Startseite // Universität // Aktuelles // Topthema // Luxemburg bildet die Datenforscher von morgen aus

Luxemburg bildet die Datenforscher von morgen aus

twitter linkedin facebook google+ email this page
Veröffentlicht am Donnerstag, den 04. Oktober 2018

Die Universität Luxemburg hat kürzlich in Kooperation mit den öffentlichen Forschungszentren LIST (Luxembourg Institute of Science and Technology) und LISER (Luxembourg Institute of Socio-Economic Research) eine neue Doktorandenausbildungseinheit (DTU) für daten- und rechnergestüẗzte Modellierung und Anwendung ins Leben gerufen.

Ausgestattet mit einem Budget in Höhe von 3,4 Millionen Euro, wird das zukunftsweisende Programm DRIVEN (Data-driven Computational Modelling and Applications) einer neuen Generation von Nachwuchsforschern Wissen und Fertigkeiten vermitteln, die für die Lösung komplexer, datenintensiver Probleme in allen Wirtschaftssektoren notwendig sind.

Dritte Säule der wissenschaftlichen Forschung

Um eine Welt zu verstehen, die immer vielschichtiger wird und neue Daten in immer schnellerem Tempo produziert, werden Fachleute benötigt, die in der Lage sind, verlässliche und belastbare Modelle zu konstruieren. Neben der theoretischen und experimentellen Forschung bilden „Numerische Simulation und Wissenschaftliches Rechnen“ nun die dritte Säule der wissenschaftlichen Forschung. Heutzutage bilden diese neuen Methoden das Rückgrat eines Großteils aller technischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklungen.

„Wir befinden uns nun in einer Ära, in der steigende Datenmengen enorme Chancen eröffnen, allerdings muss man auch imstande sein, diese Chancen zu nutzen. Wir stehen jetzt an einem Wendepunkt, an dem der wirtschaftliche Erfolg eines Landes von seiner Fähigkeit bestimmt wird, die riesigen Informationsmengen, die tagtäglich erzeugt werden, sinnvoll zu erschließen“, erklärt Prof. Andreas Zilian, Koordinator der DTU DRIVEN an der Universität Luxemburg.

Entwicklung gemeinsamer Ansätze der datengesteuerten Forschung

Die Besonderheit der DTU DRIVEN liegt in ihrer Interdisziplinarität, die eine große Bandbreite an Fächern abdeckt, von Naturwissenschaften bis hin zu Geistes- und Sozialwissenschaften, darunter die Volkswirtschaftslehre. So vereint sie Forschende aus drei Doktorandenkollegs (DSSEDSEFDSHSS) sowie aus drei Einrichtungen (Uni.lu, LIST, LISER). Die wichtigste Aufgabe der Doktorandenausbildungseinheit ist folglich die Entwicklung von Forschungsansätzen, die für eine Reihe von Anwendungsgebieten in unterschiedlichen Forschungsdisziplinen einsetzbar sind.

„Innerhalb der DTU werden Doktoranden eine solide Ausbildung in Data Science erhalten, die sie in die Lage versetzt, interdisziplinäre, datengestützte Modellierungsansätze zu entwickeln. Auf der Basis von Algorithmen für maschinelles Lernen ermöglicht die datenbasierte Modellierung die Identifikation neuer Beziehungen in Datensätzen und unterstützt so die Neubewertung etablierten Wissens und den Gewinn von Erkenntnissen einer ganz neuen Qualität“, so Prof. Zilian.

Drei Forschungsgruppen

Die Doktorandenausbildungseinheit wird sich aus 19 Doktoranden zusammensetzen, die in die folgenden drei Cluster gruppiert werden: „Computergestützte Physik und Ingenieurwissenschaften“, „Bioinformatik“ und „Computergestützte Verhaltens- und Sozialwissenschaften“. Die erste Forschungsgruppe befasst sich mit der Parameteridentifikation physikalischer Modelle, um etwa die Beziehungen zwischen Zusammensetzung, Struktur und Eigenschaften von Molekülkristallen zu erforschen. Die zweite Gruppe untersucht Klassifizierungen empirischer Beobachtungen zur Automatisierung von monotonen und aufwändigen Tätigkeiten wie dem Kategorisieren von Bildern neurodegenerativer Erkrankungen. Die dritte Gruppe erforscht die Beziehungen zwischen unterschiedlichen Daten, etwa aus sozialen Netzwerken im Internet, um bessere Analysen und Prognosen für neue Trends zu ermöglichen.

Finanziert durch den Luxemburgischen Fonds National de la Recherche (FNR) wird DRIVEN die sozioökonomische Landschaft Luxemburgs bereichern, indem sie datengesteuerte Ansätze stärkt und den Einfluss von Wissenschaftsdisziplinen steigert, die für die Wirtschaft und Gesellschaft des Landes zentral sind.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://driven.uni.lu