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Veröffentlicht am Mittwoch, den 20. Januar 2016
Neun bewilligte Projekte und eine Fördersumme von insgesamt vier Millionen Euro – das ist die Bilanz des Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust (SnT) der Universität Luxemburg in der neuen Förderlinie Horizon 2020 der EU-Kommission für das Jahr 2015.
„Wir konnten unsere Erfolgsrate im vergangenen Jahr extrem steigern“, sagt SnT-Direktor Prof. Dr. Björn Ottersten. „Das ist umso erfreulicher, als der Wettbewerb hart ist und nur die besten Anträge eine Chance auf Finanzierung mit EU-Mitteln haben.“ Die Basis für die gute Wettbewerbsfähigkeit des SnT sieht Ottersten in der strategischen Ausrichtung des SnT: „Wir haben in den vergangenen Jahren die weltweit besten Wissenschaftler aus dem Feld der Informations- und Kommunikationstechnologie an uns binden können, haben uns sehr stark in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses engagiert und von Anfang an auf eine intensive Zusammenarbeit mit Partnern aus Industrie und öffentlichem Sektor Wert gelegt. Damit haben wir uns eine hervorragende Position im internationalen Forschungsumfeld erarbeitet.“
Horizon 2020 setzt die ehemaligen Rahmenprogramme in der europäischen Forschungsförderung fort. Neu ist nicht nur der Name – auch in der Konzeption hat Horizon 2020 veränderte Schwerpunkte, so die Ausrichtung der Projekte auf Innovation. Stand früher die Forschung im Vordergrund, fordert die EU-Kommission von den Antragstellern nun neben wissenschaftlicher Exzellenz auch eine enge Anbindung an die Wirtschaft. Das Ziel: Die EU soll eine wissens- und innovationsgestützte Gesellschaft und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft aufbauen.
„Einen signifikanten Beitrag zur technologischen und wirtschaftlichen Entwicklung Luxemburgs und Europas im ICT-Sektor zu leisten: Das war unser strategisches Ziel seit Gründung des SnT“, so Ottersten: „Jetzt liegen wir damit genau im Fokus von Horizon 2020 und können unsere wissenschaftliche Arbeiten mit den EU-Fördermitteln noch einmal intensivieren. Das wird der Entwicklung der ICT-Branche in Luxemburg zusätzlichen Schub verleihen.“
Die Projekte im Überblick
Biotope: Building an IoT open innovation ecosystem for connected smart objects
Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) bietet viele Chancen für Gesellschaft und Wirtschaft. Noch nutzen aber viele Strukturen im IoT – Smart-Phones und -Watches, vernetzte Fahrzeuge oder intelligente Gebäude – eigene ICT-Ansätze. Das macht es schwierig, einheitliche Schnittstellen zu gestalten, die eine echte Vernetzung ermöglichen. Biotope leistet einen Beitrag, dieses Hindernis zu überwinden und die Potenziale des IoT zu heben.
MIREL: Mining and reasoning with legal texts
Die Herausforderungen der juristischen Informatik sind das Management einer großen Zahl von rechtlichen Normen, ihre sprachliche Erschließung und Anwendung. Im MIREL-Konsortium wollen die Wissenschaftler ein internationales und branchenübergreifendes Netzwerk schaffen sowie Werkzeuge entwickeln, die die IT-gestützte Bearbeitung und Nutzung von Texten mit rechtlichen Normen wesentlich verbessern werden.
SANSA - Shared Access terrestrial - Satellite Backhaul Network enabled by Smart Antennas
Mit SANSA sollen Kapazität, Elastizität und Abdeckungsweite mobiler Netzwerke verbessert werden. Zugleich beabsichtig das Projekt ihrer Spektrenweite und Energieeffizienz zu steigern. Damit unterstützt SANSA ein wichtiges Ziel der Digitalen Agenda 2020 der EU-Kommission, mit der die Wettbewerbsfähigkeit der EU im Mobilfunkbereich gestärkt werden soll.
STARR - Decision SupporT and self-mAnagement system for stRoke survivoRs
Schlaganfall ist eine der häufigsten Todesursachen und Gesundheitseinschränkungen. In Europa verursachen Schlaganfälle Kosten von etwa 65 Milliarden Euro pro Jahr. In der alternden Gesellschaft ist die Tendenz steigend. Um dem entgegenzuwirken, müssen gefährdete Menschen besser in die Lage versetzt werden, die Risikofaktoren zu handhaben. Das ist das Ziel des STARR-Projekts, mit dem der tägliche Lebenswandel Betroffener IT-gestützt auf die Risikofaktoren abgestimmt werden soll.
Flysec - Fly faster through an innovative and robust risk-based SECurity tunnel
Flysec ist ein Foschungs- und Innovationsprojekt, das zum Ziel hat, einen integrierten „end-to-end“ Sicherheitsprozess für die Luftfahrt zu entwickeln. Damit soll eine zielgerichtete und schlanke Sicherheitprozedur vom Boden über die Gates bis in die Luft ermöglicht werden. Das Projekt integriert Expertise und Forschungsexzellenz aus Industrie, kleinen und mittleren Unternehmen sowie akademischer Forschung und wird zudem Flughäfen, Fluglinien und Passagiere einbeziehen.
TARGET - Training Augmented Reality Generalized Environment Toolkit
Exzellente und dementsprechend teure Arbeitskräfte sollen in Unternehmen schnell arbeitsfähig und wirksam werden. Die Einarbeitungsphase ist jedoch häufig sehr personal- und kostenintensiv. Mit TARGET sollen neue Verfahren des technologiebasierten Lernens (Technology Enhanced Learnung, TEL) entwickelt und erforscht werden, die eine schnelle und effiziente Kompetenzentwicklung neuer Mitarbeiter ermöglichen.
Privacy Flag - Enabling Crowd-sourcing based privacy protection for smartphone applications, websites and Internet of Things deployments
Der Schutz persönlicher Daten ist in der globalisierten Welt sehr komplex und für den Einzelnen unüberschaubar geworden. Mit Pricacy Flag wollen die SnT-Forscher und ihre Kooperationspartner Crowdsourcing, ICT-Technologien und juristische Expertise kombinieren. Ihr Ziel: Die Privatsphäre soll beim Besuch von Webseiten, bei der Nutzung von mobilen Applikationen oder so genannten Smart Devices vom Nutzer individuell besser überwacht und geschützt werden können.
ProLeMas - Processing Legal Language for Normative Multi-Agent Systems
Formale Nomen entsehen aus Gesetzen im Rahmen eines Interpretationsprozesses. In der ICT sind große Sets von Normen für die Verarbeitung großer Datenmengen schwer handhabbar. Mit ProLeMas wollen die Wissenschaftler eine bereits existierende Technologie weiter entwickeln und zur Praxisreife führen, die Big Data und Normeneinsatz effektiv verbindet.
F-INTEROP
Mit F-Interop wollen die Wissenschaftler Werkzeuge entwickeln und zur Verfügung stellen, um Standardisierungsprozesse und Produktentwicklungen zu unterstützen und zu beschleunigen. So sollen Barrieren beseitigt werden, die solche Prozesse in die Länge ziehen und Kosten in die Höhe treiben.
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Nähere Informationen über:
Bildzeile: Prof. Dr. Björn Ottersten, SnT-Direktor, © paperjam, 2016
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