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Eine digitale Ausstellung über den „Großen Krieg“ in Luxemburg

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Veröffentlicht am Donnerstag, den 19. April 2018

Die digitale Ausstellung „Éischte Weltkrich: Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg in Luxemburg“ ist ein Projekt des Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History an der Universität Luxemburg (C²DH), das sich einer wichtigen, jedoch oft vernachlässigten und wenig erforschten Zeit in der Geschichte des Großherzogtums widmet.

Die digitale Ausstellung ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts, das im Februar 2016 mit Unterstützung des Staatsministeriums begonnen wurde. Dank der Sammlungen und Expertise einiger der bedeutendsten Museen, Archive und kulturellen Institutionen Luxemburgs, hat sich das als langfristige Ressource angelegte Projekt stetig vertieft und erweitert.

Die Online-Ausstellung ist so gestaltet, dass sie ein breites Spektrum an Nutzern mit verschiedenen Interessen und unterschiedlichem Vorwissen anspricht. Sie ist in drei Sprachen abrufbar (französisch, deutsch und englisch). und bietet vier verschiedene, unabhängige, aber verknüpfte Navigationsmodi an: Ein erzählungsorientierter Modus; ein digitales Archiv; eine interaktive, georeferenzierte Karte; und eine Zeitleiste. Weitere Bereiche der Webseite umfassen pädagogische Inhalte für Schulen sowie herunterladbare akademische Beiträge und Artikel.

Vier verknüpfte Einstiegspunkte

Erforschte Themen sind, unter anderem, die Besetzung Luxemburgs durch das deutsche Militär, die Probleme bei der Versorgung der Bevölkerung mit den entsprechenden Folgen, soziale und politische Spannungen, sowie die Art und Weise wie der „Große Krieg“ die Geschichtsschreibung und das kollektive Gedächtnis des Landes geprägt hat.

Die Webseite bietet vier unabhängige, aber verknüpfte Navigationsmodi an:

  • Vier Hauptthemen „Besetzung“, „Hunger“, „Leid und Verlust“ und „Nachkriegszeit“ zeigen die Geschehnisse und Auswirkungen des Ersten Weltkriegs in Luxemburg in erzählerischer und multimedialer Form auf.
  • Die „Sammlung“ ist ein digitales Archiv bestehend aus Bildern, Filmen, Presseartikeln, Büchern, persönlichen Briefen, Tagebüchern und offiziellen Schreiben. Eine Suchmaschine ermöglicht es, Ergebnisse nach Art der Quelle, Zeiträumen oder Schlüsselwörtern zu filtern. Alle Bilder und Ausstellungsstücke sind mit einer Beschreibung und mit Hinweisen bzw. Quellenangaben versehen.
  • Auf einer interaktiven Karte von Luxemburg kann der Nutzer die Orte finden, die mit den Geschehnissen des Ersten Weltkriegs (z. B. Orte, die bombardiert wurden) oder dem Gedenken an diesen Krieg (Kriegsgräberstätten, Denkmäler usw.) verbunden sind.
  • Eine Zeitleiste informiert über die wichtigsten Ereignisse der Jahre 1914-1920 und verbindet diese mit den dazu passenden Objekten der Sammlung.

Zwei zusätzliche Bereiche der Seite richten sich etwas zielgerichteter an bestimmte Gruppen. Der Bereich „Bildung“ wurde in Abstimmung mit der „Association luxembourgeoise des enseignants d’histoire - ALEH“ (Verband der Geschichtslehrer Luxemburgs) entwickelt und bietet eine Reihe pädagogischer Aktivitäten für den Unterricht an weiterführenden Schulen. Jede der empfohlenen Aktivitäten nimmt einen der Gegenstände aus der Sammlung als Ausgangspunkt zum Erforschen eines breiteren historischen Kontexts. Ziel ist es, das Studieren lokaler Geschichte zu fördern und die Schüler anzuregen, unter Nutzung digitaler Instrumente und Ressourcen eigene Recherchearbeiten durchzuführen.

Der zweite zusätzliche Bereich, „Ressourcen“, beinhaltet eine Auswahl wissenschaftlicher Artikel zu verschiedenen Themen, die mit dem Hauptthema der Ausstellung in Verbindung stehen.

 

 

Ein abwechslungsreiches kollaboratives Projekt

Die digitale Ausstellung „Éischte Weltkrich“ vom C²DH wurde in Zusammenarbeit mit den Archives nationales de Luxembourg (Luxemburger Nationalarchiv), der Bibliothèque nationale de Luxembourg (Nationalbibliothek Luxemburg), dem Centre de Documentation sur les Migrations Humaines (Dokumentationszentrum für Migrationen), dem Centre national de l’audiovisuel (Nationales audiovisuelles Zentrum), dem Musée national d’histoire et d’art (Nationalmuseum für Geschichte und Kunst) sowie dem Musée national d’histoire militaire (Nationales Museum für Militärgeschichte) erstellt. Darüber hinaus entstand auch eine Partnerschaft mit Europeana 14-18, einer umfangreichen digitalen Sammlung über den Ersten Weltkrieg, die Hunderte von Dokumenten, Bildern und Artefakten über Luxemburg enthält.

Das Forschungsprojekt enthält ein ganzes Programm mit ergänzenden Aktivitäten, Vorträgen, Workshops und Veröffentlichungen. In diesem Kontext hat das C2DH an der Gestaltung der Ausstellung „Être ailleurs en temps de guerre (14-18) – Étrangers à Dudelange / Dudelangeois à l’étranger“ mitgewirkt, die derzeit im Centre de documentation sur les migrations humaines in Düdelingen besichtigt werden kann und über das ganze Jahr 2018 hinweg von Veranstaltungen und Vorträgen begleitet wird. Sowohl die digitale Ausstellung, als auch die Ausstellung in Düdelingen sind sind Teil des „Europäischen Jahres des Kulturerbes 2018“.

Die Verantwortlichen des Forschungsprojekts „Éischte Weltkrich“ im C²DH sind Prof. Dr.  Andreas Fickers, Prof. Ass. Dr. Denis Scuto sowie Koordinatorin Dr. Sandra Camarda. Das Projekt wird im Rahmen einer Vereinbarung zwischen dem Staatsministerium und der Universität Luxemburg finanziert.

Die Ausstellung ist unter www.ww1.lu auffindbar.