Startseite // Universität // Aktuelles // Topthema // Globale FinTech-Forschung

Globale FinTech-Forschung

twitter linkedin facebook email this page
Veröffentlicht am Mittwoch, den 23. August 2017

Drei Professoren der Rechtswissenschaften an der Universität Luxemburg, der Universität Hongkong (China) und der UNSW Sydney (Australien) haben sich in einer Kooperation zusammengetan, um die Forschung über Recht und Regulierung im Bereich der Finanztechnologie (FinTech) voranzutreiben.

Prof. Dr. Dirk Zetzsche (ADA-Lehrstuhl in Financial Law / Inclusive Finance – Universität Luxemburg), Prof. Dr. Douglas Arner (Kerry-Holdings-Stiftungsprofessor in Rechtswissenschaften – Universität Hongkong) und Prof. Dr. Ross Buckley (Scientia-Professor und King & Wood Mallesons-Lehrstuhl für internationales Finanzrecht – UNSW Sydney) forschen in drei wichtigen internationalen Finanzzentren verteilt auf drei Kontinente.

Eine Zusammenarbeit für die FinTech

Seit Beginn der Kooperation Anfang des Jahres haben die drei Experten in FinTech und RegTech (Regulatory Technology, IT-gesteuerte Regulierung) in Zusammenarbeit mit Janos Barberis, dem Mitgründer des Accelerators SuperCharger zur Unterstützung von FinTech Start-Ups, vier wissenschaftliche Artikel verfasst. Diese befassen sich mit den Auswirkungen von Big Data auf das Finanzsystem und den Herausforderungen bei der Regulierung von FinTech („FinTech and RegTech: Enabling Innovation while Preserving Financial Stability“, Georgetown Journal of International Affairs, für 2018 vorgesehen). Daneben stellen die Autoren eine Theorie der technologiegesteuerten Regulierung auf, die verschiedene Regulierungsinstrumente und deren Auswirkungen auf Innovation betrachtet und analysieren das Haftungsrisiko in diesem Bereichen sowie dessen Auswirkungen auf die Nutzung und Entwicklung der Blockchain-Technologie.

Die drei Finanzzentren in Luxemburg, Honk Kong und Sydney müssen auf rasche technologische Umwälzungen und Innovationen reagieren. Prof. Dr. Zetzsche betont im Zusammenhang mit der Kooperation: „Um Finanzinnovation intelligent zu regulieren, müssen alle Stakeholder – der Finanzsektor, Start-ups, Regulierungsbehörden und Forscher – Technologieund Rechtverstehen. Nur globale Forschung kann die wahre Geschwindigkeit und Breite dieser Entwicklungen erfassen.“

Diese Auffassung wird von Prof. Dr. Arner geteilt: „Finanztechnologie verändert durch Big Data, künstliche Intelligenz, Regulierungstechnologie, Crowdfunding, Smart Contracts usw. die Grundlagen unseres Regulierungssystems. Nur Finanzzentren, die ihren regulatorischen Rahmen anpassen, werden ihre Relevanz beibehalten und ausbauen können.“

„Das Potenzial für FinTech ist bedeutend“, fügt Prof. Dr. Buckley hinzu: „Durch FinTech können Probleme im Zusammenhang mit den Kosten von Transaktions-, Compliance- und Risikomanagement angegangen werden. Diese Vorteile haben allerdings einen Preis – menschliche Fehler werden gegen die Risiken der Informationstechnologie getauscht. Es bedarf eines intelligenten, analytischen Ansatzes und hier kann wissenschaftliche Forschung einen grundlegenden Unterschied machen.“

Konferenz in Luxemburg vereint drei Experten im Herbst

Zusammen wurden die Arbeiten der drei Professoren in diesem Bereich über 30 000 Mal im Social Science Research Network (SSRN) heruntergeladen und sie haben im letzten Jahr über 30 wissenschaftliche Artikel und Buchkapitel veröffentlicht. Ihre Forschungskooperation in den Bereichen FinTech und RegTech wird von drei Förderungseinrichtungen unterstützt:

  • Der Fonds National de la Recherche (FNR), Luxemburg;
  • das Hong Kong Research Grants Council Theme-based Research Scheme in Hongkong; und
  • der australische Forschungsrat bewilligten eine Förderung.

Prof. Dr. Zetzsche, Prof. Dr. Arner und Prof. Dr. Buckley werden ihre Arbeiten neben anderen renommierten Forschern und FinTech-Regulierungsbehörden auf der dritten jährlichen FinTech-Konferenz FinTech - Law and Regulation, die von der Forschungseinheit Rechtswissenschaften der Universität Luxemburg am 9. Oktober 2017 organisiert wird, präsentieren.

Foto: Dirk Zetzsche, © Michel Brumat / Universität Luxemburg