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Erweiterung der Kollaborationserfahrungen durch digitale Innovation

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Veröffentlicht am Dienstag, den 14. Dezember 2021

Die Universität Luxemburg, Cisco Systems und SCRIPT (Service de coordination de la recherche et de l’innovation pedagogiques et technologiques) des Ministeriums für Bildung, Kinder und Jugend geben ein neues gemeinsames Forschungsprogramm bekannt – „Collaboration 21“ –, das die digitale Transformation in Lern- und Arbeitsumgebungen vorantreiben soll. Die öffentlich-private Partnerschaft konzentriert sich auf aktuelle Herausforderungen wie Teamfähigkeiten, Re-Skilling und Fernarbeit oder das Lernen in einer digital ausgerichteten Gesellschaft.

Das Projekt basiert auf drei Säulen (Partnerschaft, Interdisziplinarität, lebendes Labor), auf deren Grundlage die Forschenden digitale Technologien wirkungsvoll einsetzen wollen, um die Zusammenarbeit sowie Lernerfahrungen zu verbessern. Das Programm folgt einem interdisziplinären Ansatz, der Schlüsseldisziplinen wie kognitive Psychologie, Bildung, Informatik, Mensch-Computer-Interaktion/Nutzererlebnis, Architektur und sozio-technische Sicherheit umfasst. Die Forschung soll den Technologietransfer und messbare Ergebnisse ermöglichen. So wird die Forschung Schritt für Schritt in ein „lebendiges Labor“ integriert, wodurch Erkenntnisse schnell in Testumgebungen übertragen werden können.

Das Programm erhielt den Industrial Partnership Block Grant (IPBG) des National Research Fund (FNR). Es ist auf eine Dauer von sechs Jahren festgelegt und sieht die Einstellung von 10 Doktoranden sowie vier wissenschaftlichen Mitarbeitenden vor.

Die Ergebnisse des Projekts sollen das Erlernen neuer Fähigkeiten unterstützen sowie Studierenden und Erwerbstätigen intelligente Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, um ihre Fähigkeiten und Erfahrungen im Bereich der Zusammenarbeit zu erweitern“, erklärt Prof. Vincent Koenig, Programmkoordinator. „Forschende aus verschiedenen Bereichen werden zu dem Projekt beitragen, indem sie Herausforderungen in ihren Fachbereichen angehen.“

Nachholbedarf im Bereich Globalisierung und Digitalisierung

Der gesamte Bildungsbereich steht vor der Herausforderung, mit dem Tempo der Digitalisierung Schritt zu halten. Heute sieht sich ein Teil der europäischen Arbeitskräfte einem Arbeitsmarkt gegenüber, in dem ihnen bestimmte Fähigkeiten fehlen, und diese Diskrepanz wird in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter wachsen. Die Lücke zwischen Bildungsprogrammen und den Fähigkeiten, die für das zukünftige berufliche, bürgerliche und private Leben erforderlich sind, zu schließen, hat daher sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor Priorität.

Im Rahmen von Collaboration 21 werden innovative Technologien und neuartige pädagogische Konzepte erforscht, die Technologie wirkungsvoll einsetzen, anstatt analoge Konzepte in die digitale Welt zu übertragen. Auf Basis dieser Forschungsergebnisse sollen dann neue nutzer- und zweckorientierte Technologien entwickelt werden.

Da die Zukunft der luxemburgischen Wirtschaft im Datenbereich liegt, wird sie auf neuen digitalen Technologien (einschließlich Automatisierung und Robotik) aufbauen und sich über die klassischen Bereiche der Finanz- und Fertigungsindustrien hinaus auf neue Bereiche wie die Weltraum- und Teilchenphysik ausweiten. Aus diesem Grund benötigt Luxemburg hochqualifizierte Arbeitskräfte, die in interdisziplinären und dynamischen digitalen Umgebungen hervorragend aufgestellt und in einer wissensbasierten Gesellschaft nachhaltig verwurzelt sind.

Menschen befähigen – Organisationen transformieren – Kollaborationstools entwickeln

Die Zusammenarbeit, eine Schlüsselkomponente in Lern-, Arbeits- und assoziativen Umgebungen sowie im öffentlichen Dienst und in Gemeinschaften, wird zunehmend durch Software- und Hardwarelösungen erleichtert. Menschen, Organisationen und Technologien müssen sich aufeinander abstimmen, um effektive Ergebnisse und eine positive Zusammenarbeit zu erzielen.

Collaboration 21 zielt darauf ab, Menschen zu befähigen, mithilfe von IKT ihre kollaborativen Fähigkeiten zu verbessern, innerhalb der Organisation ein Mindset der Zusammenarbeit zu fördern und zu stimulieren sowie benutzerorientierte und skalierbare Kollaborationstechnologien zu entwickeln.

Die Einrichtung lebender Labore in luxemburgischen Institutionen

Das Programm wird die Forschung und Innovation schrittweise vom Labor auf die gesamte Lern- und Arbeitswelt in Luxemburg ausweiten. Das „User Laboratory“ der Universität, in dem die Mensch-Computer-Interaktion erforscht wird, ermöglicht es den Forschern und Cisco, die durch digitale Tools erweiterte Zusammenarbeit in einer streng kontrollierten Umgebung zu erforschen, zu verstehen und zu gestalten. Die Konzepte werden dann erweitert, damit sie im Luxembourg Learning Centre, einer weniger kontrollierten Umgebung mit einem vielfältigen Publikum, umgesetzt werden können. In diesem Stadium werden die Konzepte weiter verfeinert. Abschließend sorgt SCRIPT für ihre Umsetzung in Partnerschulen und Institutionen, und so für lebenslanges Lernen. In jeder Phase werden es die aus diesen Testumgebungen hervorgehenden Daten ermöglichen, die technischen und pädagogischen Lösungen zu verfeinern und anzupassen, um im Laufe der Zeit erhebliche soziale und wirtschaftliche Vorteile zu generieren.

Weitere Informationen: collaboration21.uni.lu