In Luxemburg variiert die Sprachpraxis je nach Branche
Veröffentlicht am Mittwoch, den 15. Juli 2015
Eine Sprachpraxis, die sich je nach Branche ändert, und eine zunehmende Nachfrage nach Sprachkenntnissen sind die Hauptergebnisse eines von dem Soziologen Fernand Fehlen und der Wirtschaftswissenschaftlerin Isabelle Pigeron-Piroth veröffentlichten neuen Forschungsberichts. Die beiden Forscher der Universität Luxemburg untersuchten die in den Stellenanzeigen im Luxemburger Wort und auf der Webseite Jobs.lu geforderten Sprachkenntnisse. In dieser Forschungsarbeit, die sich über 30 Jahre (1984-2014) erstreckte, werden der Gebrauch bestimmter Sprachen in unterschiedlichen Wirtschaftszweigen und deren Entwicklung über die Jahre hinweg ersichtlich. 2014 wurden Kenntnisse in einer oder mehreren Sprachen in fast 72 Prozent der Anzeigen im Luxemburger Wort explizit verlangt. 1984 war dies nur bei 46 Prozent der Fall. Die Suche nach dreisprachigen Bewerbern hat sich mehr als verdoppelt: von 20 Prozent der Anzeigen im Jahr 1984 auf 42 Prozent. Es handelt sich hierbei aber nicht nur um einen größeren Bedarf an dreisprachigen Mitarbeitern, auch die Praktiken haben sich geändert. In der Vergangenheit schien es nicht notwendig, in Stellenanzeigen auf Kenntnisse in den drei Landesprachen hinzuweisen, und diese Sprachkenntnisse wurden oftmals implizit vorausgesetzt. Während die Tageszeitung Luxemburger Wort eher lokal begrenzt ist, will die Webseite Jobs.lu ein internationales Publikum ansprechen und hier werden insbesondere Anzeigen für Arbeitsstellen im Finanzbereich oder in der Wissenschaft geschaltet. Diese Spezialisierung spiegelt sich wieder in den unterschiedlichen Sprachprofilen, die von diesen zwei Medien verlangt werden.
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