werden (langfristige) Nebenwirkungen von Impfstoffen untersucht?

Alle Impfstoffe und Medikamente werden nach ihrer Zulassung, zum Beispiel durch die Europäische Arzneimittelagentur, einer Überwachung unterzogen. Diese dauern oft über Jahre an.

Wie dies für die COVID-19-Impfstoffe geschehen wird, kann auf der Website der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) nachgelesen werden.

Der Plan umfasst zum Beispiel neue Berichtspflichten für Unternehmen, die zusätzlich zu den regelmäßigen Aktualisierungen, die die Gesetzgebung vorsieht, monatliche Zusammenfassungen der Sicherheitsberichte einreichen müssen. Darüber hinaus erklärt der Plan detailliert die wissenschaftlichen Studien, die bereits durchgeführt werden, um die Sicherheit, Wirksamkeit und Reichweite der COVID-19-Impfstoffe nach deren Zulassung zu überwachen. Schließlich beschreibt er die außergewöhnlichen Transparenzmaßnahmen der EMA sowie die Art und Weise, wie die Agentur mit einem breiten Spektrum von Interessengruppen in Kontakt treten will.

3.6 Wann treten Nebenwirkungen von Impfstoffen in der Regel auf?

Typischerweise treten Nebenwirkungen, wie oben beschrieben, am selben Tag bis zu einigen Tagen nach der Impfung auf. In der Regel sind solche Wirkungen vergleichsweise mild und zeigen den Beginn einer Immunreaktion an. Da Nebenwirkungen typischerweise nur innerhalb von Minuten nach der Impfung auftreten, werden die Personen gebeten, nach der Injektion noch eine kurze Zeit im Impfzentrum zu bleiben. Auf diese Weise können mögliche allergische Reaktionen direkt bemerkt und leicht behandelt werden.

Langfristige Auswirkungen von Impfungen sind bei den gängigen Impfverfahren generell nicht bekannt. Da die mRNA-Impfstoffe im Vergleich zu den etablierten Impfstoffen sehr ähnliche Adjuvantien verwenden, gibt es bisher auch keinen Grund, eine besondere Langzeitwirkung dieser Impfstoffklasse anzunehmen.

3.7 Können Langzeiteffekte nach der Impfung auftreten?

Langfristige Auswirkungen von Impfungen sind bei den gängigen Impfverfahren generell nicht bekannt. Da die mRNA-Impfstoffe im Vergleich zu den etablierten Impfstoffen sehr ähnliche Adjuvantien verwenden und die mRNA selbst nach Erfüllung ihres Zwecks schnell abgebaut wird, gibt es bisher auch keinen Grund, eine besondere Langzeitwirkung dieser Impfstoffklasse anzunehmen.

3.8 Wie hoch ist das Risiko einer Autoimmunerkrankung bei der Verwendung von Impfstoffen?

Bislang konnte für keinen der zahlreichen in klinischen Studien untersuchten Impfstoffe nachgewiesen werden, dass er Autoimmunerkrankungen auslöst. Solche Krankheiten treten dann auf, wenn der menschliche Körper eine Immunreaktion gegen sich selbst auslöst. Einige Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Diabetes können eine solche Autoimmunreaktion auslösen.

Die Impfstoffe, die verwendet werden, um die Immunreaktion gegen einen Erreger auszulösen, verursachen jedoch in der Regel eine sehr definierte Immunreaktion, die bisher für keinen zugelassenen Impfstoff eine Autoimmunität auslösen konnte. Dennoch untersuchen Forscher das Potenzial neuer Impfstoffe, Autoimmunität auszulösen. 

Bislang konnte für keinen der zahlreichen in klinischen Studien untersuchten Impfstoffe nachgewiesen werden, dass er Autoimmunerkrankungen auslöst. Solche Krankheiten treten generell auf, wenn der menschliche Körper eine Immunreaktion gegen sich selbst auslöst. Einige Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Diabetes können beispielsweise eine Autoimmunreaktion auslösen. Die verwendeten Impfstoffe, verursachen jedoch in der Regel eine sehr definierte Immunreaktion gegen einen Erreger. Bisher ist daher vom keinem zugelassenen Impfstoff bekannt, dass er eine Autoimmunität auslösen könnte. Dennoch wird dieses Potential stetig von Forschern untersucht.

3.9 Sollten schwangere oder stillende Frauen geimpft werden?

Schwangere und stillende Frauen wurden nicht in die für die Zulassung durchgeführten COVID-19-Impfstoffstudien einbezogen. Derzeit untersuchen Wissenschaftler mögliche Auswirkungen speziell für Frauen, die zu diesen Gruppen gehören. Solange diese Studien nicht abgeschlossen sind, ist unklar, ob die Impfungen bei schwangeren oder stillenden Frauen sicher angewendet werden können.

Weitere Informationen über die nationale Vorgehensweise bei der Impfung in Luxemburg finden Sie unter www.covid19.lu.

3.10 Sollten Kinder geimpft werden?

Die derzeit zugelassenen COVID-19-Impfstoffe (Stand 9. April 2021) sind nicht für Kinder unter 16 Jahren zugelassen, da diese noch nicht in die klinischen Studien zur Zulassung der Impfstoffe einbezogen wurden.

Einer der Gründe dafür ist, dass die geeignete Dosis für Kinder verschiedener Altersgruppen noch ermittelt werden muss. Wie bei anderen Medikamenten auch, sollten Kinder nicht die gleiche Menge an Impfstoff erhalten wie Erwachsene, sondern die geeignete Dosis muss auf ihren Entwicklungsstand abgestimmt werden. Generell ist auch in Zukunft eine angepasste Impfung für Kinder zu erwarten, da COVID-19 auch bei Kindern selten einen schweren Verlauf nehmen kann.

3.11 Kann die COVID-19 Impfung die Fruchtbarkeit beeinflussen?

Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass die Impfung die Fruchtbarkeit in irgendeiner Weise beeinflussen kann. Die Impfung löst die Produktion eines viralen Proteins aus, welches eine Immunreaktion hervorruft. Da diese Reaktion sehr spezifisch ist, wirkt sie sich im Allgemeinen nicht auf Proteine des menschlichen Körpers aus, die sich sowohl in ihrer Zusammensetzung als auch in ihrer Funktion unterscheiden.

3.12 Sollten sich Menschen mit chronischen oder idiopathischen Allergien impfen lassen? 

Bei einigen Menschen mit bekannten Allergien in der Anamnese löste die Impfung innerhalb von Minuten nach der Injektion eine allergische Reaktion aus. In einer systematischen Studie des Centers for Disease Control (CDC) entwickelten jedoch von 1,89 Millionen Menschen nur 21 eine schwere allergische Reaktion, die alle sofort erfolgreich behandelt werden konnten.

Die individuelle Frage, ob sich eine Person mit Allergien impfen lassen sollte, hängt von der jeweiligen Person ab und sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Weitere Informationen zu den Sicherheitsmerkmalen finden Sie in unserem Interview mit Prof. Dirk Brenner.

3.13 Besteht im Zusammenhang mit dem Impfstoff von AstraZeneca ein erhöhtes Risiko für Personen mit Neigung zu kardiovaskulären Problemen, wie beispielsweise Thrombose?

In wenigen Fällen wurden bei Personen, die mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpft wurden, Ereignisse von Thromboembolien beobachtet. Ein kausaler Zusammenhang konnte jedoch bisher nicht nachgewiesen werden (Stand: 7. April 2021).

Insgesamt wurden 17 Millionen Dosen des Impfstoffs verabreicht, wobei nur ein paar Dutzend Thrombose-Ereignisse gemeldet wurden, von denen einige zum Tod geführt haben. Diese Fälle werden sorgfältig untersucht.

Einige Länder haben kürzlich beschlossen, die weitere Verwendung dieses speziellen Impfstoffs als Vorsichtsmaßnahme auszusetzen. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) kam jedoch zu dem Schluss, dass die Vorteile des Impfstoffs nach wie vor überwiegen. Luxemburg hat beschlossen, der Empfehlung der EMA zu folgen und die Verwendung des Impfstoffs von AstraZeneca wieder aufzunehmen.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel über den AstraZeneca-Impfstoff.

zum logistischen Ablauf der COVID-19-Impfung

4.1 Wie viele Injektionen werden verabreicht und wie lange müssen diese zeitlich auseinanderliegen?

Die Anzahl der notwendigen Injektionen hängt von der Art des COVID-19-Impfstoffs ab. Bei den meisten derzeit verfügbaren Impfstoffen sind zwei Injektionen mit einem Abstand von 3-6 Wochen zwischen den einzelnen Injektionen erforderlich. Diese spezifischen Abstände wurden in klinischen Studien ermittelt, um die Immunreaktion zu optimieren.

Das medizinische Fachpersonal, das die Impfung durchführt, kann Ihnen je nach Art des verwendeten Impfstoffs alle weiteren Informationen geben.

4.2 Wann und wo kann ich mich impfen lassen? 

Die Bevölkerung Luxemburgs wird nach verschiedenen Prioritätsstufen geimpft, in die jeder je nach Alter, Beruf und anderen Faktoren eingeteilt wurde. Jeder Einwohner erhält per Post einen Brief mit einem personalisierten Code, mit dem er innerhalb von zwei Wochen einen Termin im nationalen Impfzentrum buchen kann.

Der Termin zur Impfung (sowie auch der Folgetermin) kann über covidvaccination.lu gebucht werden. Weitere Informationen über die nationale Impfstrategie finden Sie hier: covid19.lu

4.3 Warum wird die Impfung in einem Impfzentrum durchgeführt und nicht bei meinem behandelnden Arzt?

Im Moment ist die Menge des verfügbaren Impfstoffs sehr begrenzt, und er ist noch nicht auf dem öffentlichen Markt erhältlich. Wie andere Länder auch, wird die luxemburgische Regierung daher den Impfstoff in zentralen Zentren verabreichen.

Außerdem müssen die verschiedenen Impfstoffe bei kalten Temperaturen (bis zu -80 Grad) gelagert werden, was für Allgemeinmediziner in der Regel nicht ohne weiteres machbar ist.

4.4 Wie kann ich sicher sein, dass die Kühlkette und damit der Impfstoff intakt ist?

Da der Impfstoff zentral gelagert und verabreicht wird, wird die strikte Einhaltung der Kühlkette behördlicherseits sichergestellt. Es wird mit höchster Sorgfalt darauf geachtet, dass nur Impfstoffe verabreicht werden, die entsprechend den spezifischen Anforderungen gelagert und transportiert wurden, um die Kühlkette ununterbrochen einzuhalten.

4.5 Wie melde ich, wenn ich nach der Verabreichung des COVID-19-Impfstoffs eine schwere allergische oder ähnliche Reaktion hatte?

Wenn bei Ihnen nach der Impfung Nebenwirkungen auftreten, die über die oben beschriebenen allgemeinen Reaktionen hinausgehen, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie Nebenwirkungen feststellen, die in direktem Zusammenhang mit dem Impfstoff stehen, können Sie diese auch direkt über das nationale Meldesystem melden.

4.6 Können Grenzgänger sich in Luxemburg impfen lassen?

Grenzgänger können in Luxemburg geimpft werden, wenn sie im Gesundheitswesen tätig sind. Alle anderen Impfphasen sind nur für Einwohner anhand von Kriterien bezüglich des Alters und der Gefährdung von der Regierung definiert. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Regierung

4.7 Wird die Universität eine Impfung auf dem Campus organisieren?

Derzeit wird die Impfung in Luxemburg nur in spezialisierten Impfzentren organisiert. Grenzgänger können in Luxemburg geimpft werden, wenn sie im Gesundheitswesen tätig sind. Alle anderen Impfphasen hat die Regierung nur für Einwohner anhand von Kriterien bezüglich des Alters und der Gefährdung festgelegt. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Regierung.

4.8 Muss ich meinen Hausarzt kontaktieren, um mich für die Impfung anzumelden?

Alle Einwohner Luxemburgs (nicht nur die mit CNS-Zugehörigkeit) sind für die Impfung berechtigt und erhalten automatisch eine Einladung.

4.9 Kann ich mir in Luxemburg den Impfstoff aussuchen, den ich in bekomme?

Da der Schutz, den die derzeit verfügbaren Impfstoffe bieten, sowie ihre Sicherheit als sehr ähnlich angesehen werden, ist aufgrund der komplexen Logistik einer landesweiten Verteilung derzeit keine Wahl des Impfstoffs möglich.

Bei der Anmeldung zu Ihrem Termin werden Sie gebeten, einige medizinische Hintergrundinformationen anzugeben. Auf dieser Grundlage wird von den Behörden entschieden, welcher Impfstoff am besten zu Ihrem Profil passt.

4.10 Wie sind die Schritte, nachdem ich meine Einladung zur Impfung erhalten habe?

Nachdem Sie Ihr persönliches Schreiben erhalten haben, können Sie online einen Termin in einem der nationalen Impfzentren in Luxemburg mit einer Frist von 2 Wochen buchen, ähnlich dem Verfahren des Large-Scale-Testings. Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen InfoVAXX-Seite der Regierung.

4.11 Was passiert, wenn ich meinen Termin verpasse?

Das Versäumen eines vereinbarten Termins für die Impfung sollte vermieden werden, da eine effiziente Verteilung der Impfung eine komplexe Logistik beinhaltet, die auch von der Einhaltung vereinbarter Termine abhängt.

Sollten Sie dennoch aus irgendeinem Grund Ihren Termin versäumen, sollten Sie umgehend die telefonische Hotline auf der offiziellen infoVAXX-Seite anrufen, um eine individuelle Lösung zu finden.

Wenn Sie auf das Einladungsschreiben zur Vereinbarung eines Termins für die Impfung innerhalb des angegebenen Zeitraums überhaupt nicht antworten, verlieren Sie Ihre derzeitige Priorität sich impfen zu lassen, um Verzögerungen beim Rollout der Impfung zu vermeiden.

4.12 Was kann ich tun, wenn ich der Meinung bin, dass ich zu einer Gruppe mit höherer Priorität für den Impf-Rollout gehöre, z.B. weil ich eine Komorbidität habe?

Die Einteilung in die verschiedenen Phasen innerhalb der nationalen Strategie ist eine medizinische Entscheidung. Die Zuordnung der Komorbiditäten zu den einzelnen Phasen wurde vom Nationalen Komitee für Infektionskrankheiten in Luxemburg empfohlen. Daher müssen die Betroffenen ihren behandelnden Arzt aufsuchen, um sich eine Bescheinigung ausstellen zu lassen aus der hervorgeht, dass die Priorität für die Impfung erhöht werden muss. Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen infoVAXX-Seite der Regierung.

4.13 Erhalten Personen, die zuvor eine SARS-CoV-2-Infektion hatten, weniger Dosen des Impfstoffs?

In Luxemburg werden auch die Personen mit einer früheren Infektion die normale Anzahl von Dosen erhalten, abhängig vom Typ des Impfstoffs.

Zwar wird in einigen Ländern derzeit diskutiert, Personen die früher eine SARS-CoV-2-Infektion hatten und nun genesen sind, nur eine statt zwei Impfstoffdosen zu verabreichen. Da aber bisher nur wenige Langzeitdaten vorliegen, kann noch nicht abschließen gesagt werden, ob der Schutz bei einer Dosisreduktion in solchen Fällen ausreichend ist.

Sonstige

5.1 Warum wurde der Impfstoff so schnell entwickelt, während die Erforschung von Therapien für Krankheiten wie Krebs, Parkinson oder Alzheimer jahrzehntelange Arbeit erfordert und immer noch nicht abgeschlossen ist?

Es ist richtig, dass üblicherweise die Neuentwicklung eines Medikaments oder Impfstoffs mehrere Jahre der Forschung und klinischer Studien benötigt. Es gibt jedoch mehrere Gründe, warum dieser Prozess im Fall der COVID-19-Impfstoffe deutlich beschleunigt wurde:

  • Das Wissen über das Design und die Entwicklung von effizienten Impfstoffen ist seit vielen Jahrzehnten vorhanden. Zudem ist auch der Mechanismus der Immunität bei einer Infektion gut erforscht. Dies stellt einen fundamentalen Unterschied zu Krankheiten dar, bei denen die genaue Ursache bis heute nicht bekannt ist, wie z.B. bei neurodegenerativen Erkrankungen oder vielen Krebsarten und chronischen Krankheiten.
  • Die globale Bedrohung durch das Virus wurde schnell deutlich. So wurde bereits Anfang 2020 ein enormer Aufwand an Ressourcen und Personal betrieben, um die Entwicklung eines Impfstoffes zu beginnen.
  • Bereits während der Ausbrüche von SARS-CoV-1 und MERS-CoV im Jahr 2002 bzw. 2012 wurde an Impfstoffen gegen diese Viren geforscht. Obwohl das SARS-CoV-2-Virus, das COVID-19 verursacht, etwas anders ist, gehören auch die beiden anderen Viren zur Familie der Coronaviren. Insbesondere die jeweiligen Gegenstücke des SARS-CoV-2-Spike-Proteins, das jetzt das Hauptziel für die meisten Impfstoffe ist, wurden bereits ausgiebig untersucht. Die Forschung könnte also enorm von den bisherigen Erfahrungen bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen Coronaviren profitieren.
  • Technisch gesehen ist die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das SARS-CoV-2-Virus relativ einfach, verglichen mit anderen Viren wie HIV. Daher konnten schnelle Fortschritte erzielt werden, da auch die finanziellen Mittel von Forschungseinrichtungen und Regierungen weltweit bereitwillig zur Verfügung gestellt wurden. Ein außergewöhnlich hohes Maß an Kooperation zwischen privaten und öffentlichen Partnern hatte dazu geführt, dass innerhalb weniger Monate mehr als 260 Impfstoffkandidaten entwickelt werden konnten, die vor der Zulassung alle die üblichen Zulassungs- und Sicherheitstests bestehen müssen. Die schiere Anzahl der potenziellen Impfstoffe wurde somit erhöht und somit die Wahrscheinlichkeit, einen erfolgreichen Kandidaten zu entdecken.
  • In Ausnahmefällen kann ein sogenanntes "rolling review"-Verfahren angewendet werden, das bedeutet, dass die Behörden bereits auf die Daten des Impfstoffs zugreifen können, während die klinische Studie noch läuft. Das bedeutet nicht, dass der Impfstoff ohne klinische Studien zugelassen wird, aber das bürokratische Verfahren zur Zulassung kann etwas früher begonnen und damit der gesamte Prozess beschleunigt werden.
  • Der unmittelbare Faden zur Bevölkerung hat auch zu einer ungewöhnlich hohen Anzahl von Freiwilligen geführt, die an klinischen Studien teilnehmen. Zusammen mit einer steigenden Zahl von Infektionen in der Bevölkerung ermöglichte dies die Durchführung der klinischen Studien im schnellstmöglichen Zeitrahmen und eine gründliche Beobachtung möglicher Nebenwirkungen.

Trotz dieser beschleunigten Impfstoffentwicklung müssen alle neuen COVID-19-Impfstoffe die gleichen Sicherheitsstandards erfüllen, um in der Europäischen Union zugelassen zu werden, wie alle anderen Impfstoffe auch.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der EMA.

5.2 Gab es schon andere Coronaviren?

Das Schwere Akute Respiratorische Syndrom (SARS) und das Middle East Respiratory Syndrom (MERS) sind zwei Krankheiten, die durch Coronaviren verursacht werden, die eng mit SARS-CoV-2 verwandt sind. Wissenschaftler begannen nach deren Entdeckung in den Jahren 2003 und 2012 mit der Entwicklung von Impfstoffen gegen diese Krankheiten. Sie kamen jedoch nie über die frühen Stadien der Entwicklung und Erprobung hinaus, was vor allem an mangelndem Interesse lag, da die Viren recht bald nach ihrem Ausbruch wieder verschwanden. Diese frühere Impfstoffforschung war jedoch sehr hilfreich für die Entwicklung des COVID-19-Impfstoffs.

Außerdem sind mehrere andere vergleichbar harmlose Varianten von Coronaviren bekannt, die eine gewöhnliche Erkältung ohne Langzeitfolgen verursachen.

5.3 Wo kann ich weitere Informationen finden?

Die offizielle infoVAXX-Seite der Regierung gibt einen detaillierten Überblick über die nationale Impfstrategie und beantwortet viele häufig gestellte Fragen hin.

Die Impfkampagne wird auch auf europäischer und internationaler Ebene genau beobachtet. Weitere aktuelle Informationen zum Thema finden Sie auf den Seiten der WHO und der EMA.

Wenn Sie Fragen zu Ihrem persönlichen Zustand haben, wie z. B. zu Komorbiditäten oder anderen möglichen Risikofaktoren, die die Impfung beeinträchtigen könnten, sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Abschließend zusammengefasst noch 5 Gründe, warum Sie sich impfen lassen sollten:

  • um so schnell wie möglich zu einem Lebensstil wie vor der Pandemie zurückzukehren
  • um zu verhindern, dass sich die große Mehrheit der Menschen ansteckt
  • um dabei zu helfen, so viele Menschen wie möglich gesund zu halten
  • um die soziale und psychosoziale Belastung der Menschen durch die Krankheit zu verringern
  • um die Belastung des Gesundheitssystems zu verringern und dessen Ressourcen freizusetzen

Weitere Informationen darüber, wie Impfstoffe und andere Arzneimittel in der EU bewertet und zugelassen werden, sowie Neuigkeiten über neu entwickelte Impfstoffe finden Sie auf der Website der EMA.