Private-Equity-Fonds bringen vermutlich nicht die gewünschten Returns
Veröffentlicht am Dienstag, den 13. Oktober 2015
Aktuelle Forschungsergebnisse an der Luxembourg School of Finance deuten darauf hin, dass der Glaube von Investoren an höhere Renditen durch Private-Equity-Fonds möglicherweise fehlgeleitet ist, und stellen deren steigende Popularität in Frage. Viele Anleger meinen, dass sie höhere Returns erzielen können, indem sie Fonds von nicht börsennotierten Unternehmen kaufen (sogenannte Private-Equity-Fonds) statt Fonds, die in börsennotierte Unternehmen investieren. Private-Equity-Fonds wurden in letzter Zeit bei großen Gesellschaften (insbesondere Rentenfonds und Versicherungen) und Privatpersonen, die sich hohe Renditen in Zeiten niedriger Zinsen erwarten, immer beliebter. Aber irren sie sich vielleicht? Frühere wissenschaftliche Studien würden dies verneinen, aber die neue Studie, Risk and Expected Returns of Private Equity Investments: Evidence Based on Market Prices, von Dr. Roman Kräussl von der Luxembourg School of Finance (LSF) der Universität Luxemburg, Narasimhan Jegadeesh (Goizueta Business School, Emory University und NBER) und Joshua M. Pollet (College of Business an der University of Illinois in Urbana-Champaign) lässt Zweifel aufkommen. „Wir haben einen Weg gefunden, um diese Verzerrung zu umgehen.“„Aktuelle Studien sind anfällig für Selektionsbias“, meint Dr. Kräussl. „Sie sind auf Informationen der General Partner des Fonds oder großer Ableger angewiesen, aber diese haben oftmals andere Erfahrungen gemacht als typische Private-Equity-Anleger. Wir haben einen Weg gefunden, um diese Verzerrung zu umgehen.“ Dr. Kräussl und seine Kollegen untersuchten die Aktienmarktentwicklung von Fonds mit Portfolios von Private-Equity-Kommanditgesellschaften – eine zuverlässige Grundlage zur Messung von Private-Equity-Anlagerenditen, weil die Aktienpreise dieser Unternehmen je nach Entwicklung ihrer Anlageportfolios fluktuieren. Dabei zeigt sich, dass die Erwartungen langfristiger Entwicklungen von Private-Equity-Anlagen sich nur sehr wenig von jenen normaler Aktienmarktindexe (zwischen -0,5 und +2,0%) unterscheiden. In anderen Worten, die erwarteten Renditen sind ähnlich hoch wie bei an den größten Börsen gehandelten Wertpapieren. Auch wurde festgestellt, dass das systematische Risiko von Startups (d. h. Private-Equity-Anlagen) ähnlich ist wie bei Investitionen in börsennotierte Aktien von Klein- und Mittelbetrieben. Das Paper wird demnächst in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift The Review of Financial Studies veröffentlicht werden. Foto: Roman Kräussl, © Michel Brumat / Universität Luxemburg |
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