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Prof. Bissyandé erhält ERC-Grant für Forschung über Software-Reparatur

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Veröffentlicht am Donnerstag, den 03. September 2020

Professor Dr. Tegawendé F. Bissyandé vom Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust (SnT) der Universität Luxemburg wurde für sein Projekt NATURAL der renommierte Starting Grant des European Research Council (ERC) verliehen. Prof. Bissyandé wird 1,5 Millionen Euro erhalten, um über fünf Jahre hinweg Forschungen zur Reparatur von Software anzustellen. Im Rahmen seines Projekts wird erkundet, wie Sprachverarbeitung mit anderen modernen Technologien maschinellen Lernens kombiniert werden kann, um einen Bot mit künstlicher Intelligenz (KI) zu erschaffen, der Software-Bugs automatisch beheben kann.

Die Kosten von Softwarereparaturen

Software ist ein essentielles Element der EU-Wirtschaft: Es gibt einen ganzen Markt für Software und softwarebasierte Dienste, dessen Wert auf fast 300 Milliarden Euro geschätzt wird. Aufgrund der entstehenden Reparaturkosten und Umsatzeinbußen sind Programmierfehler (und die daraus resultierenden Softwareausfälle) ein schwerwiegendes Problem für Unternehmen sowie die Öffentlichkeit, da sie sich auf das BIP auswirken. Einer Studie von Tricentis, einem Softwaretest-Unternehmen, zufolge haben Softwarefehler allein im Jahr 2017 Umsatzeinbußen von ca. 1,7 Billionen US-Dollar im anglophonen Raum verursacht. Sogar noch vor den tatsächlichen Umsatzeinbußen aufgrund einer schwerwiegenden öffentlichen Softwarestörung verbringen Entwickler schätzungsweise 50 bis 80 % ihrer Zeit mit dem Testen und Reparieren von Software, was zu Vorabkosten in Milliardenhöhe führt. 

Darauf konzentriert sich Prof. Bissyandés Projekt, da es für die Wirtschaft essenziell ist, den Zeitaufwand für das Testen und die Reparatur von Software durch die Entwickler zu minimieren. Er zielt auf Fehlerberichte ab, die von Nutzern stammen. Da Nutzer Fehlerberichte in einer natürlichen Sprache, wie z. B. Englisch, Französisch oder Deutsch einreichen, müssen Softwareentwickler die Berichte immer noch manuell verarbeiten, was einen großen Teil ihrer Zeit in Anspruch nimmt. Stattdessen plant Prof. Bissyandé die Entwicklung einer Technologie für die Verarbeitung natürlicher Sprachen, die für Softwarereparaturen genutzt werden kann. Sobald dies erreicht wurde, wird sein Forschungsprojekt noch weiter gehen, um eine systembasierte KI-Technologie zu entwickeln, die den Code eines Entwicklers systematisch verarbeitet und während des Schreibens die Fehler im Code behebt, wodurch die Anzahl an Fehlern, die noch in der fertigen Software enthalten sind, reduziert wird. Die Durchführung dieser Forschungsarbeiten am SnT wird dem endgültigen Ergebnis zugutekommen, da die vielen Kollaborationen des SnT mit Industriepartnern Prof. Bissyandé die Möglichkeit geben werden, seine Arbeit an realen Systemen zu testen und zu bewerten.

Vierter ERC-Grant für das SnT

ERC Starting Grants sind renommierte Auszeichnungen für junge Forscher mit weniger als sieben Jahren Erfahrung, die sich exzellente wissenschaftliche Qualifikationen erarbeitet haben. Dies ist das erste Mal, dass ein Forscher des SnT einen Starting Grant erhält, und gleichzeitig ist er der vierte ERC-Grant für das Forschungszentrum. Bei den anderen drei handelt es sich um ERC Advanced Grants, also Zuschüsse für Forscher, die sich bereits in fortgeschritteneren Stadien ihrer Karriere befinden und signifikante Forschungsergebnisse erzielt haben. Nur 13% der Anträge für den Starting Grant wurden in dieser Finanzierungsrunde angenommen.

„Das Besondere an der ERC-Förderung ist, dass ich mit ihrer Hilfe ein Team zusammenstellen kann, das zur gleichen Zeit am selben Projekt arbeitet, und bezüglich eines wichtigen Forschungsthemas einen internationalen Ruf aufbauen kann“, sagt Prof. Bissyandé. „Ein ERC-Grant hat für die gesamte wissenschaftliche Gemeinschaft eine große Bedeutung, da ich während dieses Projektes den Handlungsspielraum haben werde, neue Wege der Forschung zu entdecken und zu erkunden. Ich werde neue Türen öffnen und auch wenn ich nicht alle Räume betreten kann, werden danach andere Forscher kommen und sie weiter erforschen.“ 

„Prof. Bissyandé ist dem SnT im Jahr 2013 als vielversprechender junger Forscher beigetreten und hat einen wichtigen Beitrag zu vielen erfolgreichen Forschungsprojekten und Industriepartnerschaften geleistet“, sagt Prof. Björn Ottersten, Direktor des SnT. „Einen ERC Starting Grant zu erhalten ist von großer Bedeutung, da es verdeutlicht, wie sehr wir uns für die Karriereentwicklungen unserer Forscher einsetzen. Das SnT ist ein besonderer Ort für den Beginn einer Karriere, denn wir fördern wissenschaftliche Unabhängigkeit und bieten eine unterstützende Struktur, mit deren Hilfe wir das Potenzial jedes einzelnen Teammitglieds ausschöpfen können.“

Weitere Informationen finden Sie im Q&A mit Prof. Bissyandé.

© Universität Luxemburg