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Vening Meinesz-Medaille an Tonie Van Dam verliehen

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Veröffentlicht am Dienstag, den 07. Mai 2019

Tonie Van Dam, Professor für Physikalische Geodäsie an der Universität von Luxemburg, hat kürzlich die Vening Meinesz Medaille 2019 von der European Geosciences Union (EGU) erhalten. 

Der Preis zeichnet ihre herausragende Forschung auf dem Gebiet der Geodäsie aus, der Wissenschaft des genauen Messens und Verstehens der Form, Orientierung und Schwerkraft der Erde. In ihrer jüngsten Forschung verwendet sie GPS-Daten und weltraumgestützte Schwerkraftmessungen, um Änderungen der Eis- und Wassermasse infolge des Klimawandels zu modellieren.

„Ein Klassiker in der Geodäsie“

Sie wurde mit dem Preis für ihre Pionierarbeit ausgezeichnet, die es ermöglichte, das temporäre Heben und Absenken der Erdoberfläche zu modellieren. Diese Auf- und Abbewegungen werden durch Umverteilung der Masse auf der Erdoberfläche verursacht, beispielsweise durch Änderungen des Luftdrucks oder des globalen Wasserkreislaufs oder durch das Schmelzen von Grönlandeis, wodurch die Erdoberfläche sich um bis zu 10 Zentimeter anheben oder absenken kann. „Sie können sich die Erde wie einen elastischen Gummiball vorstellen. Wenn Sie an einem bestimmten Punkt Druck ausüben, verformt dieser sich leicht. Zum Beispiel verursacht ein Hochdrucksystem, wie es jeder aus den Wettervorhersagen kennt, eine temporäre Delle im Boden. Sobald das Hochdrucksystem weitergezogen ist, wird diese Delle wieder ausgeglichen“, erklärt Prof. Tonie Van Dam ihre Forschung: „Wenn Sie die Form der Erde studieren, zum Beispiel die Plattentektonik, und dabei diese Fluktuationen ignorieren, werden Ihre Berechnungen fehlerhaft." Prof. Van Dam hat den theoretischen Hintergrund entwickelt, um dieses Phänomen zu modellieren und zu zeigen, dass die Schwankungen signifikant genug sind, um Forschungsdaten zu verzerren.

„Prof. Van Dam ist weltweit führend in der Modellierung geodätischer Beobachtungen. Sie ist eine Pionierin bei der Quantifizierung von hydrologischen und atmosphärischen Belastungseffekten und hat ihre Bedeutung in mehreren geodätischen Beobachtungssystemen wie GPS, dem Global Positioning System, unter Beweis gestellt“, begründete die Europäische Union für Geowissenschaften ihre Entscheidung und fügte hinzu, dass ihre Arbeit aus 2001, in der sie erstmalig ihre Beobachtungen beschrieb, zu einem „Klassiker in der Geodäsie“ geworden sei.

Fokus auf Klimawandel und Geodynamik

In den letzten Jahren untersuchte Tonie Van Dam die Deformationen der Erdkruste und leitete daraus Erkenntnisse über die schrumpfende Eismasse in Grönland infolge des Klimawandels ab. Kürzlich hat sie zu einem viel beachteten wissenschaftlichen Artikel beigetragen, in dem die Forscher davon ausgehen, dass Südwestgrönland in Zukunft einen wesentlichen Beitrag zum Anstieg des Meeresspiegels leisten wird. 2017 wurde sie für ihr Projekt „Absolute Gravity and Surface Displacements in Greenland“ mit dem Grand Prix 2017 in Geowissenschaften durch das Institut Grand-ducal ausgezeichnet.

Internationale Karriere

Nach ihrer Promotion an der University of Colorado und ihrer Arbeit als forschende Geophysikerin am National Geodetic Survey (NGS/NOAA) in den Vereinigten Staaten sowie dem Europäischen Zentrum für Geodynamik und Seismologie (ECGS), kam Prof. Van Dam 2006 an die Universität Luxemburg. 2017 wurde sie Vizepräsidentin für Doktorandenausbildung, internationale Beziehungen und Gender. Seit 2018 ist sie verantwortlich für strategische Projekte und Kursleiterin des neuen Interdisziplinären Weltraum-Masterprogramms (ISM) an der Universität Luxemburg.

Prof. Van Dam war auf internationaler Ebene sehr aktiv. Sie war Mitglied des Direktoriums des Internationalen Erdrotations- und Referenzsystemdienstes (IERS) und Vorsitzende des Global Geophysical Fluids Center (GGFC). Sie diente als Sekretärin des Geodäsie-Bereichs der American Geophysical Union (AGU) und war Präsidentin der Geodäsie-Abteilung der Europäischen Union für Geowissenschaften (EGU).
Sie ist außerdem Autorin von mehr als 120 nationalen und internationalen Publikationen. Ihre diversen wissenschaftlichen Aktivitäten wurden durch verschiedene Einrichtungen unterstützt, zum Beispiel durch die Europäische Kommission, den Nationalen Forschungsfonds Luxemburg (FNR) sowie ESA Science & Technology (SciTech).

Fotos: © European Geosciences Union (EGU) / Pfluegl