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Dritte externe Evaluierung der Universität Luxemburg

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Veröffentlicht am Montag, den 27. Februar 2017

Die Universität Luxemburg hat von externen Evaluatoren sehr gute Noten für ihre Forschung sowie für die Aufbauphase der Institution erhalten. Die im Hochschulgesetz im Vierjahresrhythmus vorgeschriebene Prozedur wurde nun bereits zum dritten Mal durchgeführt. Die heute vorgestellte Evaluierung war zweigeteilt in eine Forschungsevaluation und eine institutionelle Evaluation.

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Die Forschungsevaluation stellt die erste umfassende quantitative und qualitative Untersuchung der  gesamten Forschungsleistung der Universität von 2012 bis 2015 dar. Neun der dreizehn Forschungseinheiten und interdisziplinären Forschungszentren wurde dabei eine laut Evaluatoren „international führende Position“ attestiert. Hierzu zählen das “Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust” (SnT) und das “Luxembourg Centre for Systems Biomedicine” (LCSB) sowie die Forschungseinheiten in Physik und Materialwissenschaften, in „Computer Science and Communications“, die Mathematik, die Rechtswissenschaften, das „Centre for Research in Economics and Management“ (CREA), sowie bei den Geisteswissenschaften die Forschungseinheiten „Identités. Politiques, Sociétés, Espaces” (IPSE) und die “Integrative Research Unit on Social and Individual Development” (INSIDE).

Sieben der dreizehn Forschungseinheiten konnten den Experten zufolge signifikante Drittmittel gewinnen, vor allem vom „Fonds National de la Recherche“ (FNR) und der EU-Kommission. Der Beitrag der Universität zur luxemburgischen Gesellschaft und ihr internationaler Charakter wurden von den Evaluatoren besonders hervorgehoben. Der Bericht lobt außerdem die ausgezeichneten Arbeitsbedingungen an der Uni, die motivierten und hochqualifizierten Forscher, die Konzentration auf wenige Forschungsschwerpunkte sowie die sehr gute nationale und internationale Vernetzung und Zusammenarbeit.

„Die exzellente Bewertung unserer Forschungseinheiten ist ein Ansporn für uns, weiter nachhaltig in sie zu investieren, um ihre internationale Position zu halten oder sogar weiter auszubauen“, freut sich Rektor Rainer Klump. „Wir sehen uns als Hochschule für das Land und die gesamte Region. Die Universität ist bereits das erfolgreichste Internationalisierungsprojekt Luxemburgs und wir werden unsere Rolle als internationaler Research Hub weiter ausbauen. Die guten Noten bestätigen uns in dieser Strategie.“

Verbesserungsbedarf sehen die Experten vor allem in der strategischen Ausrichtung und Organisation einzelner Forschungseinheiten, in den Formalismen der institutionellen Qualitätssicherung sowie bei den Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten der Mitarbeiter.

Dies sind einige zentrale Ergebnisse der neuen externen Forschungsevaluierung der Universität durch die Interface Politikstudien Forschung Beratung GmbH, Schweiz.

Institutionelle Evaluation: junge Uni in der Konsolidierungsphase

Parallel hierzu fand auch eine institutionelle Evaluation statt - mit Schwerpunkt auf Governance, Management, Organisation, Qualitätssicherung und -kultur; Lehren und Lernen, Internationalisierung und Forschung allgemein. Auch diese Evaluation zieht ein positives Fazit: „Wir haben eine junge, aktive Universität vorgefunden, die sich in einer Konsolidierungsphase befindet und sich vom Start-up zu einem etablierten internationalen Player in Forschung und Lehre entwickelt hat. Davon profitieren sowohl Luxemburgs Wirtschaft als auch die Gesellschaft“, so die Prüfer  des „Institutional Evaluation Programme“ der Europäischen Universitätsvereinigung (European University Association).

Die Experten empfehlen der Uni, sich auf die anstehende Konsolidierungsphase zu konzentrieren. Diese beinhalte auch die Fertigstellung des Campus Belval und die Förderung des dortigen studentischen Lebens. Die Autoren regen zudem an, die akademischen und administrativen Entscheidungsfindungsprozesse weiter zu verbessern, die Qualitätssicherungsprozesse auszubauen und wo möglich zu dezentralisieren, die pädagogische sowie die Internationalisierungsstrategie zu schärfen, auf Gleichgewicht und Verknüpfung von Forschung und Lehre zu achten und Studierende stärker einzubinden.

Die in den Evaluationsberichten angesprochenen Mängel wurden zum Teil bereits proaktiv durch eine Reihe von Initiativen von der Universität angegangen. „Darüber hinaus ist die Unterstützung seitens des Parlaments und der Regierung weiterhin entscheidend, vor allem in Bezug auf das Budget und das geplante neue Hochschulgesetz“, betonte Rektor Rainer Klump. Besonders im Hochschulgesetz sieht die Universität großes Potenzial, um die Governance- und Managementstrukturen weiterzuentwickeln und so die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Verschiedene vorgeschlagene Maβnahmen wie die Reorganisation einzelner Forschungseinheiten sind bereits auf dem Weg. Die Akkreditierung der Studiengänge sowie die Stärkung digitaler Lehrmethoden und lebenslanger Lernangebote sind ebenfalls in Planung. Zudem wurden 2016 bereits erstmals offizielle Studierendenvertreter gewählt und Studierende stärker in die Governance miteingebunden. Die „Maison des Arts et des Étudiants“, die dieses Jahr eröffnen soll, wird als Meilenstein für mehr Studentenleben auf dem Campus Belval sorgen.

Alle Empfehlungen der Evaluatoren wurden gemeinsam mit dem Aufsichtsrat analysiert und werden nach Möglichkeit im nächsten Vierjahresplan von 2018 bis 2021 umgesetzt.

Die beiden Berichte der externen Prüfer wurden der Öffentlichkeit heute vom Hochschulminister vorgestellt.

© Michel Brumat / Universität Luxemburg