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Neue Plattform macht Datenschätze abrufbar

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Veröffentlicht am Donnerstag, den 31. August 2017

Mit ELIXIR – der European Life Sciences Infrastructure for Biological Information – haben 15 europäische Länder ein dezentrales Netzwerk geschaffen, in der biowissenschaftliche Daten langfristig für die Forschung verfügbar gemacht werden.

Am Donnerstag, den 7. September 2017 nimmt mit dem Luxemburgischen ELIXIR Knoten (ELIXIR-LU) eine wichtige Schnittstelle im Bereich der Personalisierten Medizin ihre Arbeit auf.

Gefördert durch das Ministerium für Hochschulwesen und Forschung werden zukünftig Forscher aus ganz Europa auf personalisierte biomedizinische Daten zurückgreifen können, die am Luxembourg Center for Systems Biomedicine (LCSB) der Universität Luxemburg zentral gespeichert sind.

„Die Bereitstellung dieser Daten für andere Forscher und die Analyse unter weiteren Fragestellungen könnte zu neuen Diagnoseverfahren, besseren Therapien oder bisher unbekannten Ansätzen in der Prävention bestimmter Krankheiten führen“, betont Dr. Reinhard Schneider, Leiter des ELIXIR-LU.

Permanenter Zugriff auf zentralisierte Daten

Dank moderner Genomanalyseverfahren können Forscher heutzutage im Schnelldurchlauf Daten generieren, in denen ein unschätzbarer wissenschaftlicher Wert für die medizinische Forschung steckt. Bisher wurde dieser Informationsschatz jedoch nur in sehr begrenztem Umfang gehoben, da diese Daten nur lokal und zeitlich begrenzt zugänglich waren.

„Viele Forschungseinrichtungen haben nicht die Kapazitäten, die enormen Datenmengen, die bei diesen Analysen entstehen, über die Lebensdauer eines wissenschaftlichen Projekts hinaus zu speichern“, so Schneider. Mit ELIXIR-LU wird es möglich, personalisierte biomedizinische Daten länderübergreifend abzurufen und langfristig für die Forschung verfügbar zu machen. Das LCSB ist für diese Aufgabe prädestiniert, da das Zentrum auf einen langjährigen Erfahrungsschatz bei der Aufarbeitung und Bereitstellung von großen Datensätzen zurückgreifen kann und zudem im Bereich der System-Biomedizin weltweit eine hohe Reputation genießt.

Personalisierte medizinische Informationen, die beispielsweise in Kohortenstudien von Patienten generiert werden, werden oftmals nach eigenen Vorgaben und nicht standardisiert abgespeichert. „Unser Ziel ist es deshalb, diese Daten zukünftig in standardisierte Formate zu überführen und so in Datenbanken einzupflegen, dass sie für neue medizinische Fragestellungen genutzt werden können“, erklärt Schneider. Dabei geht es zum einen darum, in Luxemburg generierte Daten im neuen Netzwerkknoten verfügbar zu machen. Zum anderen werden die Daten aus Patientenstudien anderer europäischer Partner in den Luxemburger Netzwerkknoten integriert und dort verfügbar gehalten. „ELIXIR-LU ermöglicht es Wissenschaftlern in ganz Europa, in den Datenbanken ähnlich wie in einem Katalog zu blättern und relevante Datensätze herauszusuchen, die zu ihrer wissenschaftlichen Fragestellung passen“, erklärt Dr. Schneider. Dies spart Zeit und Forschungsgelder, die ansonsten zur erneuten Datenerhebung benötigt würden.

Garantierter Datenschutz

Um einen Missbrauch ihrer persönlichen Daten müssen sich Patienten keine Sorgen machen, versichert Dr. Regina Becker, am LCSB zuständig für die Strategieentwicklung im Bereich Bioinformatik und federführend bei der Konzeption des luxemburgischen Mitgliedsantrags für ELIXIR: „Zur breiten Nutzung von Daten über Institutions- und Ländergrenzen hinweg implementieren wir ein System, das sicherstellt, dass nur berechtigte Forscher den Zugriff haben und dass die Identität der Patienten diesen Forschern nie bekannt wird. Hierbei werden auch die geltenden Datenschutzrichtlinien des jeweiligen Landes berücksichtigt, in dem die Untersuchungen durchgeführt wurden.“

ELIXIR Luxembourg – Launch Event

Am Donnerstag, den 7. September 2017 wird der Luxemburgische ELIXIR Knoten in einer feierlichen Einweihung, im Beisein von Marc Hansen, Minister für Hochschulwesen und Forschung und Gesundheitsministerin Lydia Mutsch, erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Programm

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Weiterführende Links: Luxemburg wird europäischer Datenknotenpunkt der Biomedizin