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Lindsay Flynn und Etienne Fodor erhalten FNR ATTRACT-Stipendien

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Veröffentlicht am Montag, den 08. Februar 2021

Beide Wissenschaftler werden die Forscherteams in den Fachbereichen Sozialwissenschaften und Physik unterstützen.

Prof. Lindsay Flynn wird in ihrem Forschungsprojekt die Beziehung zwischen Wohnungspolitik und Ungleichheiten untersuchen. Der theoretische Rahmen ist interdisziplinär und bezieht sich auf Politikwissenschaft, Soziologie, Demographie und Ökonomie. Sie kommt an die Universität Luxemburg dank eines FNR ATTRACT Fellowship, das mit 2 Millionen Euro (über fünf Jahre) gefördert wird. Das Thema von Ass. Prof. Etienne Fodors Forschung an der Universität Luxemburg ist die aktive Materie, eine neuartige Klasse von Nicht-Gleichgewichtssystemen, die aus selbstfahrenden Agenten bestehen. Sein Fellowship ist mit 1,5 Millionen Euro (über fünf Jahre) dotiert.

PRO-Active Policymaking for Equal Lives (PROPEL)

"Mein Projekt", erklärt Prof. Lindsay Flynn, "wirft einen genauen Blick auf verschiedene Arten von staatlicher Wohnungspolitik in Europa und Nordamerika und darauf, wie sie sich auf jüngere und ältere Generationen, größere und kleinere Familien und Haushalte mit mehr oder weniger verfügbarem Einkommen auswirken. Je mehr wir über die politischen Mechanismen wissen, die zu ungleichen Chancen führen, desto mehr können wir diese Mechanismen auflösen und durch gerechtere ersetzen."  Das Projekt kombiniert qualitative und quantitative Forschungsmethoden, um zu untersuchen, wie wohnungspolitische Regime die Ungleichheit innerhalb und zwischen Generationen in wohlhabenden Demokratien beeinflussen. Das Projekt untersucht auch, wie die Wohnungspolitik und die Wohnungsmärkte mit der Beschäftigungs- und Rentenpolitik interagieren, um Muster der Ungleichheit zu formen.

Das Projekt wird ein wissenschaftlicher Gewinn für Luxemburg sein, da es eine interdisziplinäre Forschungsgruppe etablieren wird, die sich mit politikrelevanter, qualitativ hochwertiger Forschung über die Beziehung zwischen Wohnen und Ungleichheit beschäftigt. Das Projekt wird es Prof. Flynn außerdem ermöglichen, ihre beträchtlichen Forschungsfähigkeiten und -talente weiterzuentwickeln und sich als führende Forscherin auf dem Gebiet der Entwicklung des Wohlfahrtsstaates und der Ungleichheit zu etablieren.
"Das FNR ATTRACT-Fellowship ermöglicht es mir, ein Team von Forschern zusammenzubringen, um die Gestaltung der Wohnungspolitik zu untersuchen, Vorhersagen darüber zu erstellen, wie sich diese Politik ungleich auf verschiedene Gruppen von Menschen auswirken könnte, und dann Tests für diese Vorhersagen zu entwickeln. Zusammen mit dem zukunftsorientierten Ansatz der Universität ist Luxemburg der perfekte Ort, um traditionelle akademische Forschung mit einem angewandten Projekt zu verbinden, das auf reale Auswirkungen ausgelegt ist", erklärt Prof. Flynn.

Statistical Mechanics of Active Matter (SMAC)

Das Thema des Forschungsprojekts von Prof. Etienne Fodor ist aktive Materie, eine neuartige Klasse von Nichtgleichgewichtssystemen, die aus selbstbewegten Agenten bestehen. Während in aktiver Materie kürzlich eine Fülle von kollektiven Zuständen entdeckt wurde, ist die Kontrolle dieser Zustände durch externe und interne Einflüsse noch nicht gut bekannt. Prof. Fodors Projekt wird Konzepte der statistischen Mechanik anwenden und weiterentwickeln, um Möglichkeiten der optimalen Kontrolle in aktiver Materie zu identifizieren. Zu den Forschungszielen gehören sowohl fundamentale theoretisch-physikalische Aspekte als auch mögliche Anwendungen wie aktive Mikromotoren.

Prof. Fodor erklärt: "Als Ergebnis dieses Projekts hoffe ich, eine generische Beschreibung zu erhalten, um die aktiven Systeme optimal zu steuern. Die Motivation ist, spezifische Protokolle vorzuschlagen, zum Beispiel einen Wechsel in der Zelldynamik zwischen Ruhe- und Bewegungszustand."

Eine langfristige Anwendung wäre die Kontrolle der kollektiven Dynamik eines Aggregats von Zellen zwischen einem mobilen Zustand, in dem sich die Zellen schnell innerhalb des Aggregats bewegen können, und einem Ruhezustand, in dem jede Zelle an einer bestimmten Stelle im Aggregat fixiert bleibt. So hat die Steuerung der Zellmotilität in einem Epithelgewebe zum Beispiel die direkte Anwendung, unserer Haut zu helfen, sich von bestimmten Verletzungen zu erholen.

Etienne Fodor erklärt weiter: "Luxemburg bietet ein sehr dynamisches Umfeld für die Erforschung von aktiven Systemen. Die Physik der aktiven und lebenden Materie wurde vor kurzem als einer der vorrangigen Forschungsbereiche auf nationaler Ebene identifiziert, was eindeutig auf die Bereitschaft hinweist, in diesen Bereich zu investieren. In diesem Sinne wird die jüngste Initiative 'Physik trifft Biologie' es ermöglichen, Kooperationen an der Schnittstelle zwischen diesen beiden Disziplinen zu entwickeln, in denen die aktive Materie eine wichtige Rolle spielt, mit dem Ziel, ein international wettbewerbsfähiges Forschungszentrum zu schaffen."

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