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PayPal, Universität und FNR stellen ersten Lehrstuhl für FinTech vor

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Veröffentlicht am Montag, den 07. Oktober 2019

Prof. Gilbert Fridgen wurde auf den ersten PayPal-FNR PEARL-Lehrstuhl für digitale Finanzdienstleistungen berufen. Er ermöglicht ihm, wissenschaftliche Forschung über die digitale Transformation von Finanzdienstleistungen an der Schnittstelle von Finanzen und Technologie durchzuführen. 

Die einzigartige Finanzierung durch PayPal und das FNR PEARL-Programm hat eine Laufzeit von zunächst fünf Jahren. Der Lehrstuhl wird gemeinsam von PayPal und dem Fonds National de la Recherche (FNR) unterstützt und am Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust (SnT) der Universität Luxemburg eingerichtet.

Gilbert Fridgen ist ausgewiesener Experte für Blockchain, Systemtechnik und Entwicklung von Informationstechnologie-Plattformen und war als Berater für mehrere deutsche Regierungsstellen tätigt, darunter sechs Bundesministerien und der Bundestag. Darüber hinaus verfügt er über umfangreiche und sehr erfolgreiche Erfahrungen mit privat-öffentlichen Partnerschaften. Er ist Gründer und Co-Direktor des Fraunhofer Blockchain Labs.

Prof. Fridgen wird den Lehrstuhl am 1. Januar 2020 übernehmen.  

Eine neue Forschungsgruppe für digitale Finanzwirtschaft

Leiter des PayPal-FNR PEARL-Lehrstuhls Professor Fridgen und seine neu gegründete Forschungsgruppe werden die Zukunft der Finanzdienstleistungen in einem datengesteuerten Umfeld untersuchen. Dabei berücksichtigen sie zahlreiche Aspekte, wie Benutzerfreundlichkeit, Onboarding und betriebliche Effizienz bis hin zur Regulierungsaufsicht. Ihre Arbeit könnte daher Folgendes umfassen:

  • Entwicklung neuer Möglichkeiten für Blockchain/distributed ledger technology (DLT), Künstliche Intelligenz (KI) und Internet of Things in Finanzdienstleistungen für sowohl den privaten als auch den öffentlichen Sektor;
  • Untersuchung vertrauenswürdiger autonomer Zahlungsmethoden für den öffentlichen und privaten Sektor;
  • Erforschung nachhaltiger Technologieorganisationen im Unternehmenssektor, um die Effizienz zu verbessern, systemische Risiken zu managen und die finanziellen Auswirkungen der Blockchain/DLT, KI und des Internet of Things zu verstehen.

„Digitale Transformation in verschiedenen Branchen zu verstehen, die Entwicklung transformativer Lösungen in den Bereichen Fintech und Regulierungstechnik sowie die Entwicklung allgemeingültiger Prinzipien dafür ‚was gutes Design ausmacht‘, werden die Hauptziele meiner Forschungsgruppe sein“, sagt Leiter des PayPal-FNR PEARL-Lehrstuhls Prof. Gilbert Fridgen. „Die Finanzdienstleistungsbranche sowie unsere Wirtschaft und Gesellschaft verändern sich aufgrund des Fortschritts digitaler Technologien massiv. Einige Branchen wurden bereits durch hochinnovative Neueinsteiger gestört. In anderen Branchen führten digitale Technologien zu Effizienzsteigerungen. Fortschrittliche Technologien wie Blockchain/DLT, KI und das Internet of Things (IoT) werden uns vor neue und möglicherweise noch größere Herausforderungen stellen als bisher“.

Fridgen fährt fort: „Die digitale Transformation eines Unternehmens kann Chancen für die digitale Transformation anderer schaffen. Automobilhersteller, die Online-Sensordaten sammeln, ermöglichen es Versicherungsunternehmen mit Hilfe von KI, neue Tarifmodelle zu entwickeln, die auf einem aus den Fahrgewohnheiten eines Einzelnen generierten Risikoprofils basieren. Dies ist für die Finanzdienstleistungsbranche von besonderer Bedeutung. Um die Finanzdienstleistungen der Zukunft anbieten zu können, muss die Branche die Bedürfnisse ihrer Kunden und Geschäftspartner verstehen. Deswegen muss die Finanzdienstleistungsbranche möglicherweise ihren technologischen Ansatz und sogar ihr Geschäftsmodell ändern“.

Luxemburg als Marktführer für innovative digitale Finanzdienstleistungen positionieren

Die luxemburgische Regierung will das Land als weltweit führendes Zentrum für innovative digitale Finanzdienstleistungen und als führende Drehscheibe für Finanztechnologien positionieren. Im Rahmen einer nationalen Innovationsstrategie will die Regierung diese Entwicklungen beschleunigen, indem sie eine engere Zusammenarbeit zwischen dem Privatsektor und öffentlichen Forschungseinrichtungen fördert.

Eine solche Partnerschaft wurde zwischen PayPal Europe, dem FNR und der Universität Luxemburg durch diesen PayPal-FNR PEARL-Lehrstuhl aufgebaut. Sie fördert die Entwicklung eines für die luxemburgische Wirtschaft entscheidenden Sektors. Diese Art der Partnerschaft könnte auch auf andere Tätigkeitsbereiche übertragen werden.

Das SnT der Universität verfügt über rund 14 Partnerschaften mit wichtigen Akteuren des luxemburgischen Finanzsektors. PayPal hat sich kürzlich dem Partnerschaftsprogramm des Zentrums angeschlossen und betreibt zwei Forschungsprojekte. Das rasante Wachstum im Forschungsbereich Fintech macht SnT zum idealen Nährboden für den neuen PayPal-FNR PEARL Chair.

Der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel sagte: „Mit dieser Partnerschaft macht Luxemburg einen wichtigen Schritt zum Aufbau der nächsten spannenden Ebenen der digitalen Wirtschaft von morgen. PayPals Vertrauensbeweis in das luxemburgische Forschungsökosystem ist ein Vertrauensbeweis in das Zukunftspotenzial Luxemburgs. Mit der Entwicklung neuer PEARL-Partnerschaften wird Luxemburg zu einem unverzichtbaren Zentrum der Technologieforschung werden. Ich bin unserer Universität und dem FNR dankbar, dass sie so starke Partner eines globalen Technologieführers wie PayPal sind und Luxemburg zukunftssicher gestalten“.

Dan Schulman, President und CEO von PayPal, kommentierte: „Es ist PayPals Mission, Finanzdienstleistungen zu demokratisieren und das finanzielle Wohlergehen von Privatpersonen und Unternehmen auf der ganzen Welt zu verbessern. PayPal hat seit 2007 seinen europäischen Hauptsitz in Luxemburg. Wir unterstützen das Bestreben der Regierung, Luxemburg zu einem weltweit führenden Anbieter innovativer digitaler Finanzdienstleistungen zu machen. Der neue PayPal-FNR PEARL-Lehrstuhl zeigt unser Engagement für die Zusammenarbeit mit Regierungen, Regulierungsbehörden und Experten aus Wissenschaft, um das Verständnis dafür zu verbessern, wie sich Finanzdienstleistungen mithilfe von Technologie zum Wohle aller verändern lassen“.

Luxemburgs Finanzminister Pierre Gramegna sagte: „Die Finanztechnologie und insbesondere Regtech, die neue Technologien wie Blockchain/DLT und KI nutzen, sind für die künftige Entwicklung des Finanzplatzes Luxemburg entscheidend. Durch die Förderung der Forschung und die Ermittlung neuer Möglichkeiten im Bereich der digitalen Finanzdienstleistungen, stellt die öffentlich-private Partnerschaft zwischen PayPal, dem FNR und der Universität Luxemburg einen wichtigen Meilenstein in diesem Zusammenhang dar. Die Zusammenarbeit wird zu den Bemühungen Luxemburgs beitragen, bei der Innovation im Finanzsektor an der Spitze zu bleiben.“

Claude Meisch, Minister für Hochschulwesen und Forschung sagte: „Der PayPal-FNR PEARL-Lehrstuhl und die öffentlich-private Partnerschaft zwischen PayPal und der Universität Luxemburg passen perfekt zu dem Hauptziel der luxemburgischen Forschungs- und Innovationsstrategie. Sie soll dem Forschungs- und Innovationsökosystem ermöglichen, durch Exzellenz in der Forschung, internationale Sichtbarkeit zu erlangen und gleichzeitig zu den langfristigen Zielen des Landes beizutragen. Luxemburg ist bestrebt, sich an der Spitze der Länder zu positionieren, die die Chancen der bevorstehenden Digitalisierung nutzen. Diese Partnerschaft, die auf digitaler Innovation für einen der wichtigsten Wirtschaftssektoren Luxemburgs aufbaut, zeigt, wie wir diesem Anspruch gerecht werden können.“

Véronique Hoffeld, Vorsitzende des FNR-Vorstands, sagte: „Die Öffnung des PEARL-Programms für öffentlich-private Partnerschaften, wie dieser beispiellose PayPal-FNR PEARL-Lehrstuhl, wird international renommierte Spitzenforscher anziehen, um die Wirkung der Forschung in Schlüsselsektoren der luxemburgischen Wirtschaft zu maximieren. Es ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie der öffentliche und der private Sektor zum Wohle des Landes zusammenarbeiten. Wir hegen die Hoffnung, dass andere Unternehmen dem Beispiel von PayPal folgen werden“.

Prof. Stéphane Pallage, Rektor der Universität Luxemburg, sagte: „Wir freuen uns sehr, dank der Unterstützung von FNR und PayPal Professor Fridgen an dem neuen Lehrstuhl willkommen zu heißen. Professor Fridgen hat sich auf seinem Gebiet einen hervorragenden Ruf gemacht, und die Universität Luxemburg freut sich darauf, ihn bei seiner Forschungsarbeit in Fintech, einem für die Universität Luxemburg strategisch wichtigen Bereich, zu unterstützen.“

 

© Université du Luxembourg / Michel Brumat