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Neues Weiterbildungsprogramm im Bereich Mikrofinanz

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Veröffentlicht am Freitag, den 27. Januar 2017

Die Universität Luxemburg und Appui au Développement Autonome (ADA) haben im Januar in Zusammenarbeit mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) ein neues Weiterbildungsprogramm auf den Weg gebracht, das „Certificate in Law and Regulation of Inclusive Finance“. Ziel ist die Förderung von Fachkompetenz und Erfahrungsaustausch in diesem aufstrebenden Bereich des Finanzrechts.

Das Certificate in Law and Regulation of Inclusive Finance findet im Rahmen der Aktivitäten des ADA Chair in Financial Law (Inclusive Finance) statt, einer Kooperation zwischen der Fakultät für Rechts-, Wirtschafts- und Finanzwissenschaften an der Universität Luxemburg und der Nichtregierungsorganisation ADA, die sich der Stärkung von Mikrofinanz-Dienstleistungen für Bevölkerungsgruppen widmet, die von traditionellen Banking-Kanälen ausgeschlossen sind. Das Programm wurde in Zusammenarbeit mit der EIB und dem EIB Institute entwickelt und wurde weiterhin von der Finanzaufsichtsbehörde CSSF sowie der Anwaltskanzlei Arendt & Medernach unterstützt.

Die ersten Absolventen

Die erste Gruppe von 22 Studierenden schloss das Programm am 26. Januar erfolgreich ab, nachdem sie zwei Wochen lang Kurse in Regulierungsaufsicht, Recht und Ethik, Investitionsvehikeln und Bankenrecht besucht hatten. Diese wurden von Professoren der Universität Luxemburg sowie eingeladenen Dozenten von ADA und weiteren Mikrofinanzierungs-Experten gehalten. Die Studierenen erhielten ihre Zeugnisse bei einer Abschlussfeier in der EIB am Donnerstagabend.

Unter den Teilnehmern waren Fachkräfte, die im Finanzbereich, für Regulierungsbehörden und Mikrofinanzinstitute sowie an Hochschulen tätig sind. Zusätzlich zu Studierenden aus Luxemburg und Belgien reisten Teilnehmer aus Ghana, Indien, Indonesien, Kamerun, Kenia, der Mongolei, Marokko, Nigeria, Pakistan, Palästina, Tansania und Tunesien an, um am Programm teilzunehmen. Studierende, die finanzielle Unterstützung benötigten, erhielten ein Vollstipendium, das teilweise durch beitragszahlende Teilnehmer finanziert wurde.

Certificate in Law and Regulation of Inclusive Finance, 2017

© Raoul Somers / BEI

 

Austausch zwischen Akademikern und Fachleuten

Mit dem zweiwöchigen Programm übernimmt die Universität Luxemburg eine führende Rolle in Studium und Lehre von Recht und Regulierung im Mikrofinanzbereich. Prof. Dr. Dirk Zetzsche, Inhaber des ADA Chair in Financial Law (Inclusive Finance) und Kursleiter des Programms, bemerkte dazu: „Recht und Regulierung im Mikrofinanzbereich ist ein aufstrebender Bereich. Dieses Programm ermöglicht den Austausch zwischen Akademikern und Fachleuten sowie den Wissenstransfer von der europäischen Rechtsprechung zu Entwicklungsländern.“

Der Geschäftsführer von ADA, Olivier Massart, fügte hinzu: „Das Teilen von Wissen und Praktiken aus dem Bereich der Mikrofinanzierung durch die Universität Luxemburg ist ein Gewinn für den Aufbau der nächsten Generation von Mikrofinanz-Managern. Der Sektor der finanziellen Integration spielt eine zunehmend wichtige Rolle im Wachstum von Regionen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Angesichts der vor diesen Ländern liegenden Herausforderungen ist der Einsatz finanziellen Fachwissens aus Luxemburg für die Bildung von Führungskräften in der Mikrofinanzierung ein Schlüssel zum Erfolg.“

Francisco de Paula Coelho, Dekan des EIB Instituts, sagte abschließend: „Zugang zu Finanzdienstleistungen stärkt kleine und mittlere Unternehmen und verändert Leben. Wir sind stolz darauf mit der Universität Luxemburg und ADA zusammenzuarbeiten, um Kompetenzen von Fachleuten aus der ganzen Welt zu steigern und Mikrofinanzierung für die Bedürftigen weiterzuentwickeln.“

Nach dem erfolgreichen Abschluss des ersten Programmdurchlaufs wird das Certificate in Law and Regulation of Inclusive Finance voraussichtlich jährlich als zweiwöchiges Weiterbildungsprogramm fortgesetzt.

© Michel Brumat / Universität Luxemburg