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bIoTope erhöht Datensicherheit im „Internet der Dinge“

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Veröffentlicht am Donnerstag, den 28. April 2016

Im Internet der Dinge („Internet of Things“, IoT) werden sehr viele Daten gesammelt. Diese fließen momentan noch weitgehend ungeschützt zwischen den verschiedenen Knotenpunkten im Internet, aber auch zwischen den Anbietern von Diensten im IoT. Gleichzeitig gibt es noch keine Standardisierung der Datenströme, sodass die verschiedenen IoT-Dienste nur sehr begrenzt miteinander interagieren können. Beide Aspekte – Standardisierung und Datensicherheit – sind Kernthemen des neuen EU-Projektes bIoTope, das kürzlich mit einem Meeting in Helsinki seinen operativen Betrieb aufgenommen hat.

Baukasten für das Internet der Dinge

Von den 21 Projektpartnern kommen zwei aus Luxemburg: Das Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust (SnT) der Universität Luxemburg und die Beratungsfirma itrust consulting. Das Projekt wird insgesamt mit mehr als 7,8 Millionen Euro von der Europäischen Kommission gefördert. Speziell die Datensicherheit ist der Schwerpunkt der beiden Luxemburger Projektpartner SnT und itrust.

Wärend in den USA IT-Giganten wie Apple oder Google jeweils ihre eigenen IoT-Systeme aufbauen, hat Europa viele sehr agile, aber auch kleinere Unternehmen , die in offenen IoT-Systemen kooperieren müssen“, sagt Dr. Sylvain Kubler vom SnT.  Diesen soll mit einem neuen Framework – quasi einem Baukasten – eine Methode an die Hand gegeben werden, die sie als Basis für zuverlässige und standardisierte Produkte für das IoT verwenden können. „Es wird eine große Herausforderung, die Sicherheitsprotokolle zu spezifizieren und Kryptographieverfahren zu implementieren“, ergänzt Dr. Carlo Harpes von itrust consulting.

Mit Internet der Dinge, Internet of Things oder IoT bezeichnet man die Vernetzung von Objekten der „realen Welt“ mit den Datenströmen des Internets. So sind beispielsweise schon heute Pakete durch Tracking-Dienste der Logistikunternehmen nicht nur in der realen Welt zu Hause, sondern besitzen auch jederzeit ihre virtuelle Entsprechung. Weitere Dinge, die schon bald den Weg ins Internet finden werden oder diesen teilweise schon gefunden haben, sind Fahrzeuge, Smart Homes und regenerative Energieerzeuger.

Zusammenarbeit von Forschern und Industrie

„Das Internet of Things – und besonders die Frage der Datensicherheit darin – ist ein neuer Bereich, der viel Potenzial hat und in dem viele Akteure aus Luxemburg aktiv sind“, ordnet Dr. Carlo Harpes von itrust ein. „Wir sind überzeugt, dass eine engere Zusammenarbeit der Forschungsgruppen und der Industrie aus Luxemburg dabei sehr große Vorteile mit sich bringen würde.“

Auf einem Industrieworkshop von SnT und iTrust vom 19. bis zum 21. April ging es daher am zweiten Tag ganz speziell um die Datensammlung für das Internet der Dinge. Dr. Sylvain Kubler leitete diesen Tag: „Ein Baukasten für IoT-Anwendungen muss mit den Besonderheiten des IoT zurechtzukommen und den Kunden die volle End-zu-End-Kontrolle über ihre Daten geben. Auch die Zahlungsmöglichkeiten im IoT sind dabei ein wichtiger Aspekt.“

SnT und itrust sind seit über drei Jahren Partner. Sie tauschen sich wissenschaftlich und personell aus. Gegenseitiges Lernen und die gemeinsame Suche nach neuen Projekten sind dabei die Ziele.