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Testplattform für Infrastruktur in Quantenkommunikation in Luxemburg

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Veröffentlicht am Mittwoch, den 06. April 2022

Das Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust (SnT) der Universität Luxemburg gibt in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Medien, Konnektivität und digitale Politik (SMC) des Staatsministeriums die Entwicklung des Luxembourg Quantum Communication Infrastructure Laboratory (LUQCIA) bekannt. Das auf fünf Jahre angelegte Projekt wird im Rahmen der NextGenerationEU-Initiative von der Aufbau- und Resilienzfazilität der Europäischen Union finanziert und zielt darauf ab, bis 2023 eine nationale Testplattform zu schaffen, um fortgeschrittene und angewandte Forschung im Bereich der Quantenschlüsselverteilung und des Quanteninternets zu ermöglichen - ein entscheidender Schritt in Richtung der nächsten Generation von Computern und Internetnutzung.

"Luxemburg will das hochmoderne Kommunikationszentrum bleiben, zu dem es sich in den letzten zehn Jahren entwickelt hat. Deshalb haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, unter der wissenschaftlichen Führung des SnT die Grundlagen für die Quantenkommunikationsinfrastruktur von morgen zu schaffen", erklärte Xavier Bettel, Premierminister und Minister für Kommunikation und Medien.

Finanzministerin Yuriko Backes kommentierte: "Ich möchte die Vorreiterrolle des SnT in Zusammenarbeit mit dem SMC bei der Entwicklung von Quantenkommunikationstechnologien besonders würdigen. Dies ist eine der wichtigsten Maßnahmen des nationalen Konjunkturprogramms für den digitalen Wandel. Die EU-Mittel werden Luxemburg aktiv dabei unterstützen, die Sicherheit der Kommunikation des öffentlichen Sektors als Teil eines umfassenderen europäischen Projekts zu verbessern."

"Die LUQCIA-Infrastruktur wird den Forschern der Universität Luxemburg einzigartige Werkzeuge an die Hand geben, um die Cybersicherheit für die kommende Quantenkommunikationstechnologie zu optimieren", erklärte der Rektor der Universität Luxemburg, Stéphane Pallage.

Sichere Kommunikation mit Blick auf die Zukunft

Die meisten Daten, die wir über das Internet austauschen, werden durch Schlüssel gesichert, die Informationen ver- und entschlüsseln. Mit immer leistungsfähigeren Computern wird die Zeit immer kürzer, die ein Hacker benötigt, um diese Verschlüsselung zu knacken. Ein neuer Bereich der Cybersicherheit, die Quantenschlüsselaustausch (Quantum Key Distribution - QKD), zielt jedoch darauf ab, unsere Daten auch vor Quantencomputern besser zu schützen. Dabei handelt es sich um eine kommende Generation extrem leistungsfähiger Computer, die, wenn sie in großem Maßstab eingesetzt werden, unsere Daten für Angreifer leicht zugänglich machen könnten.

LUQCIA zielt darauf ab, eine sehr sichere Kommunikationsinfrastruktur auf der Grundlage der Quantentechnologie zu entwickeln und umzusetzen.  Ziel ist es, mindestens zwei geografische Standorte innerhalb der LUQCIA-Forschungsinfrastruktur zu verbinden. LUQCIA wird sich in erster Linie auf ein terrestrisches Netz stützen und ein weltraumgestütztes Segment durch Folgemassnahmen einbinden.

"Die Entwicklung einer robusten Quantenkommunikationsinfrastruktur, die sowohl terrestrische als auch optische Satellitenverbindungen nutzt, wird die Sicherheit unserer Daten in unserem Kommunikationsnetz bis weit in die Zukunft hinein gewährleisten. Sie wird auch dazu beitragen, die Zukunft eines Quanteninternets zu verwirklichen, indem sie hochleistungsfähige Quantencomputer miteinander verbindet", sagte der Leiter des Forschungsprojekts, Prof. Dr. Symeon Chatzinotas.

Nach seiner Inbetriebnahme im Jahr 2023 wird das LUQCIA-Labor nationalen und internationalen Akteuren für gemeinsame Forschungsaktivitäten im Rahmen des Partnerschaftsprogramms von das Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust (SnT) offenstehen.