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Wohlbefinden und Gesundheit von Jugendlichen in Luxemburg

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Veröffentlicht am Mittwoch, den 16. Juni 2021

Wie schätzen Jugendliche in Luxemburg ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit ein – was bedeuten Wohlbefinden und Gesundheit für sie und wie sieht ihr diesbezügliches Handeln aus? Der „Nationale Bericht zur Situation der Jugend in Luxemburg 2020“, den das Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend (MENJE) gemeinsam mit Forschern der Universität Luxemburg veröffentlicht hat, beantwortet Fragen zum Thema Wohlbefinden und Gesundheit.

In dem ca. 280 Seiten umfassenden Bericht sowie der begleitenden Internetseite  www.jugendbericht.lu wird das Wohlbefinden und die Gesundheit der Jugendlichen nicht nur generell analysiert, sondern es werden auch die Auswirkungen der Pandemie berücksichtigt.

Übersicht der Ergebnisse

Insgesamt zeichnet der luxemburgische Jugendbericht ein durchaus positives Bild. Die Mehrzahl der Jugendlichen in Luxemburg berichtet über ein gutes Wohlbefinden, eine gute Gesundheit und allgemeine Lebenszufriedenheit in Luxemburg. Von großer Bedeutung sind dabei folgende Elemente:

  • Eine vertrauensvolle Unterstützung der Familie,
  • gemeinsame Zeit mit Freunden,
  • ein hoher sozioökonomischer Status
  • offene, teilnahmeorientierte Strukturen in Schulen,
  • Jugendarbeit, Arbeitswelt und Einrichtungen der Fremdunterbringung.

Gleichwohl sehen die Jugendlichen sich selbst als durchaus verantwortungsbewusste und kompetente Akteure im Hinblick auf ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit. Jugendliche versuchen diese durch ihre Handlungen gezielt zu fördern (unter anderem durch Sport und Ernährung), ein Teil der Jugendlichen zeigt aber auch schädigende bzw. riskante Verhaltensweisen (wie Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung oder Alkoholkonsum).

Allerdings machen sich viele Jugendliche in Luxemburg auch Sorgen um ihre Zukunft, insbesondere wenn sie von Armut und Benachteiligung betroffen sind. Darüber hinaus sind der Schulstress und Leistungsdruck, berufliche Integrationsprobleme sowie Wohnungsnot und Umweltzerstörung zentrale Themen, die das Wohlbefinden der Jugendlichen beeinträchtigen.

Wohlbefinden und Gesundheit unterscheiden sich nach Alter, Geschlecht und vor allem nach der sozialen Herkunft der Jugendlichen.

Der Jugendbericht weist auf diese spezifischen Probleme und Risiken für die Jugendlichen hin, betont jedoch auch die vielfältig vorhandenen Potenziale der Jugendlichen und die damit verbundenen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen.

Prof. Robin Samuel

Prof. Robin Samuel

Die Mehrheit der Jugendlichen findet die Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie angemessen und gerechtfertigt. Sie akzeptiert sie und setzt sie um, vor allem um andere, insbesondere Risikogruppen, zu schützen.

„Die Universität freut sich, diesen Forschungsbericht über die Situation der Jugend in Luxemburg vorzulegen. Diese Ausgabe ist geprägt von den Auswirkungen der Pandemie. Es ist ein gutes Beispiel für die Position der Universität im Zentrum der Forschung zu den Auswirkungen von COVID-19 auf die Gesellschaft und insbesondere auf junge Menschen,“ sagt Prof. Stéphane Pallage, Rektor der Universität.

„Das Wohlergehen und die Gesundheit junger Menschen haben einen hohen Stellenwert in der Bildungspolitik. In diesem Bereich ist es wichtig, sich auf Fakten verlassen zu können; unsere Intuitionen können sich als richtig erweisen oder auch nicht. In diesem Sinne ist die Universität ein wertvoller Partner. Der Jugendbericht dient als Grundlage für die Diskussion, die in den kommenden Wochen und Monaten geführt wird und die in den neuen Nationalen Aktionsplan zur Jugendpolitik (Jugendpakt) münden wird,“ erklärt Claude Meisch, Minister für Bildung, Kinder und Jugend.

Über den Jugenbericht

Der Jugendbericht geht auf Artikel 15 (1) des Jugendgesetzes vom 4. Juli 2008 zurück und wird seit dem Jahr 2010 alle fünf Jahre veröffentlicht. Der Jugendbericht wurde im Rahmen eines Kooperationsabkommens des MENJE mit der Universität Luxemburg beschlossen und von Forschern im Fachberiech Sozialwissenschaften der Universität unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Robin Samuel und Prof. Dr. Helmut Willems durchgeführt. Im Anschluss an die Publikation des Berichtes wird das Ministerium, gemäß Artikel 15 (2) des Jugendgesetzes, in Zusammenarbeit mit den Vertretern verschiedener Ministerien wie auch der Zivilgesellschaft, einen Aktionsplan für die Jugend erarbeiten. Somit dient der vorliegende Bericht auch als wissenschaftliches Fundament für den Aktionsplan.

Der 3. Jugendbericht liefert eine breitgefächerte Beschreibung und Analyse aus sozialwissenschaftlicher Perspektive, die von einem Beitrag des MENJE begleitet wird. Das Forschungsteam hat Publikationen, Forschungsberichte und Statistiken ausgewertet sowie mehrere umfangreiche Studien durchgeführt. Von großer Bedeutung war dabei die Partizipation der Jugendlichen selbst, ihre Einschätzungen und Sichtweisen sowie die Beteiligung von Experten aus der Praxis und die Begleitung durch einen wissenschaftlichen Beirat, deren Erfahrungen, Kompetenzen und Wissensbestände systematisch in den Bericht mit eingeflossen sind.

Der Bericht ist sowohl als Buchpublikation als auch online als PDF auf www.jugendbericht.lu verfügbar.