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ArcelorMittal Lehrstuhl für Stahlbau: 10 Jahre Zusammenarbeit

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Veröffentlicht am Donnerstag, den 11. Februar 2021

2011 von der Universität Luxemburg und ArcelorMittal ins Leben gerufen, hat der Lehrstuhl für Stahlbau dank der Unterstützung und Motivation beider Partner zahlreiche Erfolge erzielt. Viele neue Projekte werden in den kommenden Jahren erwartet.

Von 2011 bis 2021 wurde der Lehrstuhl zweimal erneuert, jedes Mal mit unterschiedlichen Lehr- und Forschungsausrichtungen, die sich an den Bedürfnissen der Industrie orientieren. Prof. Christoph Odenbreit, Leiter des Labors für Stahl und Stahlverbundbau an der Universität Luxemburg, ist Inhaber des ArcelorMIttal-Lehrstuhls für Stahlbau. Zehn Jahre lang ist es Prof. Odenbreit mit Hilfe von vier Seniorforschern (Oliver Hechler, Renata Obiala, Matthias Braun und Jie Yang) und 11 Doktoranden gelungen, 11 Forschungsprojekte durchzuführen und erfolgreich abzuschließen, etwa 25 Arbeiten in renommierten Fachzeitschriften zu veröffentlichen, mit etwa 66 Beiträgen an Konferenzen teilzunehmen und jedes Jahr 10 Vorlesungen für Bachelor- und Masterstudierende zu halten. ArcelorMittal hat den Lehrstuhl mit insgesamt mehr als 1,6 Millionen Euro unterstützt.

Von der Fassadentechnik zu nachhaltigen Stahlkonstruktionen

Die erste Vereinbarung (2011-2015) konzentrierte sich auf die Entwicklung von energieeffizienten Hightech-Gebäuden aus Stahl, Stahlverbundwerkstoffen und Glas. Vier Forschungsprojekte wurden durchgeführt, um die Verbindungen zwischen Stahlträgern und Stahlstützen zu verbessern, numerische Modelle zur Erkennung von Korrosion in Stahlspundwänden zu verwenden, Stahlträger mit hohen Lasten auf Betonbauteilen zu sichern und die Lebensdauer von Stahldübeln in Stahlverbundbrücken zu untersuchen.

In der zweiten Vereinbarung (2016-2019) hat der Lehrstuhl die Verbindung zwischen Stahl und Glas weiter eingehend erforscht. Besonderes Augenmerk legten die an den Projekten beteiligten Forscher auch auf die Optimierung hochfester Stahlprodukte für den Hochbau. Darüber hinaus arbeitete das Team im Rahmen eines Research Fund for Coal and Steel (RFCS)/Horizon 2020-Projekts mit der University of Bradford, den Technischen Universitäten Darmstadt und Stuttgart sowie dem Steel Construction Institute in London und ArcelorMittal zusammen. In der Folge dieses Projekts leitete Prof. Odenbreit eine Untergruppe, die Vorschläge für die europäische Normung erarbeitete.

Die dritte Vereinbarung (2019- 2022) widmet sich – im Rahmen der Politik des „Green Deal“ der Europäischen Kommission – dem Ziel, den Stahlbau effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Das Hauptziel ist es, einen Kreislaufwirtschaftsansatz für Stahlbaukomponenten weiter zu ermöglichen. Der Lehrstuhl arbeitet an einem modularen System von Stahlträgern und Verbindern, das die Demontage und Wiederverwendung dieser Teile ermöglicht, sobald ein Gebäude das Ende seines Lebenszyklus erreicht hat. Dies erfordert Forschung in verschiedenen Bereichen: das Design der modularen Komponenten, die bestimmte Anforderungen an die Tragfähigkeit erfüllen müssen; das Vorantreiben der Standardisierung von Konstruktionsteilen; die Entwicklung von digitalen Werkzeugen, um die Geschichte und die technischen Spezifikationen jeder einzelnen Komponente zu speichern.

Mehrere Auszeichnungen für den ArcelorMittal-Lehrstuhl

Verschiedene Arbeiten von Doktoranden, die im Rahmen des Lehrstuhls entstanden sind, wurden ausgezeichnet. Im Jahr 2019 wurde Valentino Vigneri für seine herausragende Arbeit „Different load bearing mechanisms in headed stud shear connections for composite beams with profiled steel sheeting“ während der Nordic Steel Construction Conference ausgezeichnet und Dr. Andras Kozma präsentierte seine Ergebnisse in einem TEDx-Talk der Universität Luxemburg.

Im Jahr 2020 erhielt Maciej Chrzanowski einen FNR-Preis für seine herausragende Dissertation Shear Transfer in Heavy Steel-Concrete Composite Columns with Multiple Encased Steel Profiles.

Parallel dazu hat der Lehrstuhl wesentlich zur Ausarbeitung von europäischen Normen im Bereich der Stahl- und Verbundkonstruktionen beigetragen. Insbesondere war das Team aktiv an der Überarbeitung des Eurocode 4 „Design of composite steel and concrete structures“ beteiligt.

Neues Labor, neue Projekte

Ab 2021 werden die Tragwerksversuche im neuen Laborgebäude für Tragwerksplanung in der Halle des Essais auf dem Campus Belval durchgeführt. Im Vergleich zum Labor in Kirchberg erhöht diese neue Infrastruktur unter anderem die Wettbewerbsfähigkeit des Labors, indem sie Versuche mit viel größeren Strukturelementen und größeren Kräften ermöglicht.

„Die Universität Luxemburg ist bestrebt, einen Teil ihrer Forschungsaktivitäten in Partnerschaft mit der Industrie zu entwickeln. Unsere Partnerschaft mit Arcelor Mittal ist sinnbildlich für diese Ambition und zeigt unsere hervorragende Zusammenarbeit und das Vertrauen der letzten zehn Jahre, das durch einen von der Industrie gesponserten Lehrstuhl zementiert wird. Besonders hervorheben möchte ich die hohe Anzahl und Qualität der Projekte, den wachsenden Fokus auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung sowie die Anerkennung durch die Verleihung renommierter Preise“, sagt Prof. Jens Kreisel, Vize-Rektor für Forschung an der Universität Luxemburg.

„Der jüngste FNR-Preis für eine herausragende Doktorarbeit ist wirklich erstaunlich, da es das erste Mal ist, dass diese Auszeichnung an Forscher im Bereich der Ingenieurwissenschaften vergeben wird. Herzlichen Glückwunsch an das Team!“, sagt Olivier Vassart, Chief Executive Officer Steligence® bei ArcelorMittal.

„Der Fachbereich Ingenieurwissenschaften befindet sich in einer Erneuerungsphase mit einer neuen Strategie und neuen akademischen Positionen. Die Zusammenarbeit mit der Industrie wird weiterhin eine wichtige Rolle spielen, wie der Erfolg des ArcelorMittal-Lehrstuhls zeigt“, ergänzt Jean-Marc Schlenker, Dekan der Fakultät für Naturwissenschaften, Technik und Medizin.

„Ich schätze die Arbeit des Lehrstuhlteams sehr, das immer mit Dynamik und Enthusiasmus arbeitet. Nicht nur die exzellente Qualität der Arbeit wurde mit mehreren Preisen belohnt, sondern wir konnten auch einige Entwicklungen in unserem Marktauftritt umsetzen. Herzlichen Glückwunsch!“, sagt Nicoleta Popa, Leiterin von ArcelorMittal Global R&D Construction applications, Infrastructures and Long Products.