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UniGR: Ein europäisches Zentrum für Grenzraumforschung

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Veröffentlicht am Donnerstag, den 14. Dezember 2017

Die sechs Universitäten des Netzwerks „Universität der Großregion“ (UniGR), Kaiserslautern, Lüttich, Lothringen, Luxemburg, Saarbrücken und Trier, starten am 1. Januar 2018 ein Forschungszentrum für Grenzgebiete und -dynamik in der Großregion. Das grenzüberschreitende Projekt, das vom Interreg VA Programm Großregion unterstützt wird, ist auf drei Jahre angelegt und zielt auf die Entwicklung und Förderung der Grenzforschung ab.

Für dieses Zentrum mit dem Namen „Europäisches Kompetenz- und Wissenszentrum für Grenzraumforschung (Border Studies)“ steht den Partneruniversitäten ein Gesamtbudget von 3,6 Millionen Euro bereit, von denen 2 Millionen von der Europäischen Union stammen.

In diesem Bereich der interdisziplinären Forschung beschäftigen sich Human- und Sozialwissenschaftler mit Fragen rund um Grenzen und ihren Auswirkungen auf Wirtschaft, Politik, Soziales oder Kultur. Das Programm wird Wissenschaftler der UniGR Partneruniversitäten miteinander vernetzen, optimale Forschungsbedingungen gewährleisten, den Dialog zwischen Politik und Wissenschaft fördern und den Studierenden an Partneruniversitäten zugutekommen.

Insbesondere sollen Forschungsansätze für Grenzstudien in einem dreisprachigen Glossar erstellt werden und wichtige Dokumente (zum Beispiel strategische Texte oder existierende Studien) zu Grenzstudien in einer dreisprachigen Online-Datenbank gesammelt werden. Es wird auch wissenschaftliche Seminare zum Thema „Grenze“ und die damit verbundenen Herausforderungen geben. Darüber hinaus sollen grenzüberschreitende und mehrsprachige Bildung vereinfacht und moderne Lernlösungen entwickelt werden.

Die Universität Luxemburg ist für den wissenschaftlichen Teil zuständig

„Das Projekt trägt der wachsenden Nachfrage nach Wissen über Grenzen und Grenzdynamiken Rechnung“, sagt Dr. Christian Wille von der Universität Luxemburg, der wissenschaftliche Koordinator des Projektes. „Dank der EU-Finanzierung und der Unterstützung der Partneruniversitäten haben wir mittelfristig einen sicheren Rahmen für die Planung der Entwicklung von Grenzstudien in der Großregion. Für die Universität Luxemburg bietet das Zentrum die Möglichkeit, sich international in einem aufstrebenden Forschungsgebiet zu positionieren.“

UniGR, ein wegweisendes Modell der „europäischen Universitäten“

Die UniGR umfasst die Universitäten Kaiserslautern, Lüttich, Lothringen, Luxemburg, Saarbrücken und Trier, an denen zusammen etwa 132.500 Studenten eingeschrieben sind und mehr als 10.000 Lehr- und Forschungskräfte arbeiten. Sie bietet eine breite Auswahl von Dienstleistungen an, um zu studieren, einen Forschungsaufenthalt durchzuführen oder die Dokumentationsressourcen des Netzwerks ohne zusätzliche Kosten zu nutzen.

„Die Universität der Großregion zeigt, wie Forschung und Lehre Grenzen überschreiten können um die Lebensqualität innerhalb eines Großraumes langfristig zu verbessern“, kommentiert Prof. Dr. Ludwig Neyses, stellvertretender Rektor und Vizerektor für Forschung. „Die Initiative UniGR trägt seit neun Jahren nicht nur bedeutend zur Vernetzung von Forschern, Akteuren und Studenten bei, sondern zeigt auch den Weg zu einem Modell der europäischen Universität.“

Gerade zu einer Zeit, in der die Europäische Union sich bereit zeigt, „europäischen Universitäten“ zu fördern, wie es der französische Präsident Emmanuel Macron in seiner Rede vom 26. September 2017 (in französischer Sprache) beschrieb, profiliert sich das Netzwerk der UniGR heute als die am weitesten integrierte Form grenzübergreifender Hochschulgruppen auf europäischer Ebene.

Die Universität Luxemburg beteiligt sich aktiv an dieser Entwicklung, zum Beispiel durch den neuen „Master in Border Studies“, der im September 2017 mit 15 Studenten begonnen hat und von der Deutsch-Französischen Hochschule unterstützt wird. In einem unabhängigen Projekt haben Hochschulforscher zudem das gr-atlas-Portal, ein interaktives Atlas der Großregion SaarLorLux, ins Leben gerufen.

© Bellhaeuser