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Forscher der Universität erhält das erste EIC Stipendium in Luxemburg

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Veröffentlicht am Mittwoch, den 04. Mai 2022

Ein Konsortium unter Beteiligung der Universität Luxemburg hat einen renommierten PathFinder Open Förderpreis des Europäischen Innovationsrates (European Innovation Council - EIC) erhalten, der innovative und umwälzende Technologien mit großer Auswirkung fördert.

Der Förderbetrag geht an ein Forschungsprojekt mit der Bezeichnung „REusable MAsk Patterning“ (REMAP), das einen Paradigmenwechsel im Bereich der Mikrofabrikation anstrebt. Dabei handelt es sich um ein Verfahren zur Herstellung von Komponenten im Nanometer- bis Mikrometermaßstab, die für unser tägliches Leben unverzichtbar sind, wie z. B. Mikroprozessoren, Sensoren und Flachbildschirme.

Das REMAP-Konsortium besteht aus der Universität Genua, dem französischen Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS), dem Internationalen Iberischen Nanotechnologielabor, dem griechischen Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung „Demokritos“, dem Unternehmen Solvionic S.A., einem Hersteller von chemischen Spezialprodukten, dem Zertifizierungsunternehmen RINA, und der Universität Luxemburg.

Es handelt sich um das erste Forschungsstipendium des Europäischen Innovationsrates (European Innovation Council - EIC) für einen Forscher in Luxemburg: Am Projekt beteiligt ist Professor Phillip Dale, Dozent für Physik an der Fakultät für Naturwissenschaft, Technik und Medizin der Universität Luxemburg.

Herkömmliche Methoden der Mikrofertigung, die Projektionslithografie und Vakuumbeschichtung umfassen, erzeugen große Mengen an Abfall durch Einwegschablonen, wenn die Schichten der Musterstrukturen auf einem Substrat wie z. B. einem integrierten Schaltkreis gebildet werden. Außerdem erfordern sie große Mengen an Wasser und Energie. Derzeit werden für 1 m² Mikrochips 234.000 l Wasser und 15.000 kWh Energie benötigt. REMAP zielt darauf ab, wiederverwendbare Schablonen und eine energiesparende Beschichtungsmethode zu entwickeln, um die Umweltauswirkungen der Mikrofertigung mittels einer speziellen Flüssigkeit aus magnetischen Nanopartikeln erheblich zu verringern.

„Die Universität Luxemburg hat zwei Hauptaufgaben in REMAP“, sagte Prof. Philip Dale, Leiter des Labors für Energie-Materialien an der Universität Luxemburg. „Zum einen soll ein Prototyp entwickelt werden, um die Wirksamkeit der neuen Schablonentechnik zu messen, und zum anderen soll das REMAP-Konzept zur Herstellung von Mikro-Konzentrator-Photovoltaik eingesetzt werden, einer speziellen Art von Solarzellen, die eine bessere Leistung als herkömmliche Solarzellen aufweisen soll.“

„REMAP ist ein weiteres Beispiel für herausragende Forschung an grundlegenden Problemen, die zu Innovationen mit einem beträchtlichen wirtschaftlichen Potenzial führen“, sagte Prof. Jean-Marc Schlenker, Dekan der Fakultät für Naturwissenschaft, Technik und Medizin. „Wir erwarten, dass die EIC-Zuschüsse die wissenschaftlichen Stärken der Fakultät in nutzbringende Anwendungen umsetzen werden.“

„Durch Spitzenforschung ist die Universität Luxemburg weiterhin eine treibende Kraft, wenn es darum geht, die Grenzen der Innovation zu verschieben, um eine nachhaltige digitale Zukunft zu schaffen“, sagte Prof. Jens Kreisel, Vizerektor für Forschung. „Das auf vier Jahre angelegte REMAP-Projekt, in das fast vier Millionen Euro einfließen, hat das Potenzial, eine zukunftsweisende Technologie zu demonstrieren, die auf jahrelanger wissenschaftlicher Forschung aufbaut.“

© Universität Luxemburg