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Wie 3D-Druck die Kreislaufwirtschaft unterstützen kann

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Veröffentlicht am Freitag, den 30. September 2016

Auf der Oekofoire vom 23. bis 25. September 2016 wurde offiziell das upAM-Projekt (up-cycling Additive Manufacturing - aufwertende additive Fertigung) vorgestellt, das unter der Leitung der Universität Luxemburg in Zusammenarbeit mit FabLab und Luxinnovations EcoInnovation Cluster ins Leben gerufen wurde.

Unter dem Motto „Geben wir Kunststoff ein zweites Leben!“ konnten die Besucher beobachten, wie Kunststoffflaschen (und zahlreiche andere aus Polymeren gefertigte Produkte) mithilfe der 3D-Druck-Technologie in hochwertigere Produkte umgewandelt wurden, wie z. B. Handyschalen. „Das ist mehr als Recycling, das ist Upcycling!“, merkte der Dozent der Universität Luxemburg Claude Wolf an.

Projekt-Präsentation auf der Oekofoire 2016

 

Das Know-How der Studenten nutzen

Claude Wolf hat die interaktive Anlage, die ein Einweg-Polymerprodukt in höherwertige Produkte umwandeln kann, gemeinsam mit Bachelor-Studenten des Fachbereichs Maschinenbau („Bachelor en ingénierie – mécanique générale“) entwickelt. „Das „Upcycling“-Verfahren unterteilt sich in drei Hauptschritte: die Zerkleinerung des Ausgangsprodukts mit einem Schredder; die Herstellung einer neuen Polymerfaser und schließlich die Schaffung eines neuen Produkts mithilfe eines 3D-Druckers“, erklärte Claude Wolf. Die Anlage wurde vollständig von Studenten der Universität entworfen und gebaut.

Nach der Entwicklungsphase des „upAM“-Projekts wird das Team demnächst in einer zweite Phase die Anlage im gesamten Land auf Informationsveranstaltungen in höheren Schulen, Studenten- und Umweltmessen, Wissenschaftsfestivals und ähnlichen Veranstaltungen vorstellen. Der Zweck dieser „Vorstellungstour“ besteht nicht nur darin, das Bewusstsein für die Kreislaufwirtschaft zu schärfen, sondern auch, neue berufliche Interessen in den Ingenieurwissenschaften anzuregen. „Dabei handelt es sich um eine großartige Gelegenheit, die verschiedenen Facetten des Maschinenbaus hervorzuheben und die an der Universität Luxemburg angebotenen Studien- und Karrierewege vorzustellen“, sagte Claude Wolf.

Potentielle Anwendungen

Auch wenn das Projekt noch weiterentwickelt werden muss, zeigen diese Tätigkeit und ihre potentielle kommerzielle Anwendung Fortschritte in Hinblick auf die Entkopplung von Wachstum und Ressourcenverbrauch (bzw. Verringerung der Korrelation zwischen beiden), was ein entscheidendes Konzept der Kreislaufwirtschaft ist. Im Gegensatz zum linearen Wirtschaftsmodell mit „Förderung, Produktion, Konsum, Entsorgung“, das aufgrund knapper Ressourcen allmählich seine Grenzen erreicht, konzentriert sich das Modell der Kreislaufwirtschaft mit „Wiederverwendung, Reparatur, Recycling“ auf die Suche nach einer neuen Verwendung vorhandener Materialien, um Produkte mit Wertsteigerung zu schaffen. In diesem Modell sind sich die Verbraucher ihrer Auswirkungen auf die Umwelt bewusst und suchen nach Alternativen, ohne dabei Abstriche in ihrem Lebensstandard zu machen. Dieses stark vom Wirtschaftsministerium geförderte Konzept hat sich vor kurzem in Luxemburg etabliert und immer mehr Unternehmen übernehmen es, um ihre Kosten zu reduzieren und ihre unternehmerische Nachhaltigkeit zu verbessern.

 Dies deckt sich mit den Zielen des Luxembourg EcoInnovation Cluster, von Luxinnovation der nationalen Agentur für Forschung und Innovation geleitet wird. Mit dem „upAM“-Projekt strebt der Verbund danach, das öffentliche Bewusstsein für die Vorteile und Grundsätze der Kreislaufwirtschaft zu schärfen, wie z. B. Eco-Design, Wiederverwendung, Upcycling, usw. Es handelt sich ebenfalls um ein hervorragendes Schaufenster für das erste FabLab (digitales Fertigungslabor) von Luxemburg, das gegründet wurde, um Menschen und Unternehmer dazu anzuregen, ihre innovativen Ideen durch den Zugang zu modernen digitalen Fertigungstechnologien in die Realität umzusetzen. Diogo Lanca, einer der Studenten, der am „upAM“-Projekt teilgenommen hat, ist wirklich glücklich über diese Erfahrung und sagt, „Ich bin vom 3D-Druck so begeistert, dass ich dem FabLab beigetreten bin, um weiter in diesem Bereich zu arbeiten“.

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Die erste Vorführung auf der Oekofoire hat bei den Besuchern für viel Interesse und Neugier gesorgt, die sich besonders vom 3D-Drucker angezogen fühlten.

Das „upAM“-Projekt wird vom Fonds National de la Recherche (FNR) gefördert.

© Universität Luxemburg