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Wissenschaftler der Universität erhalten Auszeichnungen des FNR

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Veröffentlicht am Donnerstag, den 19. November 2020

Der Luxembourg National Research Fund (FNR, der luxemburgische Forschungsfonds) hat am 19. November die FNR Awards 2020 verliehen. Fünf Preise gingen an Forscher und Verwaltungsangestellte der Universität Luxemburg verliehen.

The University won awards in four categories: Outstanding PhD Thesis, Outstanding Promotion of Science to the Public, Outstanding Research-Driven Innovation and Outstanding Scientific Publication. Each award is endowed with 5,000€.

Outstanding PhD Thesis

Maciej Chrzanowski (Fakultät für Naturwissenschaften, Technologie und Medizin) für seine Dissertation „Shear Transfer in Heavy Steel-Concrete Composite Columns with Multiple Encased Steel Profiles

Inspiriert durch die enge Zusammenarbeit zwischen der lokalen Industrie und der Universität Luxemburg, schloss Maciej Chrzanowski sein Doktoratsstudium am ArcelorMittal-Lehrstuhl für Stahlbau der Universität unter der Leitung von Prof. Christoph Odenbreit in Zusammenarbeit mit ArcelorMittal ab.

Seine von Prof. Odenbreit betreute Forschungsarbeit über Verbundstützen mit mehrfach ummantelten Stahlprofilen, die für den Bau hoher Gebäude verwendet werden, zielte darauf ab, ihre Sicherheit beim Tragen des Gewichts der Konstruktion und die Nachhaltigkeit zu verbessern, um eine optimale Nutzung der Baumaterialien zu gewährleisten. Er untersuchte die lokal wirkenden Scherkräfte - die Bewegung zwischen Stahl und Beton innerhalb der Stütze - analysierte die Kraftübertragung über die gesamte Stütze und schlug ein neues innovatives Ingenieurmodell vor, um das strukturelle Verhalten von Stützen in hohen Gebäuden richtig zu bewerten 

„An der Universität Luxemburg profitieren man von einem sehr guten Umfeld für die Forschung. Enge Verbindungen zu internationalen Spitzenuniversitäten, Forschungszentren und Spitzeningenieurbüros fördern den außerordentlichen Austausch und die Zusammenarbeit. Darüber hinaus ermöglichen die hohe Fachkompetenz und die Zugänglichkeit aller Betreuer die Durchführung qualitativ hochwertiger Forschung“, sagt Chrzanowski.

Heute arbeitet Chrzanowski als Bauingenieur bei ArcelorMittal Steligence, wo er Theorie in der Praxis anwenden kann. 

 

Thierry Titcheu Chekam (Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust) für seine Dissertation “Assessment and Improvement of the Practical Use of Mutation for Automated Software Testing”

Nach seinem Master-Abschluss in China kam Thierry Titcheu Chekam an die Universität Luxemburg, um seine Doktorarbeit über die Qualitätskontrolle von Software-Tests durchzuführen.

Software muss vor ihrer Freigabe getestet werden, um Ausfälle zu verhindern, die zu wirtschaftlichen Verlusten oder Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit anderer führen können. Beim Testen von Software werden jedoch nicht immer alle Fehler entdeckt. Titcheu Chekam befasst sich in seiner Dissertation mit diesem Problem, indem er ein maschinelles Lernverfahren für ein Software-Testverfahren entwickelt, das für Software-Entwickler normalerweise sehr teuer und mühsam ist. Darüber hinaus entwirft er eine automatisierte Testgenerierungstechnik, um den Satz bereits vorhandener Tests weiter zu erweitern. 

„Die Universität Luxemburg hat mir alle Ressourcen zur Verfügung gestellt, die ich für meine Arbeit brauchte: eine ausgezeichnete, enge Betreuung durch meine Berater, Mittel für die Teilnahme an akademischen Veranstaltungen, um von Forschern aus der ganzen Welt zu lernen und mit ihnen in Kontakt zu treten, Computerressourcen für die Durchführung von Experimenten und eine Arbeitsflexibilität, die es mir ermöglichte, effektiver zu arbeiten“, sagt Titcheu Chekam.

Die Forschungsergebnisse seiner Arbeit werden in einem PayPal-Projekt angewandt. Zur Zeit ist Titcheu Chekam Postdoc-Forscher am SnT und erweitert die Arbeit seiner Doktorarbeit auf Software-Updates.

 

Outstanding Promotion of Science to the Public

Sophie Wagner, Sabine Schmitz, Ruxandra Soare Lelubre, Lucie Debroux, Lisa Smits, Philippe Lamesch (Luxembourg Centre for Systems Biomedicine) für die Ausstellung „Mind the Brain“

Mit der Ausstellung „Mind the Brain“ wurde das 10-jährige Bestehen des Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB) der Universität Luxemburg gefeiert. Das Jubiläum stellte einen wichtigen Meilenstein für die biomedizinische Forschung in Luxemburg dar. „Mind the Brain“ verband Kunst mit Wissenschaft und stellte im gesamten Stadtzentrum von Luxemburg 10 riesige Skulpturen in Form eines Gehirns aus. Jedes der Riesenhirne wurde von einem renommierten luxemburgischen Künstler malerisch gestaltet und repräsentiert einen der Forschungsbereiche des LCSB. Die Ausstellung bot der Öffentlichkeit ein Tor zur biomedizinischen Wissenschaft mit zugänglichen Informationen über die am LCSB durchgeführte Forschung. Um sowohl die luxemburgische Kunst als auch die biomedizinische Forschung zu unterstützen, wurden die 10 Skulpturen zum Verkauf angeboten. Die Hälfte der gesammelten Gelder ging an die Künstler und die andere Hälfte unterstützt ein Forschungsprojekt im Bereich der neurodegenerativen Krankheiten.

 

Outstanding Research-Driven Innovation

Claudine Kirsch und Simone Mortini (Fakultät für Geisteswissenschaften, Erziehungswissenschaften und Sozialwissenschaften) für „Educational movies of language learning practice”

Claudine Kirsch ist spezialisiert auf Sprachlernen und -unterricht, Mehrsprachigkeit und frühkindliche Bildung. Zusammen mit Simone Mortini, der Doktorandin des Projekts MuLiPEC, und anderen Mitgliedern des Forschungsteams entwickelte sie eine Reihe von Videos, die Pädagogen und Lehrern helfen, mehrsprachige Pädagogik in ihren Institutionen umzusetzen. Mehrsprachige Ansätze in Kindertagesstätten und Kindergärten sind in Luxemburg sehr wichtig, weil sie die Ressourcen der Kinder - sprachliche und kulturelle - schätzen und zur Beteiligung und Integration der Kinder beitragen. Einige Lehrer und Erzieher sind jedoch unsicher, wie sie mit der sprachlichen Vielfalt umgehen und wie sie auf diesen Ressourcen aufbauen können.

Die acht Online-Videos, die im Rahmen des Projekts MuLiPEC produziert wurden, zeigen konkrete und evidenzbasierte Beispiele dafür, wie mehrsprachige Pädagogik entwickelt und umgesetzt werden kann. Die Videos werden in Weiterbildungskursen des Service National de la Jeunesse und der Universität Luxemburg sowie in Bachelorkursen an der Universität Luxemburg eingesetzt.

 

Outstanding Scientific Publication

Carole Linster und ihre Teammitglieder Nicole Paczia, Julia Becker-Kettern, Jean-François Conrotte und Daniel Kay (Luxembourg Centre for Systems Biomedicine) für die Publikation „NAD(P)HX dehydratase (NAXD) deficiency: a novel neurodegenerative disorder exacerbated by febrile illnesses“

Carole Linster und ihr Team haben in Zusammenarbeit mit Partnern aus Australien, Amerika, England, Indien und Spanien die genetische Ursache für eine schwere Kinderkrankheit identifiziert. Die betroffenen Kinder leiden an schweren Hautläsionen und Episoden neurologischer Regression, die typischerweise durch leichtes Fieber oder Infektionen ausgelöst werden und schließlich zum frühkindlichen Tod führen. Die Publikation zeigt, dass Mutationen im NAXD-Gen die Ursache für diese Krankheit sind. Das NAXD-Gen kodiert ein Enzym, das für den Abbau von toxischen Abfallprodukten des Zellstoffwechsels verantwortlich ist. Bei Kindern, die die Krankheit tragen, funktioniert dieser sanitäre Mechanismus nicht mehr. Er kann nun als eine Störung der Stoffwechselreparatur klassifiziert werden, ein Prozess, der in der Linster-Gruppe als Schwerpunkt untersucht wird.

Die Forscher konnten auch zeigen, dass der Abbau der Stoffwechsel-Nebenprodukte wieder gut funktioniert, wenn die Funktion des NAXD-Gens in den Patientenzellen wiederhergestellt wurde. Basierend auf den Forschungsergebnissen gab es erste therapeutische Ansätze mit einer Vitamin B3-Behandlung. Diese Behandlung hatte einen drastisch positiven Effekt auf die Hautläsionen und stabilisierte die neurologischen Symptome. Dieses vielversprechende Ergebnis lässt auf das Verständnis, die Behandlung und vielleicht sogar auf die Heilung anderer seltener Krankheiten in der Zukunft hoffen.

 

Schauen Sie sich die Preisverleihung auf der Website des FNR noch einmal an.