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Lehrstuhl für Cyber-Politik wird im September 2022 eingerichtet

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Veröffentlicht am Mittwoch, den 20. April 2022

Die Direktion für Verteidigung des luxemburgischen Ministeriums für auswärtige und europäische Angelegenheiten (MAEA)) und die Universität Luxemburg haben gemeinsam eine Stiftungsprofessur für Cyber-Politik an der Universität eingerichtet. Der Lehrstuhl ist auf fünf Jahre befristet und beginnt im September 2022.

Die Stiftungsprofessur wird im Fachbereich Rechtswissenschaft der Fakultät für Recht, Wirtschaftswissenschaften und Finanzwirtschaft (FDEF) angesiedelt sein und dort Forschung, Lehre und Informationsaktivitäten durchführen. Der Schwerpunkt der Cyber-Politik liegt auf rechtlichen und politischen Aspekten an der Schnittstelle von digitalen und Netzwerktechnologien, wie beispielsweise dem Schutz der Privatsphäre, dem Datenschutz, der Cyber-Kriminalität, der Cyber-Verteidigung, dem Vertragsrecht, dem Recht des geistigen Eigentums und den Menschenrechten.

Die Vereinbarung zur Einrichtung der Stiftungsprofessur wurde am Mittwoch, den 20. April 2022 an der Universität Luxemburg von François Bausch, Vizepremierminister und Verteidigungsminister, und dem Rektor der Universität, Prof. Stéphane Pallage, im Beisein von Claude Meisch, Minister für Hochschulwesen und Forschung, sowie Prof. Katalin Ligeti, Dekanin der FDEF, unterzeichnet.

Um den Bedarf an qualifizierten Experten für Cyber-Politik in Luxemburg zu decken und als Reaktion auf die Cyber-Verteidigungsstrategie der Direktion für Verteidigung des Ministeriums für auswärtige und europäische Angelegenheiten, wird das Team der Stiftungsprofessur für Cyber-Politik seine Bemühungen auf folgende Bereiche konzentrieren:

  • Entwicklung von politik- und industrierelevanter Forschung zu den sozialwissenschaftlichen Aspekten der Digital- und Netzwerktechnologien;
  • Unterstützung bei der Deckung des wachsenden Bedarfs des luxemburgischen Arbeitsmarktes an qualifizierten und motivierten Fachkräften, die im Bereich der Cyber-Politik ausgebildet sind, durch ein Cyber-Politik-Modul und letztendlich durch einen neuen multidisziplinären Cyber-Politik-Track im Rahmen des Masters in Weltraum-, Kommunikations- und Medienrecht;
  • Durchführung von Outreach-Aktivitäten, um die luxemburgische Öffentlichkeit für cyberpolitische Themen zu sensibilisieren.

Auf der Basis von Input öffentlicher und privater Interessensgruppen wird die Stiftungsprofessur yberpolitische Empfehlungen zu den physischen und technischen Elementen von Cyberspace-Aktivitäten und den damit verbundenen strategischen und Sicherheitsrisiken vorschlagen. Darin wird die Interaktion der Cyber-Politik mit den Gesetzen, Normen und Grundsätzen des Informationsaustauschs in der physischen und virtuellen Welt untersucht. Die Stiftungsprofessur wird schließlich Wege vorschlagen, wie nationale, europäische und internationale Gesetzgeber, Ministerien, Aufsichtsbehörden und Richter sowie die breite Öffentlichkeit eine angemessen verteidigte Position im Cyberspace aufrechterhalten und gleichzeitig die Vorteile, die der Informationsaustausch im Cyberspace bietet, in vollem Umfang nutzen können.

Drei der strategischen Ziele unserer Cyber-Abwehrstrategie stehen im Zusammenhang mit der Stiftungsprofessur für Cyber-Politik. Erstens die Sicherstellung qualifizierter und motivierter Arbeitskräfte, und die Vermittlung eines ganzheitlichen Verständnisses der gesellschaftlichen Auswirkungen der Cyber-Politik auf Unternehmen und unser heutiges und künftiges Alltagsleben an künftige und aktuelle Fachkräfte. Zweitens wird die Stiftungsprofessur eine starke nationale und internationale Zusammenarbeit sicherstellen und den öffentlichen und den privaten Sektor zur Zusammenarbeit, zur gegenseitigen Ideenübertragung und zum Austausch von bewährten Verfahren und Informationen zusammenbringen. Drittens müssen wir Wissen und Forschungskapazitäten im Bereich der Cyber-Politik aufbauen, um sicherzustellen, dass Luxemburg das Beste aus seinen Chancen machen und die Risiken eindämmen kann", erklärte der stellvertretende Premierminister und Verteidigungsminister François Bausch.

"In Zeiten, in denen Cybertechnologie und -austausch eine immer wichtigere Rolle im wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben spielen und gleichzeitig für viele Bürger und Unternehmen immer komplexer und undurchschaubarer werden, ist eine auf einem synergetischen Ansatz basierende Cyberpolitik unabdingbar, um Wohlstand und Frieden zu sichern", sagte Claude Meisch, Minister für Hochschulwesen und Forschung. "Die neu geschaffene Stiftungsprofessur wird einen wichtigen Beitrag zu diesem Ziel leisten."

"Ich danke dem Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten für seine Bereitschaft, diese Stiftungsprofessur mitzufinanzieren", erklärte Prof. Stéphane Pallage, Rektor der Universität Luxemburg. "Eine gute und effiziente Governance im Cyberspace ist von zentraler Bedeutung für den Schutz der Demokratie weltweit. Das Ziel dieser Stiftungsprofessur ist es, zur Optimierung der Regeln im Cyberspace beizutragen. Er veranschaulicht die Strategie der Universität, zur Bewältigung zentraler Herausforderungen unserer Zeit beizutragen und dabei der Gesellschaft einen Dienst zu erweisen".

"Der Fachbereich Rechtswissenschaften der FDEF verfügt über ein starkes Fundament in Rechts- und Technologiefragen wie Datenschutz und Telekommunikationsrecht", sagte Katalin Ligeti, Dekanin der FDEF. "Wir sind stolz darauf, diese Partnerschaft mit der Direktion für Verteidigung des Ministeriums für auswärtige und europäische Angelegenheiten zu beginnen, um zur Entwicklung wirksamer politischer und regulatorischer Instrumente beizutragen, die nicht nur Privatpersonen und Unternehmen, sondern auch nationale und internationale öffentliche Akteure vor den zunehmend ernsten Risiken im Cyberspace schützen."

© Universität Luxemburg / Olivier Dessy