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„Remixing Industrial Pasts in the Digital Age“ belebt Geschichte

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Veröffentlicht am Mittwoch, den 08. Juni 2022

Das Forschungsprojekt „Remixing Industrial Pasts in the Digital Age“ des Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History (C²DH) gehört zu den Projekten der Universität Luxemburg, die im Rahmen des Programms von Esch2022 – Europäische Kulturhauptstadt umgesetzt werden.

Die einzelnen Teilprojekte unter dem Motto „Remixing Industrial Pasts in the Digital Age“ erforschen mittels eines innovativen visuellen und digitalen Ansatzes die Geschichte der Kulturen, der Bevölkerung und der Gebiete der luxemburgischen Minett-Region aus verschiedenen Blickwinkeln und Perspektiven. Zudem befassen sich die Projekte mit der Verbreitung und dem Strom an Ideen, Menschen und Waren zwischen Luxemburg, Frankreich und anderen europäischen Ländern.

Für die gesamte Dauer von Esch 2022 - Europäische Kulturhauptstadt sind vielfältige Veranstaltungen geplant.

Details zum Veranstaltungsprogramm

Minett Stories

Zu den Highlights dieser Projekte gehört die virtuelle Ausstellung „Minett Stories“, eine digital konzipierte Ausstellung, die online zugänglich ist.

Die virtuelle Ausstellung „Minett Stories“ befasst sich mit der Geschichte und Identität des „Minetts“, der Industrieregion im Süden Luxemburgs, die im Volksmund auch als „Land der Roten Erde“ bezeichnet wird. In 22 Kapiteln wird dargestellt, wie die Minett-Region zwischen den 1870er und 1970er Jahren von der Eisen- und Stahlindustrie geprägt wurde. Schnelles Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum, die Urbanisierung und die Migration von Arbeitskräften haben die Geschichte der Region ebenso geprägt, wie die Wirtschaftskrisen, Umweltverschmutzung und prekäre Wohn- und Lebensbedingungen.

Die virtuelle Ausstellung „Minett Stories“ wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Remix-Team des Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History (C²DH), dem Mailänder Designstudio Calibro und dem Softwareunternehmen Inmagik aus Bergamo entwickelt. Das Remix-Team des C²DH verbrachte zweieinhalb Jahre mit der Recherche und Identifizierung der grundlegenden Quellen, der Konzeption der Ausstellung und der Erstellung aller Storyboards, Skripte, Texte und ikonografischen Inhalte, die in den einzelnen Kapiteln der Ausstellung umgesetzt werden. Der Schwerpunkt lag dabei auf den verschiedenen Formen des transmedialen Erzählens, einschließlich grafischer Erzählungen und interaktiven Inhalten, wie Videodokumentationen Karten, Podcasts und zwei Hörspielen.

Grundlage für dieses virtuelle Projekt ist die Multimedia-Ausstellung „Remixing Industrial Pasts: Constructing the Identity of the Minett“, die vom 27. Februar bis zum 15. Mai 2022 in der Massenoire, einer ehemaligen Industriehalle in Belval, im Rahmen der Veranstaltungen zu Esch2022 stattfand.

Die virtuelle Ausstellung anshauen

From Boom to Bust: The History of Industrial Regions (1870-1970 and beyond)

Eine internationale Konferenz am 9. und 10. Juni 2022

From Boom to Bust: The History of Industrial Regions“ befasst sich mit dem kontinuierlichen und komplexen Wandel der europäischen Industrieregionen – von der Industrialisierung bis zur De- und Postindustrialisierung – von den 1870er bis zu den 1970er Jahren. Diese Transformation sind Gegenstand einer internationalen Konferenz, die vom Team „Remixing Industrial Pasts“ am 9. und 10. Juni 2022 in der Maison du Savoir (Raum 3.350) auf dem Campus Belval organisiert wird.

Die Konferenz spannt den geografischen Bogen von den Industrieregionen Westeuropas in Portugal, Luxemburg, den Niederlanden und Großbritannien bis hin zum hohen Norden Norwegens und Mittel- und Osteuropa (ehemalige DDR und Polen). Die vergleichende Langzeitperspektive beleuchtet die unterschiedlichen Bedingungen der regionalen Entwicklung und die Zyklen von Expansion und Abschwung im europäischen Kontext.

Vier Hauptthemen werden hervorgehoben: Die Wohnsituation der Arbeiter und ihrer Familien; der Niedergang der Bergbauregionen; der sozialpolitische Widerstand der Industriearbeiter; und die journalistische und visuelle Darstellung des Alltags und der Industrie am Beispiel der Minett-Region.

Weitere Informationen zur Konferenz

Die Teilnahme an der Konferenz erfolgt nach vorheriger Anmeldung per E-Mail an: vanessa.napolitano@uni.lu

„Liewen am Minett“ – Das Leben in Minett neu erlebt

Dieses Projekt bezieht sich auf das kontroverse Fotobuch „Liewen am Minett“, dass die Minett-Region in den späten 1980er Jahren dokumentierte. Der Dokumentarfilm „Identity Disputes: The Image of Life in the Minett“ illustriert die Minett-Region und ihren Wandel im Laufe der Jahrzehnte.  In diesem Film lässt die C²DH-Forscherin Viktoria Boretska das Projekt 35 Jahre nach der Veröffentlichung von „Liewen am Minett“ in einem Interview noch einmal Revue passieren.

Dieser Doku-Film wurde am 21. Mai 2022 im Centre national de l'audiovisuel in Düdelingen im Rahmen der Veranstaltungen des vom C²DH organisierten Forum Z gezeigt.

Den Dokumentarfilm anschauen

The Minett Stories Rally

Dieses Handyspiel, das am 28. Februar 2022 veröffentlicht wurde, ist für Smartphones konzipiert. Es bietet eine „Schatzsuche“, die die Spielenden durch die ehemaligen Hochburgen des Stahlstandorts, darunter auch Belval, führt. Durch das Lösen von Rätseln und das Verfolgen von Hinweisen entdeckt man neun geheime Orte, die mit der industriellen Vergangenheit von Belval verbunden sind.

Wer sein Glück versuchen möchte, kann es hier herunterladen (Spiel nur auf Smartphones verfügbar)

© Universität Luxemburg