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„Ranke.2“ – Anleitung zur kritischen Bewertung digitaler Quellen

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Veröffentlicht am Donnerstag, den 08. November 2018

Die Website „ranke2.uni.lu“ stellt allen Personen, die im Bereich der Geisteswissenschaften tätig sind, interaktives Lehrmaterial zur Verfügung, um digitale historische Quellen besser bewerten und hinterfragen zu können.

Das digitale Umfeld und neue Technologien haben die Art und Weise verändert, wie Quellen verarbeitet und aufgenommen werden, unabhängig davon, ob sie ob für Lehr-, Lern- oder Forschungszwecke erstellt wurden. Dies wirkt sich darauf aus, wie wir Quellenkritik anwenden können, um die Aussagekraft, Relevanz und Bedeutung von Quellen einzuschätzen.

Studenten, auch wenn sie so genannte „Digital Natives“ sind (oder vielleicht auch gerade dann), sowie Lehrpersonal und Forscher müssen sich neue Fähigkeiten aneignen. Das beginnt mit dem Verständnis für die technischen und mathematischen Grundlagen digitaler Phänomene. Dazu gehört auch, sich ständig über den Ursprung dessen Gedanken zu machen, was man auf dem Bildschirm sieht.

Dr. Stefania Scagliola, Forschungsleiterin des Projektes, erläutert: „Digitale Texte, Bilder oder Aufzeichnungen erscheinen möglicherweise wie ihre jeweilige analoge Version, es handelt sich jedoch tatsächlich um eine Ansammlung von Ziffern in einer bestimmten Reihenfolge, die eine Darstellung des Originals ohne dessen materielle Eigenschaften bietet. Sowohl die informatorischen als auch die artefaktischen Eigenschaften der analogen Quelle wurden geändert.“

Eine Toolbox, die Lust auf mehr macht

Das C²DH (Centre for Contemporary and Digital History) begann 2014, an einer Open-Source-Lehrplattform zu arbeiten. Das Ergebnis – ranke2.uni.lu – ist eine farbenfrohe und spielerische Toolbox, die Übungen zur digitalen Quellenkritik mit unterschiedlichen Komplexitätsstufen und unterschiedlichem Zeitaufwand bietet.

Je nach ausgewähltem Modul – „Klein“, „Mittel“ oder „Groß“ – variiert der Zeitaufwand zwischen 15 und bis zu 90 Minuten oder einem ganzen Tag. Zu den Übungen gehören Animationen, Quizze und Aufgaben. Zukünftig werden „Große“ Module es digital erfahrenen Dozenten erlauben, mit Studierenden ein Projekt zu starten. Die Plattform ist frei zugänglich auf Englisch, Französisch und Deutsch.

„Wir wissen, dass die Fähigkeit, Webinhalte kritisch zu bewerten, wichtig für Lehrende an weiterführenden Schulen ist“, fährt Dr. Scagliola fort. „Wir sind offen für Initiativen, unsere Plattform auch für andere Zielgruppen zu nutzen als für Studierende im Bachelor-Studiengang.“

Der Name „Ranke.2“ ist eine Anspielung auf Leopold von Ranke, den deutschen Historiker aus dem 19. Jahrhundert, der als der Vater der Quellenkritik angesehen wird.