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ERC Stipendiat unterstützt Mathematik, Statistik und Finanzen

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Veröffentlicht am Montag, den 03. August 2020

Mark Podolskij wurde zum Professor für Mathematik mit den Spezialgebieten Statistik, Wahrscheinlichkeitsrechnung und Finanzen an der Universität Luxemburg ernannt. Prof. Podolskij wird vom European Research Council (ERC) mit einem „Consolidator Grant“ gefördert, um statistische Methoden zu entwickeln, die das Verständnis großer Datenmengen aus Diffusionsmodellen verbessern. Er wird eng mit bestehenden Teams zusammenarbeiten, um die Bereiche Data Science und Mathematik der Universität zu fördern.

Eine Revolution für die Statistik

In den letzten zwanzig Jahren wurden große Mengen hochdimensionaler Daten typischerweise als „Big Data“ bezeichnet. Dieses Datenaufkommen hat verschiedene Bereiche der Mathematik und der Informatik vor überaus spannende Herausforderungen gestellt. Um das Verständnis ihrer Anwendung unter anderem im Internet, der Biologie, Genetik und Wirtschaft zu erweitern, haben Experten das statistische und maschinelle Lernen ebenso wie die Optimierungstheorie und numerische Analyse revolutioniert.

Der vom ERC vergebene „Consolidator Grant“ fördert das Projekt STAMFORD (Statistical Methods for High Dimensional Diffusions, Statistische Methoden für hochdimensionale Diffusionen)“ über fünf Jahr mit 1,65 Mio. Euro. STAMFORD zielt darauf ab, eine präzise statistische Theorie zum Bewerten hochdimensionaler Diffusionen zu entwickeln. „Der methodische Teil des Projekts wird die Entwicklung neuer, hochentwickelter Verfahren in der mathematischen Statistik und der Wahrscheinlichkeitstheorie erfordern. Insbesondere in der parametrischen und nicht-parametrischen Statistik sowie der hochdimensionalen Wahrscheinlichkeitstheorie werden neue Ergebnisse benötigt, die unsere gegenwärtigen Erkenntnisse bei Weitem übertreffen. Daher wird ein erfolgreiches Ergebnis des STAMFORD-Projekts nicht nur gewaltige Auswirkungen auf die statistische Inferenz kontinuierlicher Modelle in den natürlichen und angewandten Wissenschaften haben, sondern auch den Bereich der hochdimensionalen Statistik und der Wahrscheinlichkeitstheorie beeinflussen“, erklärt Prof. Podolskij

Interdisziplinarität zwischen Mathematik und Finanzwesen

Prof. Mark Podolskij wird ebenfalls an der Schnittstelle zwischen Mathematik und Finanzwissenschaft arbeiten, wobei er sowohl der Fakultät für Naturwissenschaften, Technologie und Medizin (FSTM) als auch der Fakultät für Recht, Wirtschaft und Finanzen (FDEF) angehört.

Komplementarität und Exzellenz in der Datenwissenschaft

Prof. Mark Podolskij wird außerdem die Forschungsgruppe für mathematische Statistik und Datenwissenschaft der Universität Luxemburg unterstützen, die im Jahr 2019 mit der Einstellung von Prof. Yannick Baraud als Leiter des „ERA-Lehrstuhls für mathematische Statistik und Datenwissenschaft (ERA Chair in Mathematical Statistics and Data Science) – SanDAL“ gegründet wurde sowie die Gruppe für Wahrscheinlichkeitsrechnung, die von Prof. Ivan NourdinProf. Giovanni Peccati und Prof. Anton Thalmaier geleitet wird. Das Projekt SanDAL wurde im Rahmen des Horizon 2020 der Europäischen Kommission gegründet, verfügt für den Zeitraum 2019 bis 2024 über ein Budget von 2,5 Mio. Euro und unterstützt die Forschungs- und Trainingseinrichtungen der Universität in den Bereichen mathematische Statistik und Datenwissenschaft; gleichzeitig fördert es aber auch die Zusammenarbeit mit lokalen Industriepartnern, Interessenvertretern und Forschungsgruppen auf multidisziplinärer Ebene.

Die Professoren Baraud und Podolskij werden eng zusammenarbeiten, um sowohl die Universität als auch das Land Luxemburg als wichtigen Player in den Bereichen Statistik und Datenwissenschaft zu etablieren. In vielen Sektoren der Wissenschaft sind Statistik und Datenwissenschaft zu unverzichtbaren Bedingungen für die Wettbewerbsfähigkeit geworden. Die Universität plant, in diesem von starker Konkurrenz und einer Vielzahl von Anwendungsbereichen geprägten Sektor ein Exzellenzzentrum zu errichten. Und mit der Vervollständigung der Teams kommen wir diesem Ziel einen Schritt näher“, erklärt Prof. Jean-Marc Schlenker, Dekan der Fakultät für Wissenschaft, Technologie und Medizin (Faculty of Science, Technology and Medicine, FSTM) an der Universität Luxemburg.

International anerkannter Experte für Statistik und Wahrscheinlichkeit

Mark Podolskij erlangte seinen Doktortitel in Mathematik an der Ruhr-Universität Bochum und ist seit 2010 als Professor für Statistik und Wahrscheinlichkeitstheorie tätig. Er begann seine Laufbahn als ordentlicher Professor an der Universität Heidelberg, von der er 2014 an die Universität Aarhus in Dänemark wechselte, bevor er 2020 der Universität Luxemburg beitrat. Er ist ein begeisterter Damespieler und gewann 2007 die Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft im Damespiel.

Er hat 54 Artikel in den wichtigsten internationalen Fachjournalen für Statistik und Wahrscheinlichkeitstheorie veröffentlicht und ist außerdem Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Gemeinschaften (Bernoulli Society, Deutsche Mathematiker-Vereinigung, Institute of Mathematical Statistics, International Statistical Institute). Mark Podolskij ist Mitherausgeber verschiedener Peer-Review-Journale (Lecture Notes in Mathematics, Modern Stochastics: Theory and Applications, Scandinavian Journal of Statistics, Statistics and Risk Modeling) sowie Chefredakteur von Bernoulli.

„Wir sind hocherfreut, Prof. Podolskij an der Universität begrüßen zu dürfen“, verkündet Prof. Stéphane Pallage, Rektor der Universität. „Seine langjährige und tiefgreifende Expertise wird die Forschung der Universität unterstützen und ihren Ruf in den Bereichen Statistik und Datenwissenschaft weiter verbessern. Und er wird zur Erweiterung der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen zwei Fakultäten der Universität sowie der Annäherung der Bereiche Finanzen und Datenwissenschaft in Luxemburg beitragen.“

 

Über die Universität Luxemburg

Die Universität Luxemburg ist eine internationale Forschungsuniversität mit einem ausgeprägten mehrsprachigen und interdisziplinären Charakter. Die Universität wurde 2003 gegründet und zählt mehr als 6.700 Studierende und mehr als 2.000 Mitarbeitende aus der ganzen Welt. Die Fakultäten und interdisziplinären Zentren der Universität konzentrieren sich auf Forschung in den Bereichen Informatik und IKT-Sicherheit, Materialwissenschaften, europäisches und internationales Recht, Finanzen und Finanzinnovation, Bildung, digitale und zeitgenössische Geschichte. Darüber hinaus konzentriert sich die Universität auf interdisziplinäre Forschung in den Bereichen Datenmodellierung und Simulation sowie Gesundheit und Systembiomedizin. Times Higher Education platziert die Universität Luxemburg in der Kategorie "internationalen Ausrichtung" weltweit auf Platz 1, im Young University Ranking 2019 auf Platz 12 und unter den insgesamt Top 250 Universitäten weltweit.

Kontakt: Laura Bianchi, T. +352 46 66 44 9451, E. laura.bianchi@uni.lu